Fast 1000 Kilometer Ergas-Pipeline von Russland in die Türkei

Putin und Erdogan haben neue Mega-Pipeline eingeweiht

Russland hat nun einen neuen Weg, sein Erdgas nach Europa zu liefern: durch das Schwarze Meer und über die Türkei. Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin haben nun in Istanbul eine neue Pipeline eingeweiht.

Foto: Kremlin.ru / CC BY 4.0
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Die Ukraine ist mit den Russen im Dauerkonflikt, die Nordstream2-Pipeline durch die Ostsee wird von den Amerikanern angegangen. Aber die Russen haben noch andere Alternativen. Jetzt wurde von Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin in Istanbul die neue Erdgas-Pipeline »Turkish Stream« eingeweiht [siehe Bericht »Spiegel«]. Sie führt durch das Schwarze Meer und über die Türkei.

Die neue Pipeline wird nicht nur die Türkei mit russischem Erdgas versorgen. Sie soll auch das russische Erdgas weiter nach Europa führen und an die dortigen Netze andocken. Damit wolle Russland helfen, die Energieversorgung Europas sicherzustellen, erklärte Putin bei den Feierlichkeiten.

Bauherr und Betreiber der Pipeline ist der russische Konzern Gazprom. Trotz aller Gegensätze und Meinungsverschiedenheiten in bestimmten Fragen finden Erdogan und Putin immer wieