Kein Gehör, kein Verständnis, keine Hilfe

Sexueller Missbrauch von Kindern an Schulen und Kitas

Unter dem Radar des Alltags ist sexueller Missbrauch von Kindern ein erschreckend verbreitetes Vergehen. Doch in staatlichen Einrichtungen werde sexueller Missbrauch viel zu selten erkannt, kritisiert der Verein Zartbitter. Viel beworbene Schutzkonzepte von Schulen sind in der Regel reine Symbolpolitik.

Symbolbild. Foto: Pixabay
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Sexuell misshandelte und missbrauchte Kinder leiden oft stumm, nur selten seien Verletzungen im Genital- und Analbereich erkennbar, die direkt auf Missbrauch hinweisen. Auf dem Präventionsportal der Bundesregierung sind die Symptome zusammengefasst: So zeige ein sexuell missbrauchtes Kind Verhaltensänderungen wie Ängstlichkeit, Aggressivität oder Leistungsabfall. Es ziehe sich zurück, seine Konzentration sei beeinträchtigt, das Kind neige zu sexualisiertem Verhalten. Zuweilen treten psychsomatische Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen hinzu. Von Schlafstörungen, Selbstverletzungen, Schulschwänzen bis zum übermäßigen Tabletten- und Alkoholkonsum reicht die Palette der alarmierenden Anzeichen.


Obwohl diese Verhaltensänderungen nicht zwingend mit sexuellem Missbrauch zusammenhängen, müssen sie ernst genommen werden im Elternhaus wie auch in den Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, die das mögliche Opfer besucht. Doch echte Hilfe gibt es viel zu selten, so die Einschätzung der Leiterin Ursula Enders von »Zartbitter e.V.«. Seit mehr als 30 Jahren kümmert sich der Kölner Verein um jugendliche Missbrauchsopfer. Viel werde über das Versagen von Jugendämtern und Polizei gesprochen, aber nicht über das Versagen der Schulen, kritisierte Enders in ihrer Rede vor dem Untersuchungsausschuss im nordrhein-westfälischen Landtag. Aus aktuellem Anlass um den kürzlich aufgedeckten vielfachen Kindesmissbrauch auf dem Campingplatz in Lügde trat am 17. Januar im Düsseldorfer Landtag eine Expertenrunde zusammen, um sich mit der Perspektive der Opfer auseinanderzusetzen.


Sexueller Missbrauch werde viel zu selten erkannt, darin waren sich die Experten einig. Viel zu oft würden die Opfer nicht verstanden, Verdachtsfälle bagatellisiert und nicht konsequent gehandelt, besonders dann, wenn die Schule der Ort des Missbrauchs ist. Das bringe die Opfer erneut zum Verstummen, weiß Enders aus Erfahrung zu berichten. Hilfe von außen wird dabei nicht geholt, weil es Enders zufolge zu einer »Rollenkonfusion« unter den Lehrern käme. Steht der eigene Kollege unter Verdacht, scheuten Schulleitung und Lehrerpersonal naturgemäß davor zurück, konsequent Maßnahmen gegen den möglichen Täter einzuleiten, Behörden zu informieren und externe Hilfe zu holen. Die Schulen agieren als »geschlossenes System«, aus dem nichts nach außen dringt, um das »tolle Image« nicht zu beschädigen, unterstützte der Sozialpsychologe Heiner Keupp von der »Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs« Enders Ausführungen. Die angeblichen Schutzkonzepte der Schulen gegen sexualisierte Gewalt seien in der Regel Mogelpackungen und reine Symbolpolitik.


Sexualisierte Gewalt an Schulen darf nach Meinung der Experten nicht unterschätzt werden. Etwa ein Viertel der von Keupps Kommission untersuchten 2000 Fälle hätten sich an Schulen abgespielt. Keupps Zahlen werden von einer entsprechenden Studie des Deutschen Jugendinstituts von 2011 gedeckt. Demnach wurde an jeder 25. Schule und an jedem 10. (!) Heim in der dreijährigen Untersuchungsperiode ein Mitarbeiter verdächtigt, gegen Kinder sexuell übergriffig gewesen zu sein.


