Nach weiterem Bruch des Atom-Abkommens durch Teheran

Rotes Meer: Weitere Attacke gegen Tanker

Die Krise um das iranische Atomprogramm hat sich am Donnerstag weiter verschärft. Der Iran gab bekannt, dass nicht einer, sondern drei seiner Öltanker angegriffen worden sind.

Iran Dena / Wikicommons / CC BY-SA 4.0
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Die Krise um das iranischen Atomprogramm hat sich am Donnerstag nach zwei neuen iranische Verstößen gegen das noch immer mit einigen europäischen Ländern bestehende Abkommen verschärft. Der Iran erklärte in einem Brief an die Internationale Schifffahrts-Organisation, dass nicht einer, sondern drei seiner Öltanker im Roten Meer angegriffen worden sind. Zugleich warnte der Iran, die kommerziellen Schifffahrtswege im Roten Meer wären unsicher.

Die Erklärung des Iran wurde gleichzeitig mit einem Treffen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) veröffentlicht, auf dem über die neuerliche Verletzung des Atom-Abkommens gesprochen werden sollte. Der Iran hatte Vertreter der IAEA zeitweise festgehalten und ihnen die Pässe abgenommen. Laut Teheran hätten konkrete Verdachtsmomente vorgelegen. Die Inspekteure wurde später wieder auf freien Fuß gesetzt, berichtet die Jerusalem Post.

Wer die Angreifer auf die Tanker sein könnten ist unklar. In dem Gebiet sind auch Piraten unterwegs. Für den angezeigten Angriff hatte Teheran Israel, die USA und Saudi Arabien verantwortlich gemacht. Unklar ist, warum der Iran die beiden anderen Angriffe erst jetzt angezeigt hat. Einer der beiden Angriffe soll schon im April stattgefunden haben, also bevor britische Marineeinheiten einen iranischen Tanker vor Gibraltar aufgebracht hatten, der andere im August.

Gegebenenfalls will der Iran sich selber einen Vorwand liefern, um seinerseits Attacken gegen Tanker anderer Nationen im Roten Meer zu begründen. Der Iran provoziert seit Monaten mit Aktionen im Persischen Golf ein militärisches Eingreifen der USA, die sich bisher konsequent zurückhalten und allein auf die Wirkung der Wirtschaftssanktionen setzen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Gerd Müller

Auf der einen Seite als Alternative Medien und AFD -
zurecht - schlechten Journalismus als Lügenpresse oder zumindest Lückenpresse zu bezeichnen

... und dann bei bestimmten Themen selbst lückenhaft und damit tendeziös zu berichten konterkariert die alternative Bewegung und schadet ihr

... das ist bei den Themen
- Iran
- Venezuela
- China
immer wieder hier zu lesen

Ehrlich gesagt, ich versteh diese Blöße nicht

Gravatar: Jürg Rückert

Der Iran weiß, dass er einen Krieg nicht gewinnen kann. Der Irak, Libyen, Syrien - Leichenfelder!
Würde das Regime der Mullahs verschwinden, wäre das gut. Aber eine Irakisierung des Landes wäre noch schlechter. Auch für uns.
Bisher haben die USA nicht erkennen lassen, dass ihnen am Wohlergehen der von ihnen angegriffenen Völker etwas liegt. Wo ihr Stiefel hintritt, da bleibt "entlaubtes Land".

Gravatar: Sigmund Westerwick

Gewollte Unklarheit

Ich kann immer noch nicht vestehen, was der Iran denn eigentlich gemacht hat, außer das er verkündet hat, daß sich eines, sondern drei seiner Schiffe angegriffen wurden, das ist jedenfalls die einzige Stelle, aus der sich die Zahl ableiten läßt.
Also: iranische Schiffe wurden angegriffen, nach der Kündigung des Atomabkommens durch die USA und dem aktiven Zuschauen der EU wird der Iran wieder sanktioniert.
Wie sich daraus die Überschrift ableiten läßt daß "Nach weiterem Bruch des Atom-Abkommen durch Teheran" weitere Atacken gegen Tanker ( und zwar iranische ) , und zwar schon im April, ausgeführt wurden, erschließt sich mir in keinster Weise..
Das ist einfach billiger Überschriftenjournalismus mit den Stichworten Bruch des Abkommens -> Teheran -> Tanker Attacken -> deer Iran ist böse.

Das hilft es auch ncht darauf zu verweisen daß das Abkommen gültig ist, auch wenn sich USA und EU nicht an ihre Vereinbarungen halten, also wenn ich ihnen mein Auto verkaufe und sie nicht zahlen bin ich trotzdem verpflichtet mein Auto zu übergeben, das kann so nicht funktionieren.

Gravatar: Wolfgang Hebold

Werter Herr Westerwick,

der Iran hat das Atomabkommen bisher nicht gekündigt. Daher handelt sich bei den Aktionen Teherans völkerrechtlich um einen Verstoß des Iran gegen das Abkommen. Der Iran müsste das Abkommen ebenfalls kündigen. Allerdings bleibt dann immer noch das Abkommen über die Nichtweiterbreitung von Atomwaffen, das der Iran ebenfalls unterzeichnet hat.

Der Iran weiß ganz gut, warum er die beiden Abkommen nicht kündigt.

Mit freundlichen Grüßen,

Wolfgang Hebold

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Gegebenenfalls will der Iran sich selber einen Vorwand liefern, um seinerseits Attacken gegen Tanker anderer Nationen im Roten Meer zu begründen. Der Iran provoziert seit Monaten mit Aktionen im Persischen Golf ein militärisches Eingreifen der USA, die sich bisher konsequent zurückhalten und allein auf die Wirkung der Wirtschaftssanktionen setzen.“

Nun: ´Ich bin mir sicher, dass der Iran absolut kein Interesse an einer militärischen Auseinandersetzung mit den USA hat!

Da aber schon der Roosevelt hervorhob:

„In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf dieser Weise geplant war“, stellen sich auch mir die Fragen:

Ließ Washington die CIA die Demokratie im Iran nicht schon 1953 stürzen
https://www.dw.com/de/1953-irans-gestohlene-demokratie/a-17008768,
um die heutigen Zustände herzustellen?

War es deshalb etwa sogar gewollt, dass das Teheran die heutigen Spannungen nutzt
https://www.badische-zeitung.de/spannung-nutzt-teheran--174331150.html
und die Europäer im Konflikt zwischen Iran und den USA hilflos aussehen lässt???
https://www.nzz.ch/international/deutschland/die-europaeer-sind-im-konflikt-zwischen-iran-und-den-usa-hilflos-ld.1480698

Gravatar: Sigmund Westerwick

Falschmeldung

Die USA haben das Abkommen gekündigt, der Iran hat dem Rest ( Europa ) die Gelegenheit gegeben, das US-Embargo erträglich zu machen, das ist aber nicht geschehen.

Und jetzt zu schreiben daß der Iran das Abkommen gebrochen habe ist zumindest stark verkürzt dargestellt.

Von einer unabhängigen FreienWelt erwarte ich zumindest, daß die Inhalte halbwegs korrekt dargestellt werden, eine einfache Widerholdung der Verlautbarungen des eines oder anderen Kriegsministeriums ist nicht dienlich und keine Nachricht wert.
Zuguterletzt: Worin besteht denn der erneute Bruch, daß irgendjemand Schiffe angegriffen habe, und ist der Iran jetzt auch für irgendjemand in Haft zu nehmen ?

Alles ein wenig dünn und nur Propaganda, schade .

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