Pegida im Spiegel der Medien

Die hohe Kunst der Propaganda

Im Umgang mit dem Phänomen Pegida waren die Medien bisher nicht zimperlich. In der Auseinandersetzung wird tief in den Werkzeugkasten der Psychologischen Operationen gegriffen. Die wichtigsten verwendeten Propagandatechniken werden hier vorgestellt.

Foto: Lupo / pixelio.de
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Von Seiten der Pegida-Demonstranten wird der Vorwurf einseitiger Berichterstattung erhoben. Häufig ist von der »Lügenpresse« die Rede. Nun mag dieser Vorwurf gelegentlich zutreffen. Eine Lüge setzt jedoch die Kenntnis der Wahrheit voraus, die bei unseren Medienvertretern nicht immer vorhanden ist. Viele glauben tatsächlich, was sie schreiben oder sagen. Wiederum andere haben eine Mission. Damit ist nicht die Suche nach der Wahrheit oder wenigstens das Einhalten journalistischer Standards gemeint. Nein, die Mission ist eine politische. Politische Publizistik droht in einem solchen Fall in mehr oder weniger platte Propaganda abzugleiten. Ob das auch im Fall der Pegida-Berichterstattung zutrifft, soll im Folgenden untersucht werden. Zu diesem Zweck werden an dieser Stelle verschiedene Propagandatechniken vorgestellt. Sie zu kennen, kann beim Verständnis der Berichterstattung über Pegida hilfreich sein.

Euphemismen (Beschönigungen)

Krise? Schrumpfung? Nein. Es heißt Null- oder Minuswachstum. Eine Atommülldeponie wird zum Entsorgungspark. Das klingt doch gleich viel netter …

Im Zusammenhang mit Pegida-Themen: »Multikulturelle Gesellschaft«. Das hört sich besser an als »Entstehung von Parallelgesellschaften« bzw. »Erosion des Rechtsstaats«.

Transfer

Bei dieser Technik geht es darum, die Bedeutung eines bestimmten Symbols für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. Ein Beispiel ist ein amerikanischer Politiker vor der amerikanischen Flagge. So soll alles, was die Amerikaner mit ihrer Flagge verbinden, auf die Person übertragen werden.

Im Fall Pegidas soll ein Transfer häufig verhindert werden. So wird die Beleuchtung historischer Gebäude abgeschaltet, wenn eine Demonstration stattfindet. In den Medien wird alles versucht, die Verwendung des symbolischen Slogans »Wir sind das Volk!« zu diskreditieren.

Eine Variante des Transfers ist die

Assoziation mit dem Bösen

Hier werden politisch missliebige Personen mit negativen Eigenschaften (demagogisch, kriminell etc.) versehen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Vergleich, manchmal mit unangenehmen Tieren. In der Vergangenheit war die Gleichsetzung von Menschen mit Heuschrecken sehr beliebt.

In Bezug auf Pegida kommt es häufig zur Gleichsetzung mit Rechtsextremisten. An anderer Stelle wird die Intelligenz der Demonstranten infrage gestellt.

Nach den Mordanschlägen in Paris durch muslimische Terroristen wurden in der FAZ und in der Frankfurter Rundschau die Pegida-Demonstranten mit den Mördern auf eine Stufe gestellt, mit der abenteuerlichen Begründung, dass beide die Medien ablehnen würden. Dass ausgerechnet diejenigen, die vor derartigen Verbrechen gewarnt haben,  mit den Verbrechern gleichgesetzt werden, ist eine perfide, aber möglicherweise erfolgreiche Vorgehensweise. Letztendlich erinnert das Ganze an den ehrwürdigen Brauch, den Überbringer schlechter Nachrichten zu köpfen.

Häufig werden Transfer und die Assoziation mit dem Bösen mithilfe einer weiteren Propagandatechnik erzeugt:

Falsche Logik

Das Vorgehen ist wie folgt: Hunde sind Säugetiere. Katzen sind Säugetiere. Also sind alle Katzen Hunde.

Im Zusammenhang mit Pegida: Rechtsextremisten wollen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber ausländischen Straftätern. Pegida will eine Null-Toleranz-Politik gegenüber ausländischen Straftätern. Also sind alle Pegida-Anhänger Rechtsextremisten.

Testimonial und Zitate

Ein Testimonial ist eine Person des öffentlichen Lebens, die für die eigenen Zwecke eingespannt wird.

So werden der Öffentlichkeit Schauspieler und sonstige Gaukler präsentiert, die Pegida ganz schlimm finden. Auf der Ebene der Politik melden sich selbst der Bundespräsident und die Kanzlerin zu Wort. Ihre Aussagen werden von den Medien nicht hinterfragt, da sie ins Weltbild der Redakteure passen.

