Gastbeitrag von Marcos Machado

Vatikan verletzt nationale Souveränität Brasiliens

Kardinal Parolin verletzt das Subsidiaritätsprinzip in der UNO: Bezüglich der Pan-Amazonas-Synode muss daran erinnert werden, dass der Vatikan die Zusammenarbeit der Bolsonaro-Regierung und eines beauftragten nationalen Politikers abgelehnt hat.

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Es ist bemerkenswert, dass Kardinal Parolin bei den Vereinten Nationen auf menschliche, ökologische, soziale und wirtschaftliche Probleme eingeht, die die (Amazonas-) Region und die Menschheit betreffen - ohne vorherige Absprache mit der brasilianischen Regierung und den betroffenen Nationen des Amazonasgebiets. Ein klarer Verstoß gegen das Grundprinzip der Subsidiarität, das in der Enzyklika Mater und Magistra verteidigt wird.

Am 23. September sprach er auf einer hochrangigen Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen über multilaterale Maßnahmen zum Schutz der Tropenwälder.

Kardinal Parolin sagte: »Wir alle wissen, wie wichtig Wälder für die ganze Welt und für die Zukunft der Menschheit sind: Sie sind die zuverlässigsten nachwachsenden Rohstoffe der Welt und für die integrale menschliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung.«

Die Synode und die nationale Souveränität

Kardinal Parolin sprach über die bevorstehende Bischofssynode für den Amazonas, die vom Papst im Vatikan einberufen wurde. Er sagte, dass er sich hauptsächlich auf die kirchlichen und pastoralen Herausforderungen der Region konzentrieren werde, mit besonderem Augenmerk auf die dort lebenden indigenen Völker und die »menschlichen, ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Probleme, die die Region und die Menschheit betreffen.«

Kardinal Parolin verstößt gegen das Subsidiaritätsprinzip von Mater et Magistra

Es ist beunruhigend, dass Kardinal Parolin als Staatssekretär des Vatikans direkt bei der UN appelliert, bevor es zu einem Gedankenaustausch mit de Regierungen der Amazonasregion kommt.

Er geht vor genau im Gegenteil von dem, was das von Johannes XXIII. in Mater et Magistra definierte Subsidiaritätsprinzip lehrt: »Jeder Mensch muss frei sein im ganzen Maße seiner Kräfte für sich ehrenhaft zu sorgen. Die Familie sollte nur in dem subsidiär eingreifen, wo die Person es nicht alleine kann. Dies gilt auch für den Fachmann in Bezug auf seine Gruppe, die Gemeinde in Bezug auf Familien oder Berufsgruppen, den Mitgliedstaat in Bezug auf die Gemeinden und die Union in Bezug auf die Mitgliedstaaten.«

Mit anderen Worten, die brasilianische Regierung hat das Recht, die Probleme des Amazonas zu lösen, und ein höheres Organ, OAS, UN, könnte nur subsidiär ihre Hilfe anbieten. Nichts ermächtigt die UNO, in den Amazonas einzugreifen.

Kardinal Parolin setzt sich über die brasilianische Regierung und geht direkt zu den Vereinten Nationen, um ein bestimmtes Amazonas-Problem anzugehen. Hat der Kardinal eine Vereinbarung mit der brasilianischen Regierung angestrebt? Wo bleibt die Lehre des Subsidiaritätsprinzip von Johannes XXIII.?

Die Widersprüche der Vatikanpolitik

Bezüglich der Pan-Amazonas-Synode muss daran erinnert werden, dass der Vatikan die Zusammenarbeit der Bolsonaro-Regierung und eines beauftragten nationalen Politikers abgelehnt hat.

Kardinal Parolin geht jedoch zu den Vereinten Nationen und ruft zu einer zeitlichen Befugnis auf, um »menschliche, ökologische, soziale und wirtschaftliche Probleme zu lösen, die Auswirkungen auf die Region und die Menschheit haben« sollen.

Das macht keinen Sinn, es sei der Vatikanische Staatssekretär würde die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Vereinten Nationen oder möglicherweise andere Nationen in brasilianische politische Angelegenheiten eingreifen. Wie es zum Beispiel der französische Prosozialist Macron angedeutet und gedroht hat.

»Kardinal Parolin sagte, dass Strategien zur unverzüglichen Bekämpfung der Zerstörung unserer Wälder einen integrierten multilateralen Ansatz erfordern, der die Armut bekämpft und die Würde der ausgegrenzten Menschen wiederherstellt.«

Wir sind die größte katholische Nation der Erde. Es wäre angebracht gewesen, wenn vom Itamaraty (Außenministerium Brasiliens) eine respektvolle Bitte um Klarstellung beim Vatikan eingereicht worden wäre.

Immerhin deckt das Amazonasgebiet 60% des brasilianischen Territoriums ab, und der jüngste Bericht der Zeitschrift Catolicismo zeigt mit zahlreichen Zeugnissen von Einheimischen, dass sie eine stärkere Integration mit unserem Brasilien wünschen. (Vgl.: ipco.org.br/alerta-contra-o-sinodo-pan-amazonico/)

Quelle: aus dem portugiesischen Original vom 26.09.2019 in

https://ipco.org.br/a-retorica-tortuosa-do-cardeal-parolin-na-onu-o-sinodo-da-amazonia-e-a-soberania-nacional/

(jb)

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Picard

Hier müssen sich die Piusbrüder vorsehen und mit der von Modernisten,Häretikern und Freimaurern besetzten Bergoglianischen Kirche niemals zu irgendwelchen Kompromissen einlassen.Sonst wird eine Spaltung der Priesterbruderschaft unvermeidlich sein.

Gravatar: patrick feldmann

Parolin und Pancho I. folgen schlicht dem totalitären Ungeist des oligarchen Globalismus ala Soros und zeigen nebenbei, daß sie weit außerhalb der Katholischen Kirche stehen!

Gravatar: heinz

ja das christentum ist längst des teufels werk...guck na.
frag die kleinen kinderlein, das war erst der anfang...

Gravatar: Thomas Waibel

Auch in Bolivien brennt der Wald. Das spielt aber keine Rolle, weil dieser Andenstaat nicht von einem Rechtskonservativen, sondern einem Sozialisten regiert wird.

"Amnesty International" macht sich Sorgen, um das Vorgehen der brasilianischen Polizei seit Bolsonaro im Amt ist.
Zu den vielen und schweren Verletzungen der Menschenrechte in kommunistische Ländern, wie Kuba, Nikaragua und Venezuela, schweigt diese NGO.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Kardinal Parolin verstößt gegen das Subsidiaritätsprinzip von Mater et Magistra“ ...

Hält er sich z. B. im Kongo an dieses ´Prinzip`, weil es sich dort ja um ganz andere Waldbrände handelt, da sie tatsächlich(?) entscheidende Unterschiede zu Brasilien zeigen, etwa außerhalb sensibler Regenwaldgebiete im Kongobecken liegen https://www.dw.com/de/waldbr%C3%A4nde-afrika-ist-nicht-der-amazonas/a-50219888,
schon deshalb etwa sehr viel weniger Co² freisetzen und es sich gegenüber diesen Völkern wie deren Regierungen sogar um Diskriminierung handeln könnte?

Wäre es für den Franzi und seine Fürsten nicht sehr viel wichtiger zu erklären, warum die Kirche im Namen Gottes eine so breite Blutspur nach sich zieht
https://www.theologe.de/mahnmal_fuer_die_opfer_der_kirche.htm#Blutspur
und sich Christen seit ca. 500 Jahren bekämpfen???
https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/643106/so-bekampften-sich-katholiken-und-protestanten

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