Global Players auf der Weltbühne

Wie der G-20-Gipfel die Weltordnung widerspiegelt

Vom 7. bis 8. Juli tagt die G-20 in Hamburg. Die USA, Russland und China werden den Ton angeben. Neben den anderen 17 großen Industriestaaten und der EU werden auch internationale Organisationen vertreten sein: IWF, UNO, Weltbank und die Welthandelsorganisation. Da weiß man gleich, aus welcher Richtung der Wind weht.

G-20-Logo. Bild: Public Domain
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Nun ist es wieder soweit: Vom 7. bis 8. Juli tagt die G-20 in Hamburg. Die Bundesrepublik steht Kopf, weil die Hansestadt Hamburg in Sicherheitsfragen unterstützt werden muss. Denn zum G-20-Gipfel kommen die mächtigsten Staatschefs und Regierungslenker der Welt. Ausufernde Proteste der Globalisierungsgegner, Sabotageakte oder gar Terrorangriffe will man auf jeden Fall verhindern. Schon jetzt gleicht Hamburg einer Stadt im Ausnahmezustand. Die protestierenden G-20-Gegner befürchten, dass auf solchen Gipfeln unfaire Beschlüsse gefasst werden, die sich zum Nachteil schwacher Staaten, der Bürgerrechte, des Umweltschutzes oder des Weltfriedens auswirken könnten.

 

Die Vereinigten Staaten von Amerika, die Russische Föderation und die Volksrepublik China werden beim Gipfel den Ton angeben. Neben den anderen 17 großen Industriestaaten (inklusive der EU, die wie ein Staat auftritt) werden auch internationale Organisationen vertreten sein: IWF, UNO, Weltbank und die Welthandelsorganisation. Da weiß man gleich, aus welcher Richtung der Wind weht.


Erben der UNO: Globale Organisationen und Gipfeltreffen zur Krisenbewältigung


Einzelnen Staaten die souveränen Entscheidungen über ihre Entwicklung zu lassen, war schon vor dem Zweiten Weltkrieg durch den Völkerbund eingeschränkt worden. Die UNO hatte als Nachfolgeorganisation des Völkerbundes nach dem Zweiten Weltkrieg die Machtverhältnisse in der Welt zementiert. Während des Kalten Krieges saßen im Sicherheitsrat als ständigen Mitglieder die alten Siegermächte: die Vereinigten Staaten von Amerika, die Sowjetunion, die Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich sowie die Volksrepublik China. Obwohl sich die Welt bis heute massiv gewandelt hat, ist der Sicherheitsrat fast identisch geblieben. Nur mit dem Unterschied, dass aus der UdSSR die Russische Föderation geworden ist. Zudem sind Frankreich und Großbritannien keine Kolonialmächte mehr. Bis heute haben die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates immer noch eines gemeinsam: Sie sind allesamt Atommächte.


In den 1950er bis 1960er Jahren wurde die UNO von den Großmächten dazu ausgenutzt, Einfluss auf die Weltpolitik zu nehmen. Die USA hatten anfangs die UNO noch gepriesen. Schließlich hat sie ihr Hauptquartier in New York. Dann kamen die Unabhängigkeitsbewegungen in der Dritten Welt. Die Europäer verloren ihre Kolonien. Mit den neuen Staaten änderten sich die Mehrheitsverhältnisse in der UNO. Zwar war der Sicherheitsrat immer noch nach altem Muster gestrickt, doch bei der UNO-Vollversammlung gaben aufgrund ihrer hohen Anzahl immer mehr die Staaten der Dritten Welt den Ton an. Da die Sowjetunion diese Staaten massiv unterstützte, spielten die USA die Bedeutung der UNO herunter.


Je mehr die UNO an Bedeutung verliert, desto wichtiger werden Treffen wie die G-20-Gipfel


Andere Institutionen gewannen dagegen an Bedeutung, darunter der internationale Währungsfonds IWF, die Weltbank und die Welthandelsorganisation (WTO) sowie in Europa die EG bzw. EU mit all ihren Unterorganisationen. Sie alle sind in den kommenden Tagen beim G-20 Gipfel in Hamburg vertreten.


Damit ist vom 7.bis zum 8. Juli in Hamburg alles vertreten, was Macht und Einfluss hat:


Zunächst sind es die westlichen Industriestaaten der G-7 (Gruppe der Sieben): Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Großbritannien, die USA sowie Japan.


Hinzu kommen die BRICS-Staaten: Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika.


Aufgrund ihrer Wirtschaftskraft sind außerdem Australien, Argentinien, Mexiko, Saudi-Arabien, die Türkei, Indonesien und Südkorea vertreten.


Zusammen vertreten diese Staaten mit 4,6 Milliarden Einwohnern mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung und mehr als 80 Prozent der Weltwirtschaft.


Die Europäische Union ist schließlich die Nummer 20. Sie tritt wie ein Staat auf.


Themen sollen das globale Finanzsystem, die Klimapolitik und die Digitalisierung sein. Außerdem geht es um Protektionismus. Beim letztgenannten Thema ist davon auszugehen, dass die Staaten und Organisationen den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump ins Visier nehmen werden, um ihn auf den Globalisierungskurs zurück zu bringen und dessen protektionistische Vorstellungen (“America First”) zurückzudrängen.


Interessant wird der Gegensatz der Interessen zwischen den G-7-Staaten und den BRICS-Ländern. Hier treffen unterschiedliche Ambitionen aufeinander. Während die G-7-Staaten nach der Musik des IWF und der Weltbank tanzen, versuchen sich die BRICS-Staaten davon zu distanzieren, indem sie eigene Entwicklungsbanken ausbauen. Außerdem ist davon auszugehen, dass die G-7-Staaten versuchen werden, Russland zu isolieren, während Staaten wie die Volksrepublik China und Brasilien Russland als Gegengewicht zur USA brauchen.


