Nach Linksrutsch der SPD:

Wünscht sich Lafontaine eine neue Sozialistische Einheitspartei ?

Nun soll zusammenkommen, was zusammengehört. Jedenfalls wenn es nach den Vorstellungen von Oskar Lafontaine geht.

Foto: James Steakley [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
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Die SPD findet unter ihren neuen Vorsitzenden gerade zu ihren Wurzeln zurück: zum Sozialismus. Ergänzend zum Motto des Parteitags: »In die neue Zeit« sprach Frau Esken plakativ von »Wir sind Aufbruch« und ergänzte »Den 'echten' Sozialismus gab's bisher noch nicht.« – Da kann ein anderer Linker nicht lange ungehört bleiben. Oskar Lafontaine äußerte sich zu einer möglichen Fusion der beiden linken Parteien. »Ich hielte sie für wünschenswert«, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Allerdings ist der Saarländer ein schlauer Fuchs, denn er ergänzt sofort, er sähe aber »im Moment die Voraussetzungen in beiden Parteien nicht. Es fehlt eine gemeinsame programmatische Grundlage. Und es fehlen Politiker in beiden Parteien, die diese Vereinigung für sinnvoll erachten.« Welche Politik der meint, kann man sich denken: Eine linke Politik. Weg von der Marktwirtschaft, hin zum Sozialismus; weg von der USA, hin zu Russland. Originalton Lafontaine: Die »SPD muss jetzt die Kraft finden, einen neuen Weg einzuschlagen.« Lafontaine hat die Zeichen der Zeit erkannt. Auch er redet von Aufbruch.

In der Linken gefällt das nicht jedem. Eine Abgeordnete aus dem Bundestag twitterte, die Überlegungen »unzeitgemäß« und »überflüssig«. Es gäbe in Deutschland mit der Linkspartei eine sozialistische und mit der SPD eine sozialdemokratische Partei. Die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, ebenfalls Linke, kommentierte ihren Genossen Lafontaine: »Ich stehe für Zwangsvereinigungen nicht zur Verfügung.«

Dabei ist die Idee im Grunde wenigstens ehrlich. Denn ein Zusammenschluss der beiden linken Parteien ist nach dem letzten Parteitag der SPD das Tüpfelchen auf dem »i«. Beide Parteien stehen für Sozialismus – auch wenn der für Terror und Bürgerkrieg, für Massen– und Völkermord steht. Wer es nicht glaubt, sehe sich die Forderungen eines Kevin Kühnert genau genug an; alle sozialistischen Regime haben mit Forderungen nach Enteignung begonnen. Am Ende wurden Kulaken und jeder der nachdenkt erschlagen.

Linke Medien und linke Politiker wollen davon nichts mehr wissen. Was für sie zählt, ist die große Idee. Für sie bleibt der GULAG – ausgesprochen oder auch unausgesprochen – ein Fliegenschiss in der Geschichte der Linken. Doch die deutschen Wähler erinnern sich deutlich an die Jahre im Staatsgefängnis »Made in GDR«. Zwei sozialistische Experimente sind ihnen genug. Und daher liegt die Linke in den Umfragen bei 9 und die SPD bei 11 Prozent. Und wenn eines sicher ist: Nach einer Vereinigung werden das sicher nicht 20 – so viel politische Mathematik sollte der ehemalige Finanzmonster Lafontaine noch beherrschen, auch wenn er das Amt nach kurzer Zeit geradezu fluchtartig verließ.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Frost

Im Gegensatz zu Schröder, hat Lafontaine noch Charakter. Die Mitläufer von Schröder, wie Scholz, Steinmeier, Steinbrück, und die anderen Heinis haben den nicht. gezeigt, z.B. beim Rentenabbau und "Wohnungsklau".Dass die Renten auf so ein tiefes Niveau gesunken sind ,ist auch eine Leistung der Schröder Camarilla. Schröder hat' s den kleinen genommen und den großen gegeben.Und die Systemgeschädigten mussten sich für Hungerlöhne in die Zeitarbeit verdingen. Und Lafontaine, der mit Schröders Politik nicht mehr einverstanden war, galt bei den "Genossen der Bosse" als Verräter. Jetzt, da der SPD, die Felle wegschwimmen, entdecken die plötzlich wieder ihre soziale Ader. Man fragt sich, was wäre, wenn nicht plötzlich, die AfD auf dem Plan erschienen wäre. Hätte sich da bei der liberalen Schröderpartei was geändert. Wohl kaum ! Ob die jetzt den Vorschlag von Lafonaine annehmen ist fraglich. Das werden auch die Pateispenden ins Kalkül gezogen- die dann womöglich an die FDP gehen.

