Weil sich der französische Staatspräsident François Hollande bös in seinem Ton in Richtung Wladimir Putin vergriffen hatte, hatte der russische Präsident seinen geplanten Frankreich-Besuch abgesagt. Merkel nutzte diese Absage, um die beiden sowie den ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko zu einem Staatsbesuch nach Berlin einzuladen. Inhalt dieser Gespräche sollten Beratungen über die Lösung des Konfliktes in der Ukraine sein.
Was mit viel Vorschusslorbeeren bedacht war, stellt sich im Nachlauf des Besuches als jede Menge heißer Luft heraus. Die von Merkel und Hollande angedrohten wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland wegen der Geschehnisse in Syrien machten auf Putin genau so wenig Eindruck wie die von Merkel in der Pressekonferenz angeführte »sehr klare und auch sehr harte Aussprache«.
Es schien eher so, dass Putin, im Gegensatz zu Merkel und Hollande, ganz klare Vorstellungen von dem Gespräch hatte. So fiel es ihm auch leicht, die zuvor schon beschlossene Feuerpause in Aleppo auf elf Stunden zu verlängern. Damit soll humanitäre Hilfe für die notleidenden Menschen in der umkämpften Stadt ermöglicht werden. Außerdem erklärte Putin, dass Russland zu einer weiteren Verlängerung der Waffenruhe bereit sei. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass sich auch die anderen bewaffneten Gruppen in Aleppo dazu bereit erklärten.
Und obwohl dieses Treffen ausging wie das Hornberger Schießen versucht sich Merkel als Gestalterin darzustellen. Es sei, so lautet ihr Fazit, »dringend notwendig, immer wieder solche Treffen zu machen, um das Momentum nicht zu verlieren«. Fraglich ist und bliebt, ob sie jemals dieses »Momentum« besessen hat. Oder ob das ganze nur arrangiert wurde, um als Alibi-Veranstaltung zu dienen. Schließlich kann sie ja jetzt behaupten, dass sie alles versucht habe, um eine Lösung der Probleme herbeizuführen.


Kommentare zum Artikel
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Na ist denn das...2
Eine Theoretische Frage die sich praktisch so nicht stellt ????
Es ist ein Wunder das Putin sich mit dieser Frau überhaupt an einen Tisch setzt.
Ich glaube kaum, dass Putin sich zum reinen Statisten in einer innerdeutschen Merkel-PR-Show degradieren lässt.
Irgendwas werden die bequatscht haben. Etwas, das man uns aber wohl nicht erzählen will, um unsere schlichten Michel-Gemüter vor all zu viel Denkarbeit zu schützen.
Genau dafür haben wir unsere Muddi doch mehrheitlich gewählt! Genau dafür himmeln wir sie mehrheitlich doch immer noch an. Einfach toll wie sie z.B. die bedrohliche Klimaerwärmung allein durch frostiges anglotzen von arktischen Eisbergen stoppen oder zumindest bremsen konnte.
Das ist echte Magie! Das ist das Holz, aus dem das Volk seine Bretter vorm Glomskopp bastelt.
...es kommt doch gar nicht darauf an, was Merkel gesagt hat. Es kommt darauf an, wer Merkel gesagt hat, was sie sagen soll.
Dieser Kanzlerdarstellerin stehen in der CDU ab heute einige Wochen bevor, in der über ihre erneute K-Nominierung intern "diskutiert" wird.
Der "transatlantische Wächterrart" (diverse deutsche US-Think-Tanks aus Politikern, Journalisten und sog. "Wissenschaftlern") ist insbesondere in der CDU einflussreich und stark - und den kann Merkel nicht mit einem Kurs kränken, der den Interessen der USA widerspricht.
Minimale Zugeständnisse gegenüber Russland würden ihr politisch persönlich schaden. Das weiß Merkel, denn diese Akteure bestimmen im Hintergrund den Kurs, der von der BRD verlangt wird, nicht selten, weil davon auch ihre eigenen Karrieren abhängen.
Die ganze Regierungszeit von Merkel ist eine EINZIGE "Alibi-Veranstaltung".
Der Frau ist doch egal, wer ihre Sänfte trägt. Es ist ihr auch egal, wo die Sänfte hingetragen wird. Hauptsache, sie sitzt drin.