Selbst im Faschismus waren die Kirchen nicht geschlossen

Roms Kirchen bleiben zum Gebet geöffnet

Kurz nach einem Messverbot aus dem Vikariat Rom folgte die Kehrtwende: Roms Kirchen werden für Gebet offen bleiben.

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Generalvikar von Rom, Kardinal Angelo De Donatis hatte in seinem Einflussbereich alle Kirchen schließen lassen. Messen, öffentliche Treffen, Katechesegruppen und Ehevorbereitungen wurden abgesagt. Roms Bürger waren geschockt.

Im Vikariat klingelte das Telefon heiß. Hunderte riefen an und beschwerten sich über die Kirchenschließung. In den sozialen Netzwerken wurde zum Protest ausgerufen, WhatsApp Gruppen waren überflutete von gegenseitiger Mobilisierung.

Dann kam die Überraschung. Nur einen Tag nach dem offiziellen Dekret folgte ein Zusatzschreiben, das erließ, die Kirchen der Diözese Rom wieder zu öffnen. »Drastische Maßnahmen sind nicht immer gut,« sagte Papst Franziskus dazu in einer Predigt am Vortag. War es die Rebellion der Bürgen, die die Kirchenöffnung erwirkte?

Einige Stimmen ließen sich sogar schon vor der Änderung nicht vorschreiben, was zu tun sei. Kardinal Konrad Krajewski öffnete die Türen seiner Kirche Santa Maria Immacolata auf dem Esquilin Hügel und setzte das Allerheiligste Sakrament zu Anbetung aus, um den Gläubigen Gebet und eine Begegnung mit dem Herrn zu ermöglichen.

»Es ist ein Akt des Ungehorsams, ja, wenn ich das Allerheiligste Sakrament ausstelle und meine Kirche öffne,« so Krajewski in einem Statement an Crux. »Es war im Faschismus nicht so, es war unter Russischer und Sowjetischer Besatzung nicht so – die Kirchen waren nicht geschlossen,« fügte er hinzu. »Diese Entscheidung soll andere Priester ermutigen,« fügte er hinzu.

Auch der Rektor der deutschen Kirche, Msgr. Franz-Xaver Brandmayr zelebriert weiterhin Messe und lässt Gläubige daran teilnehmen [Freie Welt berichtete].

Kurienbüros bleiben – mit geänderten Arbeitsbedingungen und Protokollen offen – stand es in einem Pressekommuniqué des Pressebüros. Die Hygienestandards und Arbeitsflexibilität wurden der Situation entsprechend angepasst.

Die Kirchen in Rom bleiben jedenfalls geöffnet. Ein Zeichen für eine Welt, die teilweise in »Heidenangst« verfallen ist.

(jb)

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Tacheles

@ Joachim Datko

Sie irren ganz gewaltig. Beten, das ist bewiesen ist
sehr gesund. Das beweist die Wissenschaft sogar.
Längeres beten gleicht einer Meditation.

Von nichts werden Mönche, Nonnen und Priester oft
steinalt.

Gravatar: Joachim Datko

Häufiges Beten ist gefährlich!

Zu Tacheles 19:21 - "Und wir sollen uns jetzt gründlich die Hände waschen. Das dauert länger als die meisten es praktizieren. Ein "Vater Unser" beten, ist die Zeit die es zur gründlichen Reinigung braucht."

Wer häufig Texte wiederholt, schreibt sie immer stärker ins Gehirn ein. Streng religiöse Menschen leben in einem geistigen Gefängnis.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Im Vikariat klingelte das Telefon heiß. Hunderte riefen an und beschwerten sich über die Kirchenschließung. In den sozialen Netzwerken wurde zum Protest ausgerufen, WhatsApp Gruppen waren überflutet von gegenseitiger Mobilisierung.“ ...

Weil die Gläubigen Roms etwa fürchten, dass es ihnen ähnlich geht, wie den einst gekeulten Hühner während der Vogelgrippe und den Schweinen bei der nachfolgenden Schweinegrippe?

Wollen sie Gott etwa ´deshalb` in Kirchen aus Stein anbeten, in denen er nicht wohnt https://www.theologe.de/freiechristen1.htm,
um ihn ganz uneigennützig zu bitten, diese Last wenigsten den ´gläubigen` Christen von der Schulter zu nehmen???

Hat Gott mit den Menschen vielleicht längst etwas ganz anderes vor
https://www.livenet.ch/themen/kirche_und_co/christliches_gemeindeleben/juengerschaft/334725-wenn_gott_andere_plaene_fuer_uns_hat.html,
weil es ihm seine Alte etwa so diktierte???

Gravatar: Tacheles

Beten können wir überall.

Und wir sollen uns jetzt gründlich die Hände waschen.
Das dauert länger als die meisten es praktizieren.

Ein

"Vater Unser"

beten, ist die Zeit die es zur gründlichen Reinigung
braucht.

Gravatar: Der Bote

Hören Sie die Corona-Predigt von Pastor
Jakob Tscharntke vom 22.O3.2020. Einfach
PASTOR TSCHARNTKE PREDIGTEN
eingeben mit dem Datum 22.3.20.
Sie hören hier, was in den ev. Landeskirchen
und von den meisten Politikern verschwiegen
wird.

Gravatar: Joachim Datko

Für mich zählt in der Not die fachliche Kompetenz!

Zitat: "»Es ist ein Akt des Ungehorsams, ja, wenn ich das Allerheiligste Sakrament ausstelle und meine Kirche öffne,« so Krajewski in einem Statement an Crux. »Es war im Faschismus nicht so, es war unter Russischer und Sowjetischer Besatzung nicht so – die Kirchen waren nicht geschlossen, [...]"

Ich halte mich strikt an die behördlichen Vorgaben. Sie beruhen auf Empfehlungen von Wissenschaftlern. Ich bin für solche Informationen dankbar. Wenn mir gesagt wird, ein Mindestabstand von 1,5 Metern ist wichtig, lege ich noch einen Meter dazu.

Menschen gefährden mit leichtsinnigem Verhalten nicht nur sich, sondern die ganze Gesellschaft.

Joachim Datko - Ingenieur, Physiker

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