Weckruf: Der Westen muss endlich aufwachen

US-Astronaut warnt: China könnte USA in der Raumfahrt bald überholen

Über den praktischen Nutzen von einzelnen Raumfahrtprogrammen lässt sich streiten. Aber die Raumfahrt ist ein deutlicher Gradmesser für den technischen Stand eines Landes. Als Russland damals den Satelliten Sputnik in den Weltraums schoss, löste dies den sogenannten Sputnik-Schock und den Wettlauf ins All aus.

Quelle: cnsa.gov.cn
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Am 4. Oktober 1957 startete auf dem sowjetischen Weltraumbahnhof in Baikonur in Kasachstan die Trägerrakete. Wenige Stunden später kreiste mit Sputnik 1 der erste Satellit um die Erde. Der Osten jubelte. Der Westen war geschockt. Man sprach vom sogenannten Sputnik-Schock. Werden die Kommunisten uns bald wissenschaftlich und technisch überholen?Das war damals die große Sorge.

Noch im selben Jahr brachten die Sowjets mit Sputnik 2 das erste Lebewesen in den Weltraum: die Hündin Laika. 1959 brachten sie Russen mit Lunik 1 den ersten Satelliten außerhalb des Erdorbits. Im selben Jahr landete mit Lunik 2 das erste Raumfahrzeug auf dem Mond und einige Monate später lieferte Lunik 3 die ersten Fotos von der Rückseite des Mondes. 1961 brachte die UdSSR mit Juri Gararin den ersten Menschen ins All.

Für die Amerikaner war dies der Anlass für eine nationale Kraftanstrengung, um die Sowjets zu überholen. John F. Kennedy kündigte an, zum Ende der 1960er Jahre den ersten Menschen auf den Mond zu bringen. Rund 300.000 US-Bürger waren an dem Projekt beteiligt. Es war eine nationale Kraftanstrengung. Am Ende gewannen die Amerikaner wenigstens diesen Wettlauf.

Seit nunmehr zwei Jahrzehnten fehlt den Amerikanern und Europäern die Kraft, große Weltraumprojekte anzustreben. Die Privatisierung der Raumfahrt hat zudem zu einer Konzentration auf kleine Projekte geführt.

In China dagegen ist es weiterhin eine nationale Kraftanstrengung, an der hunderttausende Mitarbeiter und Ingenieure beteiligt sind. China will unter allen Umständen die USA überflügeln. Das gehört zum großen Plan von Xi Jinping und der kommunistischen Partei: Im Jahre 2049, also genau hundert Jahre nach der Gründung der Volksrepublik, soll China technologisch, wirtschaftlich und militärisch die stärkste Nation der Erde sein. Die Geschwindigkeit und Tatkraft, mit der die Chinesen dieses Ziel anstreben, ist beeindruckend.

Ein solcher Wille zum Erfolg scheint in den USA und Europa zu fehlen. Eine große nationale Kraftanstrengung scheint hier nicht mehr möglich zu sein.

Ein bekannter US-Astronaut chinesischer Abstammung, Leroy Chiao, erklärte auf »CNN«, dass die Landung einer chinesischen Raumfähre auf der Rückseite des Mondes sowie die Art und Weise, wie dies zustande gebracht wurde, eine technisch herausragende Meisterleistung sei.

Für den Westen müsste dieses Ereignis als Warnschuss gesehen werden, erklärte Chiao.

China wird voraussichtlich 2020 die ersten Teile für die eigene permanente Weltraumstation ins All schicken. Die USA wollen sich 2025 dagegen aus dem Projekt der Internationalen Weltraumstation ISS verabschieden. Die USA ziehen sich aus dem Weltraum zurück, die Chinesen drängen voran. Das ist ein markanter Unterschied.

Die Ankündigung der USA, bis 2030 den ersten Menschen zum Mars zu bringen, sei eine Illusion, weil diese Pläne nicht hinreichend finanziell und mit politischen Willen untermauert sind, findet Leroy Chiao.

Am Ende wird es kein unwahrscheinliches Szenario sein, dass China die USA überholt, einen Chinesen zum Mond bringt und zur führenden Weltraumnation aufsteigt.

Vielleicht wird einst der erste Mensch auf dem Mars ein Chinese sein.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Schwabe

In meiner Kindheit galten die Chinesen als arm. Es war die Zeit der Kulturrevolution.

Heute reisen die chinesischen Touristen nach Deutschland und kaufen in Luxus-Boutiquen ein. Und sie lachen darüber, dass fast alle technischen Produkte, die man hier kaufen kann, Made in China sind.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Vielleicht wird einst der erste Mensch auf dem Mars ein Chinese sein.“

Da die Russen wegen den immer besser werdenden Beziehungen(?) die Amis in Kürze sicherlich nicht mehr mit zur ISS nehmen – und ganz bestimmt ´nicht` auf den Mond schießen werden:

Ist es möglich, dass die Führung des "Landes der Mitte" - incl. ihrem russischen Parter - dieses Geld zunächst spart, um den Amis in absehbarer Zeit auch eine Reise zum Mars zunächst erst einmal vorzufinanzieren?

