Fledermaus gegen Fledermaus

Widersprüche bei den Öko-Aktivisten

Während grüne Aktivisten ihr Herz für den Hambacher Forst entdeckt haben, erweisen sie sich nur wenige Kilometer entfernt als besonders herzlos. Was an einer Stelle geschützt und verteidigt werden soll, wird an anderer Stelle in viel größerem Maßstab vernichtet. Es ist ein Rätsel, wie grüne Aktivisten solche Widersprüche aushalten können. Es macht sie unglaubwürdig.

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»Während Aktivisten im Hambacher Forst um den Erhalt der Bäume kämpfen, fallen wenige Kilometer entfernt unbeachtet tausende Bäume, um Platz zu machen für Windkraftanlagen«, berichtet der WDR. Dabei lebten da genauso bedrohte und geschützte Tiere – etwa der Schwarzstorch; der Rotmilan, der besonders unter der Windkraft zu leiden hat, und die Gelbbauchkröte.

Die grünen Aktivisten haben nicht nur mit dem Widerspruch zu kämpfen, dass es – was sie offenbar vergessen haben – die von ihnen gewählte rot-grüne Regierung war, die das Abholzen, das sie nun so leidenschaftlich bekämpfen, genehmigt hat. Sie müssten auch sich selbst und der Öffentlichkeit erklären können, wieso sie an einer Stelle den Wald retten wollen und an anderer Stelle eine noch größere Fläche opfern.

Klima und Naturschutz seien »angemessen ausgeglichen«, wenn Wald für Windkraft geopfert wird. So sagt es Wibke Brems, die energiepolitische Sprecherin der Grünen im Landtag in Nordrhein-Westfalen. Wieso gab es dann Proteste?

Der ehemalige grüne Spitzenpolitiker im NRW-Landtag Reiner Priggen ist heute Vorsitzender des Landesverbands Erneuerbare Energien NRW. »Der Wald kann nicht grundsätzlich tabu sein«, sagt er. Ohne Nutzung der Waldflächen reichten die Standorte nicht aus, »um die Energiewende zu schaffen und damit die Klimaschutzziele zu erreichen«.

Was wollen sie denn nun?

Im ZDF gibt es auf Hessen bezogen einen Bericht zu dem Thema, der die bezeichnende Überschrift trägt: »Grün gegen Grün«. Wie kann man so eine Partei ernst nehmen? Können die sich nicht erst einmal unter sich einigen? Es ist keine Kleinigkeit. Das Engagement verliert jede Glaubwürdigkeit, wenn es sich auf einen kleinen Bereich reduziert und dabei einen größeren außer Acht lässt.

Auf der Achse des Guten findet sich eine gute Übersicht mit vielen Verweisen: So hat sich » … die Anzahl der Windenergieanlagen im Wald innerhalb Deutschlands seit 2010 versiebenfacht. Alleine zwischen 2010 und 2015 wurden nach einer Statistik der Stiftung 859 Anlagen im Wald errichtet. Den bisher stärksten Zubau gab es dann 2016 mit 387 Neuanlagen«, heißt es da.

Das Umweltministerium verkündet es ganz offiziell: »Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich 0,5 Hektar Wald pro Anlage dauerhaft in Anspruch genommen … werden muss«. Das heißt: die Vernichtung von Waldbestand ist geplant.

In Deutschland fallen den Windkraftanlagen heute im Jahr insgesamt bis zu 250.000 Fledermäuse und über 12.000 Greifvögel zum Opfer. Was sagt Greenpeace dazu? Greenpeace fördert diese Entwicklung nach Kräften! Einerseits.

Andererseits wollen sie den Hambacher Wald retten. Warum? »Der Hambacher Wald ist ein ökologisches Kleinod und Heimat vieler geschützter Arten. Hier lebt zum Beispiel die bedrohte Bechsteinfledermaus«.

Es gibt also nicht nur eine Spaltung in Helldeutschland und Dunkeldeutschland. Es gibt nicht nur eine Trennung in Gut-Menschen und Böse-Menschen, es gibt sogar gute Fledermäuse und nicht-so-gute Fledermäuse.

Tatsächlich geht der Riss mitten durch den grünen Aktivisten hindurch. Seine freiwillige Halbblindheit macht ihn so verzweifelt.

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Hans-Peter Klein

Immerhin mal eine Zahl über die es sich zu diskutieren lohnt.
Laut BMU:
" »Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich 0,5 Hektar Wald pro Anlage dauerhaft in Anspruch genommen … werden muss«.

