Der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer hatte in den vergangenen Wochen stets eine harte Linie in der Flüchtlingspolitik präferiert. Für seine Partei, die CSU, sei eine verbindliche, feste Obergrenze von 200.000 Personen pro Jahr ein Fixpunkt, über den sich nicht diskutieren ließe. Mit diesen markanten Worten war Seehofer auf offenen Konfrontationskurs zu Merkel gegangen.
In der Zwischenzeit aber ist Seehofer wieder einmal vor Merkel eingeknickt und hat den Schwanz eingezogen. Nach einem sogenannten vertraulichen Gespräch zwischen Merkel und Seehofer in der vergangenen Woche klingen die Töne aus München ganz und gar nicht mehr nach klarer CSU-Linie sondern nach weichgespülter Merkel-Politik.
Seehofer wird mit folgenden Worten in der »Bild am Sonntag« zitiert: »Es hat in der Beziehung zwischen CSU und CDU eine erfreuliche Entwicklung gegeben. Nach meinen letzten persönlichen Gesprächen mit Angela Merkel gibt es aus meiner Sicht durchaus große konkrete Schnittmengen zwischen den Unionsparteien bei der Steuer, der Rente und bei der Flüchtlingsfrage.«
Kein Wort mehr von der festen Obergrenze. Wieder einmal stellen sich Seehofers markige Worte bestenfalls als heiße Luft heraus. Wieder einmal zeigt es sich, dass Seehofers angebliche klare Kante eine Wellenlinie ist und das er, wie immer wenn es hart auf hart kommt, vor Merkel auf die Knie fällt.


Kommentare zum Artikel
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Prima Artikel, der das Wesentliche der Sache anspricht.
Franz Josef Strauß der von der heimischen Bevölkerung geliebte Übervater muss sich sich im Grabe umdrehen über das unwürdige Verhalten des Herrn Seehofer, das man nur mit Schmutzeleien bezeichnen kann, zum persönlichen Machterhalt für das schönste Amtes der Welt. (Ministerpräsident in Bayern zu sein. gemäß Franz Josef)
Selbst wenn er vom Rednerpult fallen sollte, wird er immer wieder versuchen sein Amt zu bewahren und den Merkelgegner Söder mit allen Mitteln verhindern (Höchstwahrscheinlich Anordnung von Frau Dr. Merkel) Seine berühmte Spielzeug-Eisenbahn im Keller muss noch warten. Nur wenn die AfD in Bayern richtig zulegt, muss Herr Seehofer seinen Hut vorzeitig nehmen. Die Bayerischen Wähler werden werden sich nicht länger die von Merkel inszenierte Komödie Merkel- Seehofer tatenlos anschauen.
Anton
Was der liebe Horst bräuchte, wären " EIER" um einen weltbekannten deutschen Torhüter zu zitieren.
Aber dazu gehören Mut, Entschlossenheit, Wagnis und Standkraft.
Alles Attribute, die dem Horst fremd sein dürften.
Das ist der Grund warum die CSU auch heuer noch eine Regionalpartei ist, die bundesweit keine 6% einsammeln würde.
Da ist die AFD wesentlich weiter obwohl viel jünger und bereits bundesweit mit 15% + aufgestellt.
Das ist auch der Grund, warum die CSU in Bayern bei den Landtagswahlen die absolute Mehrheit verlieren wird.
Schaut mal nach Ingolstadt.
Da hat ein charismatischer Bystron von der AFD vor Hunderten vor seinen begeisterten Anhängern gesprochen, wovon viele ehemalige enttäuschte CSU Wähler waren.
[Gekürzt. Die Red.]
Der Seehofer ist für mich nicht mehr glaubwürdig. Damit ist er in der Altlastenpolitik jedoch kein "Einzelschicksal". Weg, alle weg ... die sollen alle ihre Koffer packen und endlich Leute ranlassen, die ehrlich sind und die auch positiv was FÜR Deutschland und seine autochthonen Bürger bewegen wollen.
So wird aus dem bayrischen Löwen regelmässig der bayrische Dackel. Aber damit tut man den Dackeln wirklich unrecht. Wenn man sieht, wie sich so ein kleiner Kerl während der Jagd in einen Dachsbau begibt, um sich mit einem Gegner anzulegen, der wesentlich grösser ist, als er selbst, ist der Dackel wohl ein schlechtes Beispiel. Nein, Herr Seehofer. An den Dackel kommen sie nicht ran. Welches Tierchen passt wohl am besten zu ihm?
Alleine mit der grandiosen Forderung nach einer Flüchtlingsobergrenze von 200.000 pro Jahr hat sich Seehofer selbst ins Knie geschossen. Unumgänglich wären schließlich minus 2 Millionen deplatzierte Personen pro Monat.
Nach Dachau 2002 würde ich jedes Wahlergebnis, in dem die CSU nicht deutlich im zweistelligen Bereich verliert, als brutale Wahlfälschung bezeichnen. Da müssen zwingend Wahlbeobachter her!
Eins noch. Ob die AfD nun echt ist oder nicht, wenn das Volk die Wahl zwischen Merkel und Schulz hat, könnte es - vielleicht - auch in Deutschland einen "Trump-Effekt" geben. Da die AfD keinen Kanzlerkandidaten aufstellen will, sollte sie also wenigstens inoffiziell jemanden haben, der die Sache im Falle eines Falles übernehmen kann.