Wobei es das Imperium sicherlich schaffen wird, sich wenigstens eigenständig um die Rückholung ihrer Astronauten zu kümmern!??

Und all dies nur, um die bisher so reibungslos(?) funktionierende(?) wirtschaftliche Zusammenarbeit so zu betonen wie auszubauen und zu sichern!?

Allerdings: Benötigt die westl. Welt ihr östl. Pendant nicht ausschließlich dafür, ihre Militärwirtschaft und Industrie – und damit Arbeitsplätze aller Art – zu sichern???
https://www.nachdenkseiten.de/?p=43406

Gravatar: Eric Boule

Na .....und??? Ob China oder USA soll uns Wurst sein.Wir leben in Europa.Nur ein Signal das Europa sich nicht so einseitig an USA binden muss.

Gravatar: Marc Hofmann

Man sollte schon immer auch eine Kosten-Nutzen Rechnung mit aufmachen. Meiner Meinung nach stehen die Kosten, die China für die "Dunkle Seite des Mondes" ausgibt nicht in einen guten Verhältnis zum Nutzen.
Eine Mondbasis wird man nicht errichten...weil es keinen Sinn macht. Mann muss alles heranschaffen von der Erde...man hat auf dem Mond keine lebensfreundliche Bedinungen....auf dem Mond ist es noch lebensfeindlicher wie in der Antarktis.

Nur weil man technische etwas erreichen/machen kann, heißt das noch lange nicht, dass es auch einen Sinn macht bzw. wirtschaftlich ist. Windmühlen und Solarparks in die Landschaft zu bauen ist mit technischen Wissen verbunden...aber einen Sinn bzw. eine Wirtschaftlichkeit trägt das nicht in sich...die gesamte staatliche angeordnete (subventionierte) Energiewende (EEG) macht keinen Sinn...sondern vernichtet nur bestehende Werte...und schafft keinen MEHRWERT!

Gravatar: Emma Klüger

Ich habe das schon seit Jahren vorausgesagt und interessiert mich wenig.
Mich interessiert viel mehr, daß wir uns zu sehr an Übersee binden, weil wir dann mitgerissen werden können
(bitte nachlesen bei derer Staatsverschuldung!).
Europa muß sich sofort, wenn nicht gestern nach Osten öffnen, natürlich vor allem nach Rußland und dann können wir 20 Jahre gut leben.
Wenn wir dies verpassen, droht uns nicht nur die nächste Weltkrise, sondern der totale Untergang!!!!!!
Leider so klug sind unsere Politiker nicht.....
Das beweist sogar der 20 jährige Schüler, gut so.....

Gravatar: Thomas Waibel

Der Westen hat den Roten Drachen groß gemacht, jetzt droht ihm, von diesem aufgefressen zu werden.

Das Gleiche kann man von der Kriecherei des Westen vor dem Islam sagen.

Gravatar: Uwe Lay

Cooperation?
Wenn China nun so erfolgreich ist in der Weltraumfahrt und Westeuropa nichts Gescheites mehr hinbekommt,
warum cooperieren wir Deutschen dann nicht mit den Chinesen?
Zu Westeuropa gehören wir ja nur in Folge des
letzten verlorenen Krieges. Ein bßchen mehr Selbstständigkeit gegenüber dem Westen durch eine Zusammenarbeit mit der zukünftigen Weltmacht Nr.1
würde uns Deutschen sicher nützen.
Uwe Lay

Gravatar: Alfred

Deutschland steht im Ausländer-Stau. Keine Zeit für andere Probleme.
Manjana. (leider keine spanische Tastatur)

Gravatar: Daniel K.

Die USA haben gerade Russland darum gebeten eine Mondfähige Rakete für gemeinsame Fluge zur mond zu entwickeln. Komisch, wenn die Amerikaner schon vor 40 Jahren dort gewesen sein solten... Russland hat die Passende Rakete, die nur verbessert und angepasst werden soll. Und Russland hat angekündigt ihre Mond Programm wieder aufzunehmen und schon im 2022 unbemannte Landung und Start mit Rückkehr zur Erde zu testen. China hat alles was Luft- und Raumfahrt betrifft von UdSSR und jetzt von Russland. Aber Chinesen lernen sehr schnell und nicht nur Westen soll hier aufpassen, sondern auch die Russen.

Gravatar: Bettina Finck

Dann sollte sich eine Logistik für Raumfahrtbesucher wie Parkhaus , Hüpfburg , Shoppingcenter , Mülldeponie inzwischen lohnen zu planen :-))

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