Kardinal Parolin geschasst

Vatikanischem Staatssekretariat finanzielle Mittel entzogen

Nach einer Kreditanfrage über 150 Mio. Euro hat Kardinal Pietro Parolin sein Vertrauen bei Papst Franziskus verspielt: der vatikanische Finanzskandal weitet sich aus

Kremlin.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
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Einen 150 Mio. Euro Kredit erbat der Vatikanische Staatssekretär Pietro Parolin von einer englischen Bank für die »Nöte des Heiligen Stuhls.«

Kardinal Parolins geheimer Brief wurde von der italienischen Presse veröffentlicht, und wurde Teil eines eingehenden Artikels von Emiliano Fittipaldi.

Dieser geheime Brief schreibt die Geschichte des vatikanischen Finanzskandals neu, die in den letzten anderthalb Jahren den Vatikan in seinen Grundfesten erschüttert hat. Das Dokument erklärt unter anderem, samt der Kreditanfrage Parolins, warum die Beziehungen zwischen Franziskus und seiner »rechten Hand« in der letzten Zeit erkaltet sind.

Kurz vor Weihnachten hatte Papst Franziskus beantragt, die Verantwortung für Finanzmittel und Immobilienvermögen, einschließlich einer umstrittenen Londoner Immobilie, aus den Händen des Staatssekretariat zu entfernen. Der Papst forderte, dass die Verantwortung und Verwaltung der Mittel und Investitionen stattdessen der APSA übertragen wird, die als Schatzkammer und Staatsverwalter des Heiligen Stuhls fungiert und auch die Lohn- und Betriebskosten für die Vatikanstadt verwaltet. Damit entzog Franziskus Kardinal Parolin alle finanziellen Mittel.

Auch der ehemalige stellvertretende Staatssekretär, Angelo Becciu – dessen Intrigen gegen Kardinal George Pell kürzlich aufgedeckt wurden – spielte bei den krummen Finanzgeschäften eine Rolle.

Kardinalstaatssekretär Parolins Anfrage auf einen Kredit ließe sich in diesem Kontext besser verstehen: das Geld solle dazu dienen, ihn finanziell von den von Franziskus zur Verfügung gestellten Mittel unabhängig zu machen und es ihm ermöglichen, weitere Geldinvestitionen zu tätigen.

Gegen den Vatikan wird seit dem 2. Juli 2019 wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten ermittelt. Gianfranco Mammì, Generaldirektor der IOR – der sogenannten »Vatikanbank« - hatte eine Beschwerde eingereicht, die ein Untersuchung auslöste. Die Nachforschungen begannen, nachdem der Skandal einer Investition von über 200 Mio. Euro aufgedeckt wurde, mit dem ein Londoner Anwesen in Sloane Avenue gekauft wurde. Das Geld kam aus dem Peterspfennig, dem Spendenkonto des Vatikans, und schaffte ein Finanzloch von über »100 Mio. Euro«.

Die jüngste Kreditanfrage von Kardinal Parolin über 150 Mio. Euro sollte »institutionellen Gründen« dienen.

Bisher bleibt die Verwicklung von Papst Franziskus unklar. Die jüngsten Entscheidungen, Parolin der Verantwortung der Finanzen zu entziehen und ihn de facto zu schassen könnten ein Indiz darauf sein, dass Franziskus Vertrauen in seinen ehemaligen »Vollstrecker« verloren hat und ihm auch seine zukünftige Karriere im Vatikan »verbauen« will. Parolin ist auch für das geheime Vatikan-Abkommen mit China verantwortlich, dass die katholische Kirche dem kommunistischen Regime ausliefert.

In den kommenden Wochen werden weitere Aufdeckungen des Finanzskandals erwartet.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Rita Kubier

Sumpf und und stinkender Dreck wohin man auch schauen mag bei den Mächtigen und Herrschenden!! Da bildet auch oder erst recht die Katholische Kirche keine Ausnahme!! Wer heute DORT noch Mitglied ist, ist selber schuld, denn der mehrt, nährt und vergrößert mit seinen privaten Mitteln, der Kirchensteuer oder/und Spenden, diesen Sumpf! Austreten ist die einzige richtige und notwendige Option, die so schnell wie möglich veranlasst werden sollte, wer es noch immer nicht getan hat!!

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