0,5 Hektar, das ist eine Fläche von ca. 70m x 70 m pro Windkraftanlage.

Beim Reinhardswald hieß es doch 800 Hektar für 20 Windkraftanlagen, also 40 Hektar pro Windkraftanlage, die angeblich "zerstört" werden, inkl. 800 Jahre alter Eichen.
Nach BMU wären es aber lediglich 10 Hektar von 800 Hektar Reinhardswald, entspricht 1,25 % der Fläche.

Hmmmhhh,
einmal 70m x 70m,
anders mal 40 Hektar
pro Windkraftanlage.

JaWattNu?

Der "Riss" den Sie beschreiben,
er lautet eben nicht " gute gegen nicht-so gute Fledermäuse",

sondern :
Schaufelbagger-RambaZamba
gegen
1,25 % dauerhafte Inanspruchnahme, am Beispiel Reinhardswald.

Auf wen trifft der Satz:
"... die Vernichtung von Waldbestand ist geplant. "
denn jetzt eher zu ?

Hier stehen sich gegenüber:
- dauerhafte Zerstörung (Schaufelbagger), 100% der Fläche
- dauerhafte Inanspruchnahme (Windkraft), 1,25 % der Fläche

Damit ist auch klar:
- Die Energiewende ist kein Schlaraffenland, das wurde nie behauptet
- Die Energiewende ist aber machbar, bei vernünftiger Abwägung zwischen dauerhafter 100 %-iger Zerstörung und reversibel dauerhafter Inanspruchnahme eines relativen geringen Flächenanteils durch Erneuerbare Energien.

Wo sind denn nun die größeren Widersprüche?
- Bei den Öko-Aktivisten
- Bei der Ramba Zamba-Braunkohle-Fraktion

MfG, HPK

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Während grüne Aktivisten ihr Herz für den Hambacher Forst entdeckt haben, erweisen sie sich nur wenige Kilometer entfernt als besonders herzlos.“ ...

Nun; „der schwäbische Landtagskandidat der Grünen, Tobias Himpenmacher, hat ein gutes, weil linkes Weltbild. Alle die von diesem abweichen, sind nach seiner Lesart „integrationsunwillige Rechtsextreme“ für die der Linke auch die finale Lösung parat hat: Einrichtungen zur „zentralisierte Unterbringung von Neonazis“.“ ...
https://www.journalistenwatch.com/2018/10/10/linke-landtagskandidat-unterbringung/

Verwechselte der Himpenbacher – wie scheinbar bei den Grünen üblich – die von ihm wohl schon deshalb als „Neonazis“ Bezeichneten mit dem von ihm vertretenen Klientel, weil sich die von ihm Benannten dem auch m. E. faschistischen Kurs von - für mich offensichtlich – auch der seinen Göttin(?) entgegenstellen ... und wäre damit sogar völlig EU-konform???
https://salomablog.wordpress.com/2013/10/13/eu-umerziehungslager-andersdenkende-16572407/

Gravatar: Hannes

Grüne haben mal wieder bewiesen, dass sie gaaaanz ganz miese Partner sind...

Über Das, was rechtsstaatlich genehmigt war, musste nochmal ein rot-grüner Kompromiss drüber und da es immer noch nicht der grünen Gesinnung entsprach wurden die linksgrünen Gutmenschen an der Basis aktiviert, die in staatsfeindlich, terroristischer Weise die Umsetzung torpedierten...

Und ein weiterer Witz, als jemand durch eine illegal errichtete bauliche Anlage zu Tode gebracht wurde, wird nichts gegen die Verursacher, sprich den Erbauer, unternommen sondern nur weiter die linksgrüne Gesinnungsdiktatur umgesetzt... dem örtlich zuständigen Bauamt müsste durch die fortwährende Duldung dieser illegal errichteten Anlagen eigentlich der Arsch auf Grundeis gehen...

Gravatar: Dafranzl

...und jetzt, nach dem Urteil, ziehen die Irren wieder in den Hambacher Wald und vertreiben die letzten Fledermäuse, die sich zur Zeit in Ruhe paaren wollten...