Ein Gastbeitrag der Initiative Familien-Schutz

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Hildegard von Trotzsingen

Wie hier so manches Mal zu ähnlichen Themen dargelegt wurde, hat der sexuelle Missbrauch von Kindern meistens den System bedingten grundsätzlichen “ wirtschaftlichen Missbrauch “ mit Armutsfolgen zur Voraussetzung. Würde man sämtliche Grundstücke ihres jeweiligen Landes pachtbesitzrechtlich zurückkaufen und die Pachtzinsen unter die Mütter nach Zahl ihrer Kinder gleichanteilig, vollständig und regelmäßig als Lohn auszahlen, so könnten in Deutschland z. B. überschlägig veranschlagt ca. 3000.- Euro je Kind unter 18 Jahren und je Monat zur Auszahlung anfallen. Damit würden Müttern und Kindern Wert und Würde, sowie Selbstbestimmung zurückgegeben anstelle jeglicher Art staatskirchlicher Bevormundung. Das in Kürze meine Meinung

Gravatar: merxdunix

Ist "Zartbitter" möglicherweise Teil der angeprangerten Symbolpolitik, so wie sie das Thema mit spitzen Fingern angehen?
Sexueller Missbrauch von Kindern ist weltweit essentieller Bestandteil der Eliteförderung. Bekanntlich neigen dessen Opfer zur Ausprägung von Minderwertigkeitskomplexen, die sie mit besonderer Strebsamkeit zu kompensieren versuchen, was dann in systematischem Hass und verinnerlichter Selbstverachtung gipfelt. Derart gezüchtigt eignen sie sich hervorragend zur Ausbeutung und Vorbildwirkung, übernehmen, um sich beweisen zu können, bereitwillig und selbstlos Pflichten, die ein geistig Gesunder nicht für alles Geld der Welt anpacken würde. Dafür werden sie aber auch sukzessiv in die entsprechenden Kreise eingeweiht.
Missbrauchsopfer sind daher von hohem pädagogischen Wert und erhalten dafür auch besonderen Schutz unter der Bedingung, dass sie im Gegenzug die Täter schützen, die ja selbst "nur" die Dreckarbeit machen, um Nachwuchs für die Elite zu beschaffen. IdR geschieht das mit dem Einverständnis der Eltern, die sich in ihrem Größenwahn einbilden, den Kindern damit eine einzigartige Chance verschafft zu haben.
Mir kann keiner erzählen, dass "Zartbitter" diese Umstände nicht bekannt sind, und wer Vergleiche ziehen will, erinnere sich an die Vorgänge bei den Regensburger Domspatzen, an der Odenwaldschule und anderen, mitunter als Sekten verkannten, elitären Bildungszentren

Gravatar: Thomas Waibel

Mißbrauch von Kindern sind nur ersetzlich, wenn sie von einem katholischen Priester oder jemand, der sich als solchen ausgibt, begangen werden. Ansonsten sie sie nur Kavaliersdelikte.

Wie die Vergewaltigungen, die totgeschwiegen oder schön geredet werden, wenn der Täter ein "Flüchtling" ist.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Unter dem Radar des Alltags ist sexueller Missbrauch von Kindern ein erschreckend verbreitetes Vergehen. Doch in staatlichen Einrichtungen werde sexueller Missbrauch viel zu selten erkannt, kritisiert der Verein Zartbitter. Viel beworbene Schutzkonzepte von Schulen sind in der Regel reine Symbolpolitik.“ ...

Weil der Schutz straffällig gewordenen Flüchtlinge und Migranten vor Abschiebung in Deutschland etwa Vorrang hat?
https://www.welt.de/politik/deutschland/article193465395/EuGH-urteilt-Selbst-schwer-straffaellige-Fluechtlinge-koennen-Abschiebung-entgehen.html

Wen wundert da noch das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten INSA-Umfrage, wonach Sarah Wagenknecht gleichauf mit Merkel liegt?
https://www.journalistenwatch.com/2020/01/24/das-insa-umfrage/

Sicherlich in erster Linie deshalb, weil auch die Sahra die ´die Euro-Rebellen` längst erkannte und zu der Erkenntnis kam:

"Die AfD hat in vielen Punkten recht"!!!
https://www.n-tv.de/politik/Die-AfD-hat-in-vielen-Punkten-recht-article10546126.html

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