Roman Herzog ist tot

Heute ist „Roman Herzog gestorben: Ein Mann der Freiheit und des Rechts“.

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Für mich war er der letzte wirklich gute Bundespräsident, der das Amt von 1994 bis 1999 prägte, sei es mit seiner Erfahrung als Präsident des Bundesverfassungsgerichts oder mit seiner Berliner Rede 1997, in der er sagte: „Durch Deutschland muß ein Ruck gehen.“

Nun hat Frau Merkel einen Ruck ganz anderer Art verursacht, wobei Herr Herzog auch schon ihr „Wir schaffen das“ vorwegnahm: „Wenn alle die vor uns liegenden Aufgaben als große, gemeinschaftliche Herausforderung begreifen, werden wir es schaffen.“ Nur sind die Aufgaben heute andere als vor 20 Jahren. Wir müssen die von Frau Merkel angerichteten Schäden aufräumen, sei es durch ihre Energiewende, Euroretterei oder Einladung an alle Welt. Dabei fehlen große Staatsmänner wie Roman Herzog, die durch einen Frank-Walter Steinmeier nicht zu ersetzen sind.

Zuerst hier erschienen: https://alexanderdilger.wordpress.com/

Kommentare zum Artikel

Gravatar: Ulli P.

"Seine unverwechselbare kluge Stimme und seine Fähigkeit, Probleme offen zu benennen und dabei Mut zu machen, wird mir und wird uns allen fehlen", sagte Merkel.

Schon wieder lügt sie!

Gravatar: harald44

Hatte da mal ein gewisser Roman Herzog als Bundespräsident eine Rede gehalten? Ja, ich erinnere mich, es war seine berühmte "Ruck-Rede". Aber seien wir doch ehrlich, geändert hatte sich dadurch in Deutschland nichts, weil in der BRD jeder Weg und jeder Vorschlag, die auf eine fundamentale Verbesserung der Lage für uns Deutsche zielen, durch Nichtstun abgewürgt wird.
Und etwas wichtiges hat seiner Rede gefehlt, nämlich seine Vorbildfunktion in irgendeiner beeindruckenden Weise. Zum Beispiel hätte er durch einen Teilverzicht seiner bestimmt nicht knappen BP-Versorgung - denn bestimmt hatte er noch weitere Versorgungsansprüche aus anderen Tätigkeiten, er wäre also ganz gewiß nicht verhungert - ein Beispiel für Sparsamkeit und Bescheidenheit setzen können. Tat er aber nicht.
Oder er hätte in seiner kaum angreifbaren Stellung als Bundespräsident auf die nicht eben wenigen Tabuthemen in der BRD hinweisen können, und darauf, daß jemand, der Tabuzonen errichtet, dies immer nur in der Geschichte tat und tut, um unangenehme Wahrheiten zu unterdrücken. Aber auch daran traute er sich nicht ran, ganz ein getreuer Diener eines perfiden Systems, welches seine Helfer und Unterstützer durch reichliche Geldzuwendungen zu kaufen pflegt, wie auch die üppigen Zuwendungen für Rundfunk, Fernsehen, Beamte und Lehrer beweisen, denn das sind die Stützen des Systems, auf welche jedes totalitäre System angewiesen ist.
So ist seine "Ruck-Rede" wirkungslos verhallt, und in wenigen Jahren wird Roman Herzog vergessen sein.

Gravatar: Onkeljoe

Danke an einen Amtsinhaber, der wie kein Zweiter für Transparenz sorgte, indem er alle Gesetze und Verordnungen Deutschlands während seiner Amtszeit qualifiziert hat, ob sie vom Bundestag, Bundesrat oder von der EG/EU veranlasst wurden. Weil hier überwiegend Brüssel und Straßburg dahinter steckten, haben die Nachfolger gekniffen, es wäre allerdings nach wie vor eine lohnenswerte Aufgabe.

Gravatar: Rolo

Roman Herzog war ein Bundespräsident der die Menschen mitnahm, viele in unserem Land fühlten sich gut von ihm vertreten. Der letzte große, war er nicht für mich. Für mich war das Horst Köhler, der das Amt vorzeitig verlassen hat und auf den ihm zustehenden Ehrensold verzichtet hat. Damit hat er dem politischen Establishment gezeigt was wahre Grundsätze und moralische Verantwortung sind.

Gravatar: cap

Er war Jurist und das noch in einer Position, in der ihm die Lebenslügen des gesamten Justizapparates bekannt gewesen sein müssen. Dort hätte er selbst einen Ruck machen oder auslösen können. So bleibt nur Schall und Rauch und seine Nachfolger und die Geschichtsschreibung müssen die Arbeit nachholen. Aber aus der jüngeren Geschichte weiss man ja, dass die Wahrheit schnell im Schredder landen kann.

Gravatar: Frank Endres

Ich habe Roman Herzog stets sehr geachtet, bis er anfing, vor der AfD zu warnen. Damit outete er sich als parteiisch. Schade!

Gravatar: RAFAMedR Martin Schmid

Rechts waren insbesondere seine Kommentare in wissenschaftlichen Werken, die er geschrieben oder mitgeschrieben hat. Zu den Zeiten, in denen ich studiert habe, galt die Zitierung von Fundstellen des Herrn Herzog in wissenschaftlichen Hausarbeiten usw. als tödlicher Fehler.

Gravatar: Joachim Datko

Herr Herzog war wohl nicht besonders dynamisch.

Zitat: "Berliner Rede 1997, in der er sagte: „Durch Deutschland muß ein Ruck gehen.“ "

Auf mich hat Herr Herzog immer den Eindruck eines bedächtigen Bürokraten gemacht.

Ich ärgere mich über die finanzielle Belastung durch die ehemaligen Bundespräsidenten, die bei vollem Gehalt und zusätzlichen Extras in Ruhestand gehen.

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