Gravatar: Hans von Atzigen

Nun das die sog. Grünen gar nicht soooo grün im Sinne
von Ökologisch sind das ist aufmerksam kritischen
Beobachtern längst aufgefallen.
DasTreibende Element dieser in erdrückendem ausmass
gar nich sooo Ökologischen ,,Bewegung,, oder wie auch immer ist Ideologisch tief eingefärbter Dogmatismus,
bis zum Totalen Wiederspruch, und Dummheit.
Vor allem sind diese Grünen offenbar nicht sooo auf der
höhe der aktuellen technischen Entwicklung.
Zudem aus dem Kreis dieser Pseudogrünen kommt sehr selten auch brauchbares an Innovationen.
Dafür so einiges an unbrauchbarer heisser Luft.
Nun es gibt auch interessantes in Richtung Windkraftanlagen.
Anlageideen die deutlich weniger Landschafts und
Umweltschäden anrichten.
Das verbringen von sehr grossen Einzelelemente Zb.
Rotorflügeln ervordert einen entsprechenden Aufwand.
In der Richtung ist eine Alternative mit einem sehr hohen
Anteil an ,,Baukastenanteil,, in Vorbereitung.
Für interessierte:
www.agilewindpower.com

Gravatar: Werner Mueller

"»Während Aktivisten im Hambacher Forst um den Erhalt der Bäume kämpfen, fallen wenige Kilometer entfernt unbeachtet tausende Bäume, um Platz zu machen für Windkraftanlagen«"

Der Braunkohletagebau nimmt am Tag, Bundesweit ca. 2 Hektar (20.000m²) neu in Anspruch.

Nun werden vom Hambacher Forst ca. 100 Hektar benötigt, also lieg da die Braunkohlemenge für ca. 50 Tage.

Heute ist der 10.10.2018 und bereits am 30.11.2018 braucht man wieder z.B. 100 Hektar vom Hambacher Forst.

Eine Windkraftanlage liefert Jahrzehnte lang Strom ab.
Die gefällten Waldflächen werden natürlich auf andere Stelle wieder angepflanzt.

Gravatar: Egon Dirks

Werte Redaktion,...

...es tut mir leid, aber wir tanzen alle der wilden und fremden Musik nach! Die Musikmacher in diesem Fall sind die rot-Grüne elektroahnungslose EE-Matrosen, die überzeugt sind, dass alle genauso Elektroschafe sind, wie sie selbst!

"...Das Umweltministerium verkündet es ganz offiziell: »Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich 0,5 Hektar Wald pro Anlage dauerhaft in Anspruch genommen … werden muss«. Das heißt: die Vernichtung von Waldbestand ist geplant."

Ja, das heißt richtig und nicht nur Vernichtung des Waldes, sondern auch Ermordung all Waldtieren ist geplant und wird kaltblutig durchgesetzt, WEIL von diesen Wald-WKAs kommt keine einzige Kilowattstunde ins Netz, hier geht es um reine Flächennutzung und Geldraub den Klimazielen zuliebe! Hier sage ich, dass Frau Beatrix von Storch sollte nicht nur mit den Ingenieuren aus Afrika zu tun zu haben, sondern Mal einige hochrangige rot-Grüne EE-Matrosen fragen: Wie wird von einem bestimmten Waldwindrad der Windstrom genutzt? Keine Ahnung, dumm, wie Schafe! Für diese EE-Matrosen erkläre ich es noch einmal. Jede Wald-WKA ist eine Hochspannungsanlage meist 10 kV, deren Anschluss ans NETZ kann NUR im Umspannwerk stattfinden, nehmen wir zwei Landkreisstädte, wie Regensburg oder Weiden, Regensburg hat zwei UW 110/20/6-10 kV(Gabelsberger- und Lilienthalstr.) und wenn irgendwo im Kreis zwei oder zehn WKAs aufgestellt werden, da müssen die Anschlussleitungen 10 kV (Freiletungen oder Kabel) zu einer von diesen zwei UW gezogen werden, egal ob sie 10 oder 50 km weit sind und die UWs müssen auf zwei oder zehn Anschlusskamern erweitert werde, so dass jede WKA seine Anschlusskamer 10 kV hat. Und so auch in Weiden und in ganz Deutschland! ODER, 50-60 naheliegende WKAs verbunden mit 10 kV Frei- oder Kabelleitungen bilden ein NEUES UW 10/110 kV und weiter per Leitungen 110 kV zu Großstromverbauchern. Das sind Elektro-Gesetze und man kann sich vorstellen, was das für ein Spinnenstromnetz 10/110 kV gewesen wäre, wenn alle zehntausende WKAs ans Netz gegangen wären, das sind mindestens 60 000 km Leitungen 10 kV und 200 neue Umspannwerke 10/110 kV.

