Grüne Innovationen

Solarstraßen: Eine Innovation ohne Zukunft ?

Vor einem Jahr wurde in Erfststadt die erste Solarstraße eröffnet. Alle waren begeistert. Doch heute ist die Begeisterung weg und die Straße gesperrt.

pixabay / CC BY-SA 2.0
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Vor einem Jahr wurde im westdeutschen Erfststadt die erste Solarstraße eröffnet. Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze war dabei, um die Straße, die in Wirklichkeit nur ein Fahrradweg war, zu eröffnen. Lokalpolitiker und Umweltaktivisten waren begeistert.

Heute, ein Jahr danach, ist von der Euphorie nur noch wenig zu spüren. Der Fahrradweg liegt unter einer schwarzen Plastikplane. Radfahrern wurde die Durchfahrt zur eigenen Sicherheit von der Stadtverwaltung verboten; die Zufahrt zu beiden Seiten gesperrt. Und Strom produziert die Straße schon gar nicht.

Schon im März hatte ein Schwelbrand der Solarstraße ein schlechte Presse gebracht. Die Straße wurde gesperrt. Dem Startup-Unternehmen wurde nach Informationen der NZZ von der Stadtverwaltung "grosszügig Zeit und Perspektiven gegeben, um die Mängelbeseitigungen vorzunehmen". Nachdem mehrere Fristen verstrichen sind, soll die Firma die Straße nunmehr wieder entfernen.

Ein Vertreter des Unternehmens erklärte dagegen, "die Frist war viel zu kurz für den Aufwand, den wir zu bewerkstelligen hatten". Der Brand habe technische Ursachen gehabt, die man gefunden habe. Die Kosten von über einer halben Millionen Euro für 90 Meter Fahrradweg habe der Inverstor alleine aufgebracht. "Das reissen wir nicht einfach ab", hieß es abschließend.

Ähnlich schlechte Erfahrungen wurden aus den USA und Frankreich schon früher gemeldet. Weniger Strom als versprochen und Oberflächen, die schneller verschlissen als angekündigt - Le Monde sprach von einem Fiasko. Und so hink Deutschland nicht nur bei der Umsetzung von Innovationen hinterher, sondern auch bei deren Scheitern.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Tom der Erste

Werner Mueller , erstens haben Sie das schon vor Monaten geschrieben und zweitens haben Sie vergessen auch die Fenster zuzukleistern.

Gravatar: Manfred Hessel

Soeben erfahre ich daß die so großkotzig angekündigte Energiewende nichts als unüberlegtes Geschwafel ist - mit dem einzigen Ziel, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Mit dem Wind geht es schon mal bergab und nach und nach wird festgestellt daß die Umwelt damit nur noch stärker und nachhaltiger geschädigt wird. Das wird zwar dem Herrn HKP wieder mal nicht in den Kram passen aber ist nun mal Tatsache.

https://www.welt.de/wirtschaft/article202835056/Windrad-Schrott-Das-70-000-Tonnen-Problem-der-Energiewende.html#Comments

Und Herr Oliver Hilgendorf: Wir haben einen JUNKERS - Doppelkolben -Dreizylinder - Diesel aus Wehrmachtsbeständen, der war mal für eine Flakstellung zuständig , Energie für die Kohlebogenlampen - Scheinwerfer, Richt - und Leitgeräte und so. Die Scheinwerfer allein verbrauchten jede Menge Strom und es gab da nicht nur einen. Deshalb war die Technik auch immer etwas überdimensioniert und auch sehr robust. Der Generator ist ein AEG , ebenfalls aus alten Zeiten und direkt am Diesel angeflanscht. Für die Scheinwerfer gab es noch einen Quecksilbergleichrichter aber der ist nicht mehr da.

Gravatar: Oliver Hilgendorff

Hallo @Manfred Hessel, was haben Sie denn da für ein Ungeheuer von Diesel und Generator ? Nur mal Interessehalber.

