Armeniens Präsident Sarkissian: »Rückkehr des Geistes des Osmanischen Reichs«

Schwere Kämpfe in Bergkarabach / Türkische Luftwaffe involviert

Die Kämpfe in der Region Bergkarabach sind am heutigen Mittwoch in bisher unbekannter Stärke entflammt. Armenische und arzachische Artilleriestellungen entlang der Demarkationsline haben in die Region einrückende aserbaidschanische Truppen unter schweres Feuer genommen.

Foto: president.am / CC0
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Noch ist die Republik Arzach, die von den Bewohnern der Region Bergkarabach als eigenständiger, von Aserbaidschan unabhängiger, Staat ausgerufen wurde, international nicht anerkannt. Faktisch leben in der Republik fast ausschließlich christliche Armenier (99 Prozent der Bevölkerung). Die islamische Regierung in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, will diese 2017 einseitig ausgerufene Unabhängigkeit nicht akzeptieren und hat seitdem schon mehrfach versucht, militärisch zu intervenieren. Da aber die arzachische Armee von der armenischen Armee ausgerüstet und unterstützt wird, die ihrerseits Waffen und Ausrüstung aus Russland beziehen, ist es bisher bei den erfolglosen Versuchen geblieben.

Am heutigen Morgen haben aserbaidschanische Truppen eine Großoffensive im gesamten Grenzabschnitt begonnen. Infanterie und Panzer haben gedeckt durch schwere Artillerie einen Vormarsch versucht, der aber im massiven Gegenfeuer der gut ausgebauten Verteidigungstellungen der verbündeten armenischen und arzachischen Truppen bereits wieder abgewehrt wurde. Die aserbaidschanischen Invasionstruppen mussten sich unter schweren Verlusten wieder auf eigenes Staatsgebiet zurückziehen.

Die armenische Regierung in Eriwan meldet zudem den Abschuss eines ihrer Jagdflugzeuge durch einen Kampfjet der türkischen Luftwaffe auf dem Gebiet der Republik Arzach. Die türkische F16 sei dabei vom Gebiet Aserbaidschans in den Luftraum eingedrungen und sei von der armenischen SU-25 gestellt worden. Im Luftkampf sei dann der armenische Jet abgeschossen worden, der Pilot sei »als Held gestorben«, so das armenische Verteidigungsministerium.

Der armenische Präsident Armen Sarkassian weist in seiner Fernsehansprache auf die türkische Unterstützung Aserbaidschans hin. »Leider muss ich erklären, dass das NATO-Mitglied Türkei Aserbaidschan jetzt durch seine elektronischen Drohnen voll unterstützt - durch Cyber-Angriffe. Aber es ist nicht nur das. Die Türkei unterstützt Aserbaidschan auch durch ihre Mitarbeiter, Berater, Söldner und auch mit ihren F-16. Für jeden weltweit lebenden Armenier ist das eine Art Rückkehr des Geistes. Warum ich Geist sage, weil das der Geist des Osmanischen Reiches ist, der vor 105 Jahren den Völkermord an den Armeniern ausgelöst hat. Wir können auf keinen Fall zulassen, dass dieser Völkermord erneut auftritt«, sagte Sarkissian.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Fritz der Witz

Sollten diese Berichte zutreffen, heißt das wohl, dass dem Erdogan der Genozid an den Armeniern während des WK1
offenbar nicht genug ist.

Das ist so, als würde die Bundeswehr heute Israel bombardieren. Man stelle sich das mal vor.

Gravatar: Thomas

Die Su 25 ist eine sowjetischer Erdkampfflugzeug, und
kein Jagdflugzeug, gegen eine gut ausgerüstete F16,
hat die Su25 keine Chance. Schade das keine rusische
Suchoi Su-34 in der Luft wa.