Da braucht man nicht viel debatieren, ist doch nichts Einfacheres, als die Anschlüsse per Kommission überprüfen, ODER, noch besser, das solten doch bei 200 NEUE UW geben, paar Offshore UW haben wie schon erreicht, aber kein EINS auf dem Land, also, sind tausende bestehende UW, die den Konzernen gehören, auf zehtausende WKAs Anschlusse erweitert worden und da kann man nur lustig Lachen..., so faszinierend einfach ist das ELEKTRO, wenn man sich da auskennt...

Ich eile nicht, ich schreibe das schon nicht das erste Mal, Offshore-Windparks, das ist was anderes, das ist Windstrom im industiellen Maßstab, das nutzen alle Elektro-Großen; was wir aber mit Windstrom am Land machen, das ist ein reines elektroenergetisches Verbrechen und das ist praktisch schon auf dem Tisch, so elektrodumm, können NUR die rot-Grünen EE-Matrosen sein...

Beste Grüße.

Gravatar: Werner Mueller

Von einem m² Braunkohleabbaugebiet bekommt man ca. 18.000 kWh Strom.

" »Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich 0,5 Hektar Wald pro Anlage dauerhaft in Anspruch genommen … werden muss«“


Also sind das 5000 m² und bei der Braunkohle bekommt man von 5000 m² ca. 90.000.000 kWh Strom.

Nun erzeugt eine heutige Windkraftanlage, z.B. 4,2MW ca. 10.000.000 kWh im Jahr.
Nach 9 Jahren hat die Windkraftanlage die selbe Strommenge erzeugt wie beim abbaggern von 0,5 Hektar bei der Braunkohle an Strom erzeugt wird.

Nun, im Jahr 10, 11, 12, 13 u.s.w. liefert das Windrad immer noch Strom von den „5000m²“

Bei der Braunkohle ist Schluss bei 90.000.000kWh, die 5000m² sind abgebaut.

Gravatar: Gottfried Silex

Werter HPK,
Sie berücksichtigen wohl nicht, dass der weitaus größere Rodungsaufwand durch Anlegen von Wegen und Schneisen für der Transport der Windkraftanlagen zum Aufstellungsort entsteht. Die Anlage selbst mag dauerhaft "nur" 70X70m in Anspruch nehmen, der größere Rest muss wieder aufgeforstet werden, aber es werden weiterhin -auch nach der Inbetriebnahme- mit LKW befahrbare Zufahrtswege für Wartungsarbeiten gebraucht.

Was den Hambacher Forst angeht, so hat RWE seit 1978 auf der Sophienhöhe 700ha Wald mit 10.000.000 i. W. 10 Millionen Bäume angelegt. Die Aufforstung geht mit dem Kohleabbau Hand in Hand weiter. Es entstandenen dort über 100km Wanderwege. Merkwürdig, dass diese überprüfbaren, m.E. ökologisch vorbildlichen Massnahmen in der Berichterstattung der ÖR-Medien und der Presse immer zu kurz kommen und auch von den sogen. Öko-Aktivisten keinesfalls zur Kenntnis genommen werden (wollen).
MfG.

Gravatar: Hans Kolpak

Obwohl Kohlendioxid und Methan für das Wetter bedeutungslos sind, weil beide Spurengase in der Atmosphäre auch ohne die Existenz von Menschen völlig normal sind, ist es interessant zu beobachten, wie die Phantasien der politischen Lobbyorganisation IPCC Behörden in vielen Ländern beflügeln.

Warum ist nach zwanzig Jahren Energiewende in Deutschland der Strom doppelt so teuer? Die Energiedichte des Sonnenlichtes ist so gering im Vergleich zum einem Dampfkraftwerk, dass eine Stromgewinnung aus Sonnenlicht unwirtschaftlich bleiben muss, wenn man dies betreibt, um den Strom ins Netz einzuspeisen. Man kann auch kein Stahlwerk und kein Aluminumwerk mit FakePower betreiben, von der übrigen Industrie ganz zu schweigen.

Außerdem gibt es die technische Grenze von rund 45 Prozent. So viel stabiler synchronisierter Strom aus Dampfkraftwerken MUSS eingespeist werden. Maximal 55 Prozent FakePower können eingespeist werden, andernfalls kollabiert das Netz. Diese technische Grenze wird seit Jahren immer wieder erreicht, was einen weiteren Ausbau von FakePower zum einem Betrug macht und jeden Beteiligtem zu einem Betrüger.

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