Gravatar: Thomas Waibel

Wenn die SPD sich mit der SED fusionieren würde, wäre das seht zu begrüßen, weil das den Untergang der SPD beschleunigen würde.

Gravatar: Rita Kubier

Lafontaine, ein unrealistischer linker Träumer, der in blinder marxistischer Illusion der umbenannten alten diktatorischen SED beigetreten ist, deren wahren "Charakter" und Ziele er entweder nicht erkennt oder nicht erkennen will. Lafontaine macht sich einfach selbst etwas vor und träumt von etwas, was den Realitäten völlig widerspricht, da das, was er sich erträumt, nie eintreten wird und kann. Er befindet sich also fern jeglicher LINKER Realität. Wahrscheinlich auch deshalb, weil es ihm selbst - dank seines finanziellen Wohlstands - immer sehr gut ging und er dadurch bestens leben kann. Er weiß also gar nicht wirklich, wovon er eigentlich spricht.

Gravatar: Walter

Das Lafontaine ein Linker mit Verstand ist kann man doch nicht bestreiten, wenn man das Verhalten der anderen Linken und Grünen Ideologen betrachtet. Das bei ihm hohe soziale Kompetenz vorhanden ist kann doch nicht negativ bewertet werden. Dies war doch einer der Gründe, warum er die Regierung des Genossen der Bosse "Schröder " mit seiner unsäglichen Agenda 2010 verlassen hatte - von der manche inkompertenten Politiker heute noch behaupten, sie hätte das Land vorangebracht.
Damit wurde nur ein großer Niedriglohnsektor und die Ausweitung der Leih - und Zeitarbeit geschaffen. Lafontaine und Wagenknecht waren doch die einzigen Politiker der Altparteien, welche sich sehr kritisch zu der von der CDU und vor allem der Kanzlerin Merkel initiierten Massenzuwanderung geäußert haben und dazu von den eigenen Linken gemobbt wurden. Lafontaine liegt damit auf der Linie der großen SPD - Politiker "Brandt und Schmidt" und diese Linie war richtig.

Gravatar: Walter

Das "Lafontaine" ein "Linker" Politiker mit guter sozialer Einstellung ist, kann doch nicht als negativ gewertet werden. Mit seiner Frau "Sahra Wagenknecht" sind sie doch die einzigen Politiker der Altparteien in diesem Land, welche sich kritisch zur Massenzuwanderung geäußert haben. Er liegt damit auf der Linie der beiden großen SPD - Politiker "Willy Brandt" und "Helmut Schmidt" und diese Linie war richtig. Das werden die Bürger dieses Landes noch zu spüren bekommen.

Gravatar: Werner

Lafontaine war schon immer der größte, sozialistische Träumer. Ich erinnere daran als er sagte: " Wenn ein Unternehmer eine zweite Halle baut, dann soll er sie den Arbeitern schenken." Oder so ähnlich, vielleicht kann er das wiederholen.
Bei seinen Aussagen lässt sich erkennen, dass er Sozialismus als eine Art Schlaraffenland sieht, wo überall Tischlein Deck dich in der Gegend herum stehen und jeder ohne Materialmangel und Schlange stehen, kostenfrei zugreifen kann. Die Frage wo das alles herkommen soll, stellt sich für ihn, in seiner Naivität nicht. Er selber lebt ja schon immer sorgenfrei, in einer höchst angenehmen Sphäre, wo Sozialismus nicht zur Debatte steht.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

„Nach Linksrutsch der SPD:
Wünscht sich Lafontaine eine neue Sozialistische Einheitspartei?“ ...

Ist das mit göttlicher(?) Hilfe
https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/cdu-und-spd-die-neue-deutsche-einheitspartei/6324872.html?ticket=ST-35199970-nz0t2AIhgTyw3FflAfbs-ap2
und einer ordentlichen Portion „Populismus“ nicht sogar vorstellbar?

... „Die Begriffe populistisch, Populismus, und Populisten hört man nur selten in Gesprächen auf der Straße oder in Kneipen. Sie wurden in Umlauf gebracht und werden in erster Linie benutzt von Fernseh-, Radio- und ZeitungsjournalistInnen, von PolitikerInnen und PolitikwissenschaftlerInnen. Man darf davon ausgehen, dass sie diese Wörter wählen, obwohl oder gerade weil sie wissen, dass sie vom Lateinischen populus (= Volk) stammen.“ ... „Die diese Wörter in den Medien gebrauchen, definieren nicht, was genau sie damit meinen. Klar ist jedoch, dass „populistisch“ immer abwertend gemeint ist“!
https://www.freitag.de/autoren/juergen-buxbaum/populismus

Weil es „das Volk“ aus Sicht unserer(?) göttlichen(?) Politiker der Altparteien nicht anders verdient???

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