Gravatar: Peter Lüdin

Immer wieder ist zu lesen, dass das international aserbaidschanisches Gebiet sei, was von Armeniern illegal besetzt wurde. Offenbar fehlt diesen Leuten der Hintergrund dieses Konfliktes. Abgesehen davon, dass Karabach/Artsakh/Khachen, wie man es jetzt auch immer nennen mag, in seiner 2000-jährigen Geschichte praktisch durchgängig armenisch war, stand dieses Gebiet in seiner Geschichte nie unter der Kontrolle eines unabhängigen aserbaidschanischen Staates. Dieses Gebiet wurde erst 1922 von den Sowjets auf Druck der Türkei der Aserbaidschanischen SSR übergeben, die Armenier erhielten jedoch eine Autonome Oblast, haben sich also selbst verwaltet. Als Aserbaidschan 1991 wieder unabhängig wurde, hatte sich die Autonome Oblast Karabach ein Monat zuvor bereits von der Sowjetunion für unabhängig erklärt. Da hat Aserbaidschan versucht die Kontrolle über dieses Gebiet, was wie gesagt nie unter seiner Kontrolle stand, mit militärischer Gewalt zu erlangen. Wenn man es also genau nimmt, hat Aserbaidschan versucht das Territorium zu besetzten und nicht umgekehrt.

Gravatar: Dorian Handler

Was sucht dieser Sultan in Syrien, Lybien, Libanon?, Albanien und Berg-Karabach und wieso lassen wir Christen alles zu, sogar lassen wir von ihm die Haga Sofia muslimisieren und wann wird er aufhören die Flüchtlinge zu uns zu schicken? Er ist der größter Diktator der Welt und es wäre klüger gegen ihn zu hetzen, als gegen den künftigen Präsident ständig, denn er würde es nicht zulassen, das wir unsere christlich-jüdische Kultur gefährden und mißachten. Keine Zuwanderung mehr, basta und es ist genug.
Wer ein Staat mit bald 83 Mio. Menschen zukunftsunfähig wegen evtl. Aussterben hält, der will uns nicht retten, sondern vernichten.

Gravatar: AAron

"Ich denke, nun wird es wohl nicht lange dauern, bis dies dem Bären mit der Folge in die Nüstern steigt, dass er einmal kurz niesen muss!!!"

Träumen Sie weiter! Armenien ist für den Realpolitiker Putin völlig wertlos!

Gravatar: renhard

Am Beispiel der Türkei sieht man die folgenschweren
politischen Fehler und Nachlässigkeiten seit Ende des
1. Weltkriegs. Damals mußte das besiegte osmanische
Reich große Teile seines Gebietes gemäß dem Vertrag
von Sevre abtreten. Auch Konstantinopel, das kostbare europäisch-griechische Juwel der Christenheit, mußten die Osmanen/Türken zurückgeben. Leider hat man das
dann wieder im Vertrag von Lausanne revidiert. Ein unverzeihlicher Fehler!

Natürlich hätten die Vorfahren schon 1453 alles unter-
nehmen müssen um den räuberischen Beutezügen der
Osmanen Einhalt zu gebieten. Aber auch schon damals
war man im lateinischen und griechischen Lager uneins.
Heute zeigt es sich in der Person des islamischen Des-
poten Erdogan, daß die Türken ein ständig zündelnder
Kriegstreiber besonders gegenüber ihren nächsten
Nachbarn sind. Es sollte allen Verantwortlichen mittler-
weile klar sein bsonders den USA, daß die Türkei we-
der in der Nato noch in Europa etwas zu suchen hat.
Selbst in weiten Teilen Arabiens und Ägyptens hat die
Türkei aus historischer Erfahrung keine oder kaum
Freunde. Es ist der islamische Despot Erdogan, der
ostentativ den Islam benutzt um die Türken anzu-
stacheln. Im grassen Gegensatz zu Atatürk der soweit
als möglich alles religiöse verbannen wollte und diese Religion nicht ohne Grund verabscheute.

Sollte es zu einem neuen türkischen Genozid an den
christlichen Armeniern in Berg-Karabach kommen so hoffe ich, daß Putin das zu Ende bringt was Katharina d.G. im Türkenkrieg begonnen hatte.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Die Kämpfe in der Region Bergkarabach sind am heutigen Mittwoch in bisher unbekannter Stärke entflammt. Armenische und arzachische Artilleriestellungen entlang der Demarkationsline haben in die Region einrückende aserbaidschanische Truppen unter schweres Feuer genommen.“ ...

Ich denke, nun wird es wohl nicht lange dauern, bis dies dem Bären mit der Folge in die Nüstern steigt, dass er einmal kurz niesen muss!!!

Gravatar: Thomas Waibel

Die geistigen Vorfahren des Sultans Erdogan der Schreckliche haben im Jahr 1915 1.500.000 christliche Armenier ermordet.

Dieser Holocaust wird - auch von den "christlichen Kirchen" - totgeschwiegen.

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