Der Mann von der Straße (plain folks)

Der Mann von der Straße ist ein Mensch wie du und ich. Es könnte Ihr Nachbar sein. Er repräsentiert sozusagen des Volkes Stimme.

Häufig tritt er in unserem Untersuchungsgebiet als Gegendemonstrant auf, dessen Aussagen, wie die der Testimonials, von den Medien nicht hinterfragt werden.

Bandwagen (bandwagon)

Auf amerikanischen Festumzügen darf der Wagen mit der Band nicht fehlen. Alle möchten gern auf diesem Bandwagen stehen. Die nach ihm benannte Propagandatechnik spielt mit dem Bedürfnis der Menschen, zu den Siegern oder zumindest zur Mehrheit zu gehören.

Im Zusammenhang mit Pegida wird mit Zahlen operiert, die suggerieren, dass es sich bei Pegida nur um eine verschwindend kleine Minderheit handle, deren Meinung bedeutungslos sei. Die Zahl der Gegendemonstranten wird dagegen aufgebauscht.

Furcht

Das Erzeugen von Angst ist ein häufig genutztes Instrument aus dem Werkzeugkasten der Propaganda.

Pegida soll angeblich die Gesellschaft spalten. Durch ihre Schuld würden Investoren Deutschland meiden. Und so weiter.

Durch das Trommelfeuer der Medien und den Versuch, die Pegida gesellschaftlich zu ächten, soll außerdem Furcht davor erzeugt werden, sich offen zu den Zielen der Organisation zu bekennen.

Wettervorhersage

Die Bezeichnung stammt aus einer Zeit, zu der die Wettervorhersage höchst unpräzise war und einem substanzlosen Rätselraten glich.

Wird häufig verwendet, um irgendwie zu beweisen, dass die Befürchtungen der Pegida-Anhänger grundlos wären.

Vereinfachung/Verkomplizierung

Beispiel einer Vereinfachung: »Wenn die sozialen Ursachen für Verbrechen verschwinden, gibt es keine Verbrechen mehr.« Schön wär’s. Hier wird ein Phänomen mit nur einer Ursache erklärt, obwohl ungleich mehr existieren.

Die Verkomplizierung wird gern von Soziologen und Angehörigen verwandter Disziplinen verwendet, um zu verbergen, dass es sich beim Gesagten lediglich um heiße Luft handelt. Ein bekanntes (ironisches) Beispiel: »Ballistische Experimente mit kristallinem H2O unterliegen auf dem Gelände der pädagogischen Anstalt der striktesten Prohibition.« (»Das Werfen von Schneebällen auf dem Schulhof ist verboten.«)

Lauschen Sie einfach den Ausführungen der von den Medien aufgebotenen sogenannten Experten zum Thema Pegida …

Direkter Auftrag

Bekanntestes Beispiel: Uncle Sam zeigt von einem Plakat auf den Betrachter. »I want you for U. S. Army.«

Im Fall Dresden etc.: Aufforderung, auf Gegendemonstrationen »Flagge zu zeigen“. Wobei sich hier die Frage stellt, welche Flagge gemeint ist. Die schwarz-rot-goldene kann es nicht sein; aus irgendeinem Grund ist es ja neuerdings verpönt, sie zu präsentieren. Häufig wird die Regenbogenfahne geschwenkt. Möglicherweise wird sie ja die neue Nationalflagge. Das wäre wenigstens konsequent.

Fazit

Es gibt selbstverständlich noch weitere Propagandatechniken, aber uns sollen diese Beispiele genügen. Natürlich sind auch Lügen Bestandteil der Propaganda, jedoch nicht zwingend. Auch Halbwahrheiten oder die Präsentation von Fakten unter Weglassung weiterer (relevanter) Fakten sind möglich. Oft handelt es sich um Kombinationen.

Die o. g. Beispiele lassen den Schluss zu, dass die Nutzung von Propagandatechniken Standard in den deutschen Redaktionsstuben ist. Eine ausgewogene Berichterstattung existiert nur noch in den Träumen hartgesottener Idealisten.

»Lügenpresse«? – Nicht unbedingt.

Medien als Vehikel der Propaganda? – Ja.

Bedauerlich? – In jedem Fall. In jedem einzelnen Fall.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: altermann

Danke für diesen schönen Artikel, den ich zur Lektüre empfohlen habe.

