Riesige Finanzierungslücke bei der Digitaloffensive

Steht der Digitalpakt schon vor dem ersten neuen Kabel ohne Geld da?

Die Bundesregierung preist ihren Digital-Pakt an, als sei er die Lösung aller Bildungsprobleme. Doch löst der Pakt nicht nur keine Bildungsprobleme - seine Finanzierung ist womöglich selbst ein Problem.

Smartboard / pixabay / CC BY-SA 2.0
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Die Bundesregierung preist ihren Digital-Pakt an, als sei er die Lösung aller Bildungsprobleme in Deutschland. Doch löst der Pakt nicht nur keine Bildungsprobleme - seine Finanzierung ist selbst womöglich bald ein Problem.

Die martialisch als Pakt daherstiefelnde Modernisierungsoffensive soll die deutschen Schulen endlich mit den digitalen Welt verknüpfen. Denn daran scheitern sehr viele. Die Schulen mögen Rechner aufgestellt und Smart-Boards angebracht haben. Wenn die Verbindung nach draußen, also ins Internet, zu langsam ist, dann vergeht Lehrern und Schülern schnell die Freude an den neuen Möglichkeiten, die sich angeblich bieten.

Also erfand das Bildungsministerium den Digital-Pakt. Er soll die Schulen mit der nötigen Hardware zur Verbindung nach draußen versorgen. 5 Milliarden Euro Ausgaben sind für die nächsten 5 Jahre geplant. 3,5 Milliarden schon in dieser Legislaturperiode. Doch nun hapert es bei den Finanzen.

Das Geld sollte aus dem “Sondervermögen Digitale Infrastruktur” stammen, einem Fonds, der mit den Gewinnen der 5G-Versteigerung finanziert wird. Die brachte rund 6,5 Milliarden Euro in den Haushalt - zumindest theoretisch. Denn Bundesverkehrsminister Scheuer hat den Mobilfunkherstellern im Rahmen eines Fünf-Punkte-Plans zur Mobilfunk-Strategie eine Art Zahlungsaufschub gewährt. Die Gesamtsumme wird, wie die Welt berichtet, bis 2030 in Raten gezahlt. Dafür wird das Netz dichter als bisher geplant.

Den Digital-Pakt hat Minister Scheuer dabei wohl vergessen. Und dort wird das Geld womöglich bald fehlen. Kleiner Trost: Das Geld aus dem Digital-Pakt wird bisher kaum abgerufen. Viele Schulen haben noch kein Konzept für die Ausstattung ihrer Räume. Das liegt unter anderem daran, dass es an Fachkräften mangelt, die die Konzepte entwickeln.

So kommt am Ende eins zum anderen: Die teilweise mangelhafte Digitalisierung der Schulen führt zum Fachkräftemangel in der IT-Branche. Und der führt wiederum zur schleppenden Digitalisierung der Schulen. Wo das dann endet, bekommt SAP gerade zu spüren. Dort laufen die Fachkräfte weg. Die Software wird schlechter. Die Kunden beschweren sich immer lauter. Schon wird es kritisch. Und das in einem Bereich, in dem Deutschland ohnehin schwach aufgestellt ist und dem zugleich die Zukunft gehört.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Manni 1

Bildung?Um Gottes willen,bloss keine Bildung das könnte der Kommunistischen Ideologie ernsthaft schaden.IM ERIKA TREUE ist angesagt und da ist BILDUNG GIFT.Jene Goldstücke werdens schon richten,ist so gewollt.

Gravatar: Werner N.

Leute, nun begreift es doch mal! Ihr sollt euch an orientalische Technik und Organisation gewöhnen – wegen der "One world–Demokratie". Es ist mit den etablierten Politikern abgesprochen: Alle Internet–Anbieter sind in Shops und Telefon–Support ausschließlich von Ausländern besetzt, denen es an dtsch. Sprache, logischem Denken und Benehmen mangelt – und wer die "Klappe nicht hält", fliegt aus der Leitung oder dem Shop.

Gravatar: Schnully

Unser Dorf ist endlich auf dem Wege in die Digitale Welt . Weil auch die Funknetze hier , obwohl Urlaubsort in SH , so schwach sind , das man zum telefonieren die unmöglichsten Verrenkungen macht und in der Wohnung nach einem Netzempfang sucht Das läßt sich unser Zweckverband gemeinsam mit einem Anbieter nun vom Bürger vergolden . Mindestens 60 % der Anwohner mußten dafür sein ,war nicht leicht für einen Ort mit vielen Ferienwohnungen . Jeder mußte Unterschreiben mindestens 2 Jahre bei dem Erstanbieter zu bleiben , obwohl es mehrere günstigere gibt . Bei uns der gleiche Monopolismus wie beim Müll und Wasser . Klar ist ja auch der selbe Verwaltungsaparat mit Politikern in den Aufsichtsräten .

Gravatar: Querulantino

"Die teilweise mangelhafte Digitalisierung der Schulen führt zum Fachkräftemangel in der IT-Branche."
Wenn die Gören für`s Klima schwänzen nutzt auch der "Digital-Pakt" (übrigens eine saublöde Wortschöpfung) nichts. Und der Fachkräftemangel in der IT-Branche hat nur wenig mit der technischen Ausstattung der Schulen, aber sehr viel mit fehlendem Interesse der Schü... (äh) Lernenden an den MINT-Fächern zu tun, was sich schließlich auch bei der Wahl des Ausbildungsplatzes oder der Studienrichtung bemerkbar macht.
Die Fachkräfte die SAP heute davon laufen haben ihre Schulzeit ja schon hinter sich.

Gravatar: Gerd Müller

Große Fürze im Kopf, aber kein Geld für Laussalbe...

(weil alles für ideologischen Wahnsinn hinausgeschmissen wird.)

Sinnspruch aus dem Osten der Republik, wo man schon vor vielen Jahren derlei zur Genüge kennenlernen musste.

Ihr Zweifler aus dem Westen werdet es auch noch lernen !

Gravatar: Sigmund Westerwick

Bildungsoffensive für die Regierung

Wenn man dieser stümperhaften Regierung beim regieren zuschaut kann einem schon schwindelig werden.
Scholz und Seehofer verprassen nur so das Geld mit den Neubürgern, Flüchtlingen oder Asylanten, wer immer ins Land kommt wird vollumfänglich subventioniert.
Wenn es aber um Renten geht streitet man sich über 1 Mrd Euro, für die Digitalisierung ist kein Geld, die Strassen sind marode und die Infrastruktur im freien Fall.
Bei der Energiewende wird jetzt tatsächlich der Strom billiger, von 30,8 auf 30,3 Cent / Kilowattstunde, und wir seteigen aus der Kohle und der Atomkraft aus, kostet vielleicht 100 Mrd bis zum Jahr 2030, also immerhin 10 Mrd / Jahr.
Da kann es natrülich schon mal vorkommen, daß die 6,5 Mrd für Bildung mal gerade nicht da sind, man kann sich ja nicht um alles kümmern, schließlich rettet die Regierung gerade die Welt.
Wie wäre es wenn die Regierung einfach mal Pause macht und die Grundschule wiederholt, dabei kann sie dann auch lernen, daß man einen Euro nur einmal ausgeben kann, und Freitag kann sie dann an den Fridays for Future teilnehmen.
Wir wählen uns in der Zwischenzeit mal eine andere Regierung oder lassen uns von Östereich eingemeinden.

Gravatar: Alfred

Sie werden es schon erraten, die CO2-Steuer wird das Loch stopfen. Der Staat ist pleite. Der Hinweis von Scholz auf Steuermehreinnahmen war schon verdächtig.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „So kommt am Ende eins zum anderen: Die teilweise mangelhafte Digitalisierung der Schulen führt zum Fachkräftemangel in der IT-Branche. Und der führt wiederum zur schleppenden Digitalisierung der Schulen. Wo das dann endet, bekommt SAP gerade zu spüren. Dort laufen die Fachkräfte weg. Die Software wird schlechter. Die Kunden beschweren sich immer lauter. Schon wird es kritisch. Und das in einem Bereich, in dem Deutschland ohnehin schwach aufgestellt ist und dem zugleich die Zukunft gehört.“

Was spielt all das noch für eine Rolle, nachdem unsere(?) Göttin(?) auch nur den Versuch startet, ihr scheinbares Ziel – die zumindest wirtschaftliche Vernichtung Chinas
https://www.welt.de/wirtschaft/article191060835/Seidenstrassen-Projekt-Blanke-Naivitaet-macht-Deutschland-fuer-China-zur-leichten-Beute.html
- besonders aber Russlands https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-06/ukraine-konflikt-russland-angela-merkel-wolodymyr-selenskyj-vorwuerfe
zu erreichen???

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