Trumps Regierungsmannschaft nimmt Konturen an

Russland-Freund Michael Flynn soll US-Sicherheitsberater werden

Berichten zufolge soll der ehemalige Chef des Militärgeheimdienstes DIA Michael Flynn Sicherheitsberater des designierten US-Präsidenten Donald Trump werden. Das berichten übereinstimmend die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP.

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Die Benennung eines Ex-Generals und ehemaligen Chef eines Militärgeheimdienstes zum Sicherheitsberater des US-Präsidenten klingt im ersten Moment nach einer potenziellen Verschärfung des Tonfalls zwischen den beiden Supermächten USA und Russland. Denn im Allgemeinen gelten Generäle und Mitarbeiter der Geheimdienste als »Falken« oder auch »Hardliner«; also Menschen, die oftmals ihre Politik gegen alle Widerstände durchzusetzen versuchen und Kompromisse ablehnen.

Aber gerade mit der Ernennung von Michael Flynn weist Trump einmal mehr nach, dass er auf eine Verständigung und gute Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington hin arbeitet. Michael Flynn selbst gilt als ausgewiesener Russland-Freund, trat als Analyst beim russischen Sender »RT« auf, hielt bei dessen Jubiläumsgala eine bezahlte Rede in Moskau und dinierte mit Russlands Präsident Wladimir Putin.

Dass er jedoch auch konsequent in der Verfolgung seiner Ziele sein kann, stellte er Anfang der 2000er-Jahre unter Beweis. Als Kommandeur der US-Spezialeinheiten im Irak jagte er den damaligen Top-Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi, der Anfang Juni 2006 zur Strecke gebracht werden konnte. Dem Kampf gegen den internationalen islamistischen Terrorismus hat Flynn ein eigenes Buch gewidmet: »Field of Fight«.

Trump beweist mit Flynns Nominierung einmal mehr, wohin außenpolitisch die Reise der USA führen wird. Verständigung und Aussöhnung mit Moskau auf der einen Seite und der konsequente Kampf gegen den internationalen islamistischen Terrorismus auf der anderen Seite. Ein guter Weg.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: G.Herbst

Nur zur Info: Lieutenant General Flynn war nicht Chef irgendeines militärischen Geheimdienstes, sondern Chef der DIA von 2012-2014, bis ihn Obama gefeuert hat. Die DIA ist die Dachorganisation aller Geheimdienste der verschiedenen US-Waffengattun-gen. Der 79jährige berühmte US-Journalist Seymour Hersh (er hat u.a. My Lai und Abu Graib aufgedeckt) hat in einem langen Artikel über Assad und die US-Politk in Syrien usw. auch über ihn geschrieben (veröffentlicht im "Cicero" 05/2016, S. 16-32).

Gravatar: Rosenthal

...also geht der Krieg gegen ein Substantiv natürlich weiter! Menschen sind wirklich nicht sehr klug!

Gravatar: H.von Bugenhagen

Na iss denn dass.
Die Welt formt ihr neues Gesicht.

Gravatar: Stephan Achner

Flynn wäre eine ausgezeichnete Wahl für den Posten des US-Sicherheitsberaters im Weißen Haus. Er ist Realist und sieht richtigerweise die größte Bedrohung für alle Gesellschaftsformen, ob in den USA, in Rußland oder in China, im islamistischen Terrorismus, der nichts anderes als die sog. Weltherrschaft will und dafür tötet und alles zerstört. Weltweite Beispiele gibt es ja leider mehr als genug.

Das einzige Land auf dieser Erde - abseits der islamischen Staaten - , wo auf Regierungsebene dem islamistischen Terrorismus auch noch Verständnis entgegen gebracht wird, ist Deutschland. Erst vor wenigen Tagen hat sich die sogenannte Integrationsbeauftragte in Berlin schützend vor diesen Terror gestellt. So etwas kann sich nur im Gaga-Berlin ereignen.

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