Nach steigenden Mieten, höheren Spritpreise und teurerem Strom:

Schießen jetzt die Krankenkassen-Beiträge durch die Decke?

Nach steigenden Mieten, höheren Spritpreise und teurerem Strom kommen nun die gesetzlichen Krankenkassen und wollen mehr Geld.

Foto: pixabay
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Nachdem schon vor dem Lockdown vieles deutlich teurer wurde und im Lockdown die Preise stillschweigend anzogen, kommen nun die Kosten nach dem Lockdown hinzu. Und an erster Stelle stehen die Krankenkassen, sie für viele Kosten aufkommen müssen.

Es darf also nicht wundern, wenn der Chef der ehemals Deutschen Angestellten Krankenkasse, heute DAK-Gesundheit, erklärt, die Kassen stünden vor einem »regelrechten Beitragstsunami« – drastische Worte. Allerdings sind sie nicht übertrieben, denn das Defizit wird auf an die 20 Milliarden Euro geschätzt. Und das, nachdem der Bund schon in diesem Jahr seine Zuschüsse aus dem Gesundheitsfond von 14,5 auf 19,5 erhöhte.

Die Beiträge sollen sich unter allen Umständen nicht noch weiter erhöhen. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen. Also wenden sich die Kassen an den Bund. Der soll mit weiteren Milliarden aushelfen. Zunächst mit 7 Milliarden Euro im kommenden Jahr.

Nach Ansicht der Kassen reicht das aber nicht aus. Die zusätzlichen Kosten würden wenigstens um 0,8 Prozentpunkte steigen. »Am Ende des Tages«, prognostiziert ein Vertreter der betrieblichen Krankenkassen, »werden die Versicherten über steigende Zusatzbeitragssätze belastet werden, sollte der Bund seinen Zuschuss für das Jahr 2022 nicht erhöhen«.

Eine bemerkenswerte Umformulierung der finanziellen Tatsachen: Steuern sind bekanntlich auch eine Art Beitrag; ein Beitrag, um den Staat am Laufen zu halten. Und den leistet gleichfalls der Bürger. Wenngleich man zugeben muss, dass auf diesem Weg der Steuern die Privatversicherten die Gesetzlichen Krankenkassen mitfinanzieren. Sie zahlen also gleich zweimal.

Die Lasten durch das Sozialsystem liegen ohnehin schon jetzt bei fast 40 Prozent auf Löhnen- und Einkommen. Vor einem Jahr haben Union und SPD eine Sozialgarantie gegeben: Die Sozialversicherungsbeiträge sollen bei maximal 40 Prozent stabilisiert werden. Die werden sie schwerlich einlösen können, wenn die Kosten weiter so steigen.

Dabei liegen die Gründe für die Kostensteigerung nicht nur bei der Corona-Pandemie. Eine weltoffene Migrantenpolitik und kostspielige Gesetzesänderungen durch Gesundheitsminister Spahn haben ungesunde Auswirkungen auf das gesamte System: Allein die bessere Besoldung von Pflegekräften kostet 2,5 Milliarden Euro. Sicher kann man sagen, die Pfleger haben das Geld auch verdient. Aber es muss auch da sein, das Geld. Momentan sieht es nicht danach aus.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Gerhard G.

Nicht nur die Kassenbeiträge...
Wir werden unser ,,Blaues Wunder'' erleben ... und alle wählen wir diese ,,Regierenden'' wieder... es jammert sich so schön...

In einem anderen Bereich ab nächste Woche::
Tchibo erhöht die Kaffeepreise um 50ct -1€ / 500gr !!
Und im gleichen Atemzug ...die Kaffeebauern bekommen davon NICHTS. Sollte auch Signalwirkung auf andere Röster haben.

Gravatar: Grit

Das war vorhersehbar was glaubt ihr wer die PCR Tests und die Impfungen bezahlt gegen Corona. Auch unsere Neubürger brauchen ja schließlich neue Zähne.

Gravatar: Sigmund Westerwick

Die große Abzocke

gefühlt wird jeder Euro dreimal ausgegeben, der Staat zahlt dieses oder jenes für oder gegen Corona, die EU zahlt dieses oder jenes für oder gegen Corona, und insgesamt müssen wir natürlich die Welt retten, für oder gegen Corona, vor allem für Afrika.

Dass müssen natürlich diejenigen bezahlen die bislang auch zahlen, das Steuerzahlervieh, das Krankenkassenversichertenvieh, die Mittelstandsviecher und diejenigen, die trotz Energiewende und Klimarettung noch Arbeit haben .

Dass nach Corona die Rechnung präsentiert wird ist doch klar, und alleine die hunderte Milliarden neuer Schulden des Bundes, der EU, der Kommunen und diverser Kassen müssen natürlich zurückgezahlt werden.

Hinzu kommt die Inflationspolitik der EU mit einer Geldausweitung von über 30 Prozent während Corona, und wenn einem gleichen Warenangebot eine größere Geldmenge gegenübersteht muss die Ware teurer werden, wenn man den reinen Euro betrachtet.

