Im Dezember 2017 wurde Anzeige gegen einen chinesischen Souvenirhändler, einen legalen Einwanderer, erstattet, weil er den Namen des Papstes auf nicht genehmigten Souvenirs reproduziert hatte. Schleichwerbung sozusagen.
Die beiden chinesischen Ladenbesitzer hatten keine Lizenz für Autorenrechte samt des zugehörigen Vertrags. Sie verteidigten sich, indem sie sich darauf beriefen, das getan zu haben, was jeder in Rom tue, es habe sich noch niemals jemand beklagt.
Auslöser des Aufspürens von Urheberrechtsverletzungen war eine Satireausgabe des „L’Osservatore Romano“, der de facto offiziellen Zeitung des Vatikans.
Zu ihrer Überraschung erhielten Kurienbischöfe und Vatikanmitarbeiter am 9. Februar 2017 per E-Mail eine „Ausgabe“, in der der „unverwechselbare“ Stil des Pontifikats auf die Schippe genommen wurde. Die satirische Scheinausgabe folgte einige Tage später auf Englisch.
Allgemein wurde die Aktion als eine Art schriftlicher „Pasquinate“ aufgenommen, einer römischen Statue, an die in der Zeit der päpstlichen Herrschaft ironische und satirische Gedichte über die Regierung (den Papst) angeheftet wurden –unbehelligt. Die Römer nennen sie liebevoll „sprechende Statue“. Pressefreiheit aus vergangenen Zeiten.
Reagiert hat der Vatikan mit einer Erklärung, die den Gebrauch von Bildern des Papstes ohne Genehmigung untersagt und auch den Gebrauch des Vatikan-Symbols, die päpstliche Tiara mit den Schlüsseln, strenger Kontrolle unterwirft.
Im Text heißt es: „Um […] aufgetretene Situationen der Illegalität zu ahnden, wird das Staatssekretariat systematische Überwachungsaktivitäten durchführen, um die Art und Weise zu verfolgen, wie das Bild des Heiligen Vaters und die Wappen des Heiligen Stuhls gebraucht werden. Bei Bedarf wird mit entsprechenden Maßregelungen eingegriffen.“
Bereits mehrere (papsttreue) Nachrichten- und Webseiten mussten ihr Logo ändern, um den neuen Rechtsbestimmungen nachzukommen. Franziskusfreie Zone sozusagen.
Die beiden Chinesen des römischen Ladens wurde zu vier Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt.
Laut des Messaggero wurden bereits mehrere Fälle zur Anzeige gebracht. Die Autoren der „Pasquinaten“-Email sind weiterhin unbekannt.



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Römische Graffiti: "Bergoglio, non ti voglio!"
(Bergoglio, ich will Dich nicht!)