Ein aktuelles Thema soll auch die Not auf dem afrikanischen Kontinent sein. Angesichts der Bürgerkriege und Hungersnöte und vor allem der Flüchtlingskrise über das Mittelmeer hat das Thema an Brisanz gewonnen.


Wegen der zeitlichen Beschränkung auf zwei Tage darf man dem Gipfel nicht zu viel Bedeutung beimessen. Die wichtigeren Entscheidungen und Strategien werden im kleineren Rahmen besprochen. Das, was auf dem G-20-Gipfel zutage treten wird, sind die Pläne, die einzelne Ländergruppen und Organisationen im Vorfeld bereits ausgearbeitet haben. Der-20-Gipfel ist schließlich die große Bühne, um die übrigen Global Player auf eine Linie zu trimmen oder zumindest Gegensätze zu entschärfen.


Spannend wird sein, wie Donald Trump und Wladimir Putin aufeinander zugehen werden und wie die übrigen Staaten und internationalen Organisationen darauf reagieren werden.

 

 

[ Schlagwort: GeoAußenPolitik ]

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Aufbruch

Spiegelt der Gipfel wirklich die Neue Weltordnung wider? Diejenigen, die im Hintergrund die Strippen ziehen, sitzen nämlich nicht mit am Tisch. Oder doch? Ist nicht die Gastgeberin auf politischer Ebene die Vollstreckerin dieser demokratisch nicht legitimierten "Hintergrundeliten"? Man hat Merkel gegen Trump zur "Retterin" der westlichen Welt auserkoren. Sie ist aus dem Grund auserwählt, weil sie mit ihrem SED-geschulten dialektischen Geschwurbel die Bürger im Unklaren über das lassen soll, was die "Elite" vorhat: Weitere Globalisierung und die Überziehung Europas mit einem Multikulturalismus. Letzteres hat Merkel ja schnon mit Erfolg begonnen. Und der geschwurbeltrunkene Bürger wehrs sich nicht. Man kann nur hoffen, dass Trump ihr einen Strich durch die Rechnung macht und ihr die Nutzung des Gipfels zur Wahlwerbung gründlich verdirbt. Sonst ist die Neue Weltordnung tatsächlich zum Greifen nahe.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

Charly Chaplin drückte es einst so treffen aus, wie wohl kaum ein Mensch vor und nach ihm:

„Es tut mir leid, aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, das liegt mir nicht. Ich möchte weder herrschen noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann - den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem Anderen helfen. Nur so verbessern wir die Welt! Wir sollten am Glück des Anderen teilhaben und nicht einander verabscheuen. Hass und Verachtung bringen uns niemals näher.
Auf dieser Welt ist Platz genug für jeden - und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen. Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein“!!! https://www.youtube.com/watch?v=-5EKnvEmYes

Musste er – von den damaligen US-Eliten sicherlich auch dafür als Kommunist empfunden – deshalb nicht auch für diese Worte in die Schweiz emigrieren?

Geht es beim Treffen bei der G 20-Gastgeberin Merkel in Hamburg nicht in erster Linie um die Umsetzung ihres Plan B - das Vierte Reich und die Unterwerfung der Völker durch die Europäische Union - weil sie es selbst unter dem wunderbaren Neger, Friedensnobelpreisträger und US-Topkriegsherrn Obama nicht vermochte, eine NWO unter US-Diktat durchzusetzen?

Warum jedoch wurde auch Präsident Trump eingeladen?

Weil ihm Merkel sein radikales Programm gegen die Eliten noch immer ausreden will? http://www.thule-gesellschaft.org/2013-08-19-20-38-23/item/3821-trump-praesentiert-radikalen-plan-gegen-die-elite

Wäre es für die Finanziers dieses Treffens – die deutschen Steuerzahler und deren Bürgerrechte - nicht viel besser und die Beteiligten sicherer gewesen, diesen Gipfel auf einem ausgedienten Flugzeugträger in den unendlichen Weiten vor Alaska durchzuführen?

Hatte die Merkel etwa Angst davor, dass es ihr dann ähnlich ergeht, wie dem Wal auf folgenden sensationellen Aufnahmen??? https://www.youtube.com/watch?v=aLOaCRcLwT0

Gravatar: Mündiger Bürger

Wenn man sich durchliest, wie sehr IWF, Weltbank und EU auf gleicher Augenhöhe mit mächtigen Staaten konferieren, dann wurdert es auch nicht mehr, dass immer mehr Staaten ihre Souveränität verlieren.

Gravatar: Stephan Achner

Es amüsiert mich zunehmend, wie sich diese sog. G20-Gegner in Hamburg geradezu hysterisch in eine Straßenkampf-/Sabotage-/Terror-Stimmung hineinbringen. Dieser G20-Gipfel wird von seiner Bedeutung her völlig überschätzt. Die Welt ist multipolar geworden, die einzelnen Weltplayer haben sich in den vergangenen Jahren neu organisiert (z.B. BRICS) und die Kräfteverhältnisse so gut wie überall auf der Welt haben sich neu strukturiert. Dafür hat auch der US-Präsident Trump gesorgt, der ja gar nichts z.B. von der G7 oder von der Brüsseler EU hält.

Das einzig Spannende am kommenden G20-Gipfel wird sein, wie sich Trump und Putin begegnen. Lesen und hören wird man darüber wenig oder nur in Form von erwartbaren Fake News, denn Trump und Putin werden die Öffentlichkeit sicherlich nicht über ihre persönlichen Gespräche außerhalb der offiziellen Sitzungen informieren.

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