Kurz und gut läuft alles darauf hinaus dass die Noch-zahlen weiter ausgequetscht werden, die tatsächliche Inlflation wird sicherlich zweistellig werden, ob 10, 15, oder 30 Prozent hängt lediglich davon ab, wer rechnet und ob Wahlen anstehen, nach der nächsten Bundestagswahl wirds allemale deutlich teurer werden.

Es gibt eigentlich nur wenige Alternativen:

Alles hinschmeissen und zum Amt gehen, wenn man ( hoffentlich ) keine Rücklagen hat ist man dann fein raus.

Wenn man Rücklagen hat oder wenn man arbeitet muss sollte man Geld ins Ausland schaffen, Immobilien verkaufen und auswandern.

Gravatar: Stanley Milgram

@Hajo
Genauso ist es.
Der Knall wird über Nacht, binnen weniger Stunden kommen, und ich kann nur jedem empfehlen, gut darauf vorbereitet zu sein.
Einen Vorgeschmack jatten wir ja bereits bei den leeren Nudel- und Klopapier-Regalen.

Wenn aber alles knapp wird, auch das Bargeld an den Geldautomaten, Strom und Wasser, dann ist die Masse nicht mehr zu halten.

Wird noch kommen. Sicher.

Gravatar: asisi1

Bei 20 Millionen Asylanten, dazu Gesundheitsleistungen ohne Beitragszahlungen für die halbe Türkei, dazu der Jahrzehnte lange nicht geahndete Abrechnungsbetrug der Ärzte, ist doch klar das Alles nicht mehr reicht!
Jetzt wird nur dem Michel erzählt es kommt von Corona! Blödsinn, es kommt von den Fehler der etablierten korrupten Politiker!

Gravatar: Hajo

@ Werner Hill

Die zwei Prozent Inflationsrate treffen derzeit noch zu, wenn man das gesamte Bruttoinlandsprodukt hochrechnet, wo alles darin enthalten ist, was ein Land in einem Jahr erwirtschaftet.

Das ändert aber nichts an der Tatsache daß es schon gewaltige Ausschläge gibt, die sich prozentual schon weit höher auswirken und die Tücke liegt zunächst darin begründet, daß es sich um einen schleichenden Prozeß handelt der von Woche zu Woche eine höhere Dynamik aufweist und dann im Absturz über Nacht endet.

So zumindest haben sich alle früheren Inflationen und zwar weltweit entwickelt und die Ursachen sind vielfältig, derzeit sind sie hauptsächlich auf die ungebremste Geldvermehrung zurück zu führen und das wird uns noch das Genick brechen, was zwar die Verantwortlichen wissen, aber immer noch hoffen, es verhindern zu können, denn ist dieser Zustand erst erreicht, können sie sich ihrer Ämter und dem eigenen Wohlbefinden nicht mehr sicher sein und da hilft ihnen dann kein Mensch mehr, denn sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit als die Verursacher gesehen und vermutlich nicht ohne Plessuren davon kommen.

Mal ganz von dem abgesehen, daß die Hemmschwelle derzeit noch aus überversorgten Gründen höher liegt und wenn da aber der Pegel fällt ist überhaupt nichts mehr auszuschließen, weil heutige Generationen die Not nicht kennen und dann im Ernstfall wesentlich härter reagieren, wenn es ums eigene Überleben geht.

Gravatar: Ketzerlehrling

Wenn es nur die Krankenkassenbeiträge wären, die in die Höhe schießen. Die Kassen scharren bereits mit den Hufen.

Gravatar: adrian

Ja , es sieht so aus , ich bezahle für die KV. mehr als für die Kaltmiete , irgendwann wird man auf diese verteuerte KV. verzichten müssen oder krankversichert unter einer Brücke " wohnen " !
Ich habe mit einer KV von 200 DM angefangen !

Gravatar: Werner Hill

Auch der Verband der Privaten Krankenversicherungen hat ab 1.7. die Beiträge drastisch erhöht.

Dadurch zahle ich ab 1.7. schlagartig pro Monat 100 € mehr. Super gab's vor kurzem noch für 1,05 € (jetzt 1,48) und Heizöl für 0,41 € (jetzt 0,70 €).

Wenigstens liegt die "offizielle" Inflationsrate erst bei ca.2%. Das ist sehr beruhigend!

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Es darf also nicht wundern, wenn der Chef der ehemals Deutschen Angestellten Krankenkasse, heute DAK-Gesundheit, erklärt, die Kassen stünden vor einem »regelrechten Beitragstsunami« – drastische Worte. Allerdings sind sie nicht übertrieben, denn das Defizit wird auf an die 20 Milliarden Euro geschätzt. Und das, nachdem der Bund schon in diesem Jahr seine Zuschüsse aus dem Gesundheitsfond von 14,5 auf 19,5 erhöhte.“ ...

Sollte(?) man das etwa deshalb(?) verstehen(?), weil auch dieses Grüne Göhring-Eckardt resümierte:
https://www.youtube.com/watch?v=SM_uDzdlGu8???

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