Gravatar: MAX

Lügen der Lügenpresse werden täglich wiederholt ,
und irgendwann dann auch vom Volk als wahr hingenommen.
Diese Strategie wurde schon seit Jahrhunderten verfolgt und funktioniert auch
heute noch.
Wer jeden Tag eine BILD oder SZ kauft , bei dem funktioniert die Gehirnwäsche.

Gravatar: Max Obermaier

Le Bon lesen heißt verstehen, was läuft. Heißt siegen. (La Bon: Psychologie der Massen)

Eine Haupterkenntnis daraus:
In der öffentlichen Debatte geht es nicht darum, Argumente vorzubringen, die dann überzeugen.
Die Verwendung von Argumenten schwächt vielmehr, da derjenige sie offenbar nötig zu haben scheint. Erfolgreich ist stattdessen der, der einfach behauptet. Und wiederholt.

Gravatar: Karin Weber

Ich möchte gerne mal auf einen Fall hinweisen, der möglicherweise gar nicht so geschehen ist, wie man uns das gerne vorgeben möchte.

Der Fall: Man findet einen toten Afrikaner vor einem Asylheim. Im Objekt findet man mutmaßlich Hakenkreuzschmierereien. Der kausale Rückschluss: Das war ein rechtsextremer Überfall!

Mal unter uns: Die Hakenkreuze könnte jeder dorthin geschmiert haben, um so die Fährte in eine gewünschte Richtung zu lenken. Mich würde das nicht mehr wundern. Hinterfragt man, wer von dieser vermeintlichen Sachlage profitiert, dann zieht sich die Schlinge um den Täterkreis deutlich enger. Es ist auch nicht auszuschließen, dass der Mann von Landsleuten ermordet wurde und die besagte Hakenkreuzschmierereien da hinterlassen haben, um von sich abzulenken.

http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_72514440/getoeteter-asylbewerber-in-dresden-anzeige-wegen-ermittlungsfehler-polizei-unter-druck.html

Eine sachliche Debatte und objektive Ermittlung ist eigentlich bei dem von der politischen Klasse und der davon profitierenden Links- und Migrationsindustrie gar nicht mehr möglich.

Gravatar: Monika P.

Was ist eine Halbwahrheit letztendlich anderes als eine Lüge?
Wesentliche Teile der Wahrheit zurückzuhalten bewirkt beim Empfänger eine Falschinformation. Das ist eine Form von Lüge. Daher stimmt der Ausdruck Lügenpresse.
Bald darf man nicht mal mehr "Autobahn" sagen, schon ist man ein Nazi. Aber irgendwie gewöhnt man sich dran...

Gravatar: Marlies Wildberg

Eine sehr gute Analyse der Propaganda unserer Main-Stream-Medien, entspricht der früheren Reichs-Propaganda. Wer diese Hetze und Denunziation gegen pegida nicht versteht, der ist schon Opfer unseres bildungspolitischen Verblödungssystems. Gott sei Dank leben in Sachsen noch vernunftbegabte Menschen. Ich komme zwar nicht aus Sachsen, glaube aber, dass auch die schweigende Mehrheit merkt, welche "Lügenpresse" hier agiert. Zum Glück gibt es auch noch seriöse Journalisten, die sich nicht kaufen lassen.

Gravatar: Michael Schneider-Flagmeyer

Hervorragend und hilfreich! Vielen Dank!
Zu dem Punkt" Vereinfachung und Verkomplizierung" sei an das heute immer noch hochaktuelle Buch von Friedrich Heer erinnert au dem Jahre 1978 "Warum gibt es kein Geistesleben in Deutschland", das man dringend wieder auflegen sollte. Darin legt Heer dar, dass sich bestimmte Fachgruppen ("Experten") gebildet haben, die sich eine Fachsprache mit vielen akademisch klingenden Worten und Fremdwörtern gebastelt haben , um zu verschleiern, dass sie nichts Substanzielles zu sagen haben.
Das gilt heute sicher für einen beachtlichen Teil der Presse aber auch der Politik und sogar eines Teiles des Wissenschaftsbetriebes, siehe Gender.

Gravatar: harald44

WARNUNG an alle Leser und Leserbriefschreiber der sich DIE FREIE WELT nennenden INTERNET-Zeitung! Auch diese gehört verkappt zur den Systemmedien, denn auch sie - DIE FREIE WELT - zensiert und unterdrückt nachweislich Leserbriefe.
Laßt Euch also nicht täuschen!

Gravatar: T. de Ahumada

Das "Unwort" des Jahres 2014 wurde übrigens von Karl Kraus geprägt.
Das Wort "Islamophobie", dass man nun benutzt, um jene zu desavouieren, die dieses "Unwort" benutzen, von Ayatollah Khomeini geschaffen.

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