Gravatar: Manfred Hessel

Hallo Ulli P. , der Herr HPK wird, wie immer , keine passende Antwort finden, es sei denn , diese Antwort ist im großen Internet zu haben und kann gleich einkopiert werden, das spart nämlich das eigene Nachdenken. Zum Thema Insel : Wir wohnen auf dem Lande in Sachsen und haben recht viel Platz auf dem Grundstück. Daher ist es uns möglich, einen Brunnen mit Oberflächenwasser und einen Notstromdiesel zu betreiben. Im Brunnen steht der Pegel bei ungefähr drei bis vier Meter, das geht also notfalls auch per Handwinde. Den Diesel + Generator hatte unser Großvater in den 1950´er Jahren einbauen lassen und wir können Drehstrom mit 50 HZ bis 60 KW ziehen. Eine Tischlerei braucht immer Strom sonst können wir nicht arbeiten und meine Leute verdienen auch kein Geld, also verlassen wir uns nicht auf das gnädige Wetter sondern bunkern lieber Treibstoff für alle Fälle. Wenn das Netz ausfällt dann schalten wir im Hauptsicherungskasten um und haben unseren Inselbetrieb. Wenn wir aber unsere Dächer mit Solarzellen zupflastern können wir entweder nur arbeiten wenn die Sonne mitspielt oder wir haben das halbe Haus voller Batterien und Strippengewirr. Das kommt nicht in Frage, denn Sie kennen ja sicher den alten Spruch " desto komplizierter die Technik umso störanfälliger " . Was wäre nun aber bei dem Beispiel mit dem Gastwirt ? Der braucht Strom für Küche und vor allem für Kühlung und zwar immer , sonst kann er seine Lebensmittel nach einiger stromloser Zeit wegwerfen denn die Hygiene interessiert sich nicht für Dunkelflauten , die setzen ihre Vorschriften schon durch. Also hat der Gastwirt entweder auch den halben Keller voller Speicher oder kann nur nach Wetterlaune seine Solaranlage nutzen. Übrigens ist die Feuerwehr von solchen Sachen gar nicht begeistert , denn wenn es da oben einmal richtig schmort und brennt kommt keiner mehr an das Dach. HPK weiß das natürlich auch aber er übergeht nun mal gewisse Tatsachen.

Gravatar: Hans-Peter Klein

@ Ulli P. 31.10.2019 - 18:46

Fragen über Fragen -
deren Antworten Sie sich größtenteils selbst besorgen können, eine reine Fleißarbeit und für die Selbstbeschlauung ist jeder selbst zuständig.

"Panik" ist sicher kein Ratgeber oder ein sehr schlechter .

Es gibt wohl Fakten die sehr unangenehme Gefühle wecken können, wie die schleichende Veränderung der Umwelt und des gesamten Ökosystems des Planeten.

Daraus ergeben sich berechtigte Fragen über Fragen, wie jeder Einzelne und wie die Menschheit darauf angemessen reagieren soll.

Eine ebenfalls schlechte Antwort ist es, dies alles abzustreiten und alle Alternativen an Lösungsansätzen schlecht zu reden, aus einer grundsätzlichen Haltung heraus.

MfG, HPK
P.S.: Das es bei allen Lösungsansätzen keinen Anspruch auf absolute Wahrheit gibt ist auch klar, es gibt aber objektive Tatbestände, die einer Lösung dieser globalen Umweltkrise relativ näher kommen, wie ein Weiter So! nach alten Rezepten.

Gravatar: Karl Napp

Während andere Länder sichere, kostengünstige und formschöne Kernkraftwerke bauen, wird unser Land Dank Frau Merkel, der späten Rache Honeckers, in zunehmendem Maße durch Solaranlagen-Felder und riesige Hochspannungsleitungen verunstaltet, die den teuersten Strom der Welt produzieren. Frau Merkel hat nicht nur die von Adenauer, Schuhmacher und Heuß geschaffene demokratische Republik Deutschland zu einer grün-roten Meinungsdiktatur mit weltmoralistisch ätzenden Leitmedien (ARD&ZDF, SZ, NT-V etc) umgeformt, sondern auch unsere schöne Landschaft nachhaltig verunstaltet. Diese gelernte FDJ-Funktionärin hat ganze Arbeit geleistet. Gäbe es die DDR noch, bekäme sie den Vaterländischen Verdienstorden.

Gravatar: Ulli P.

@ HPK:
Nur ein paar Fragen:
Wie groß sind die Dach- bzw. PV-Flächen bei so einem Hof?
Was macht dieser Gastwirt bei einer sog. Dunkelflaute?
Welche Gesamt-Energiekosten hat dieser Gasthof im Vergleich zu einem gleich großen Betrieb mit konventioneller Energie? Wie sind also die Preise für Speisen und Getränke, in welche die Energiekosten ja einfliessen müssen?
Kann sich, soll sich der kleine Reihenhausbesitzer, der Inhaber einer Eigentumswohnung/Mietwohnung mit einer derartigen "Insellösung" autark machen?
Kommen wir in Deutschland/in Europa auf absehbare Zeit nicht ohne konventionelle Energieträger sowohl bei der Stromerzeugung als auch bei der Gebäudeheizung aus (von energieintensiven industrien gar nicht zu reden)?
Wäre ja alles zu schön um wahr zu sein. Was wollen uns Politiker nicht alles weismachen ("Die Sonne, der Wind schicken keine Rechnung")? Ich frage mich nur, wer schickt mir die höchste Stromrechnung Europas ins Haus? Wer die hohe Gasrechnung, wer die hohe Tankrechnung? Wer will mir unbedingt ein viel zu teures Elektroauto aufschwatzen, mit welchem ich gerade ein Viertel bis ein Drittel der Strecke meines Verbrenners schaffe und vielleicht gar nicht genug Strom (zugeteilt) bekomme, wenn plötzlich alle so ein Auto haben?
Bauen bereits jetzt Frankreich (6) und Tschechien (mehrere) neue Kernkraftwerke und behalten die Polen ihre Kohlekarftwerke, damit wir Deutschen unsere Grundlast dann dort teuer einkaufen können?
Fragen über Fragen - die bestimmt nicht gelöst werden, dass wir Bürger und die von uns gewählten Politiker sich von Panik verbreitenden Schulkindern vor sich her treiben lassen und Milliardenkosten zusätzlich als sog. "Bepreisung" für uns verursachen!

Gravatar: karlheinz gampe

Versuch und Irrtum.

@ HPK

Solche Fälle sind schon interessant. Natürlich gibt es Fälle wo Erneuerbare richtig angewandt wurde und wird. Das ändert jedoch nix daran, dass Strom in Deutschland durch falsche Klientelpolitik zu teuer ist. Spendeten die einstigen Sonnenkönige nicht fürstlich an die Altparteien. Systec, Solon, SAG Solarstrom, z. bsp. Solarworld mit ihrem mehrfachen Schlossherr und seinen quasi mit Steuergeld erworbenen Schlössern auf denen sich die Politiker der Altparteien zur Jagd einfanden, Lehrgeld mussten nur die Aktionäre hauptsächlich die Kleinaktionäre nach den Pleiten zahlen. Hatten doch unsere blöden Politiker mit fehlgeleiteten Subventionen den Aufbau und Aufstieg der chinesischen Solarindustrie ermöglicht und waren letztendlich für den Untergang der deutschen Solarindustrie verantwortlich. Dies zeigt rotgrüne Politiker wie z. Bsp. Merkel können auch nicht von hinten denken, wie in den Systemmedien verlogen behauptet wird. Denn dann hätte falsche Politik nicht die deutsche Solarindustrie vernichtet. Einen Gewinner gibt es den Pleitegeier Frank Asbeck, der es sich auf seinen Schlössern bequem macht. Den Schaden tragen heute in der BRD immer nur die kleinen Leute.

Gravatar: Egon Dirks

Werter HPK,...

"Ach ja, so kann man sich immer die passenden Einzelfälle heraus picken.“

...was da im Artikel heraus gepickt wurde ist elektrisch gesehen nicht ausreichend durch gedacht, weil die Solarstraße oder Solarfahrradweg waren EBEN das Denken in die richtige Richtung, wie auch Solarthermokraftwerk in den USA (Solar Millennium), Solarkraftwerke in Spanien und Marokko, die genauso endeten, wie der Solarradweg, und warum?! Ja, weil immer wieder richtige Ideen, bei Umsetzung aber haben wir NUR elektroahnungslose EE Matrosen und das egal, ob sie im Umweltbundesamt oder Fraunhofer Institut drin hocken... Hab geschrieben und erklärt, dass der Dachsolarstrom eine GENIALE Sache ist, ABER, wie das alles Umgesetzt wird, ist das das dümmste Kapitel der „Energiewende“ und hier der Fakten-Check dazu: -

-„Rheinland-Pfalz setzt fast ganz auf Ökostrom. /04.01.11./

(halbfett) Die Landesbehörden beziehen ab Januar 2011 zu 98 Prozent Strom aus regenerativen Quellen und vermindern so den CO2-Ausstoß erheblich.

(Artikel-Text) „Rheinland-Pfalz spart laut Umweltministerin Margit Conrad (SPD) ca. 50.000 Tonnen CO2 jährlich ein, weil die Landesbehörden ihren Strombedarf ab 2011 zu 98 % aus regenerativen Quellen decken.

In Rheinland-Pfalz fließt seit dem 1. Januar 2011 auch in kleineren Dienststellen fast ausschließlich Ökostrom aus der Steckdose. Darin einbezogen sind beispielsweise Polizeiinspektionen, Finanzämter und Amtsgerichte. Bereits zu Jahresbeginn 2010 hatte die Landesregierung etwa 80 Prozent des Elektrizitätsbezuges auf Ökostrom umgestellt.“

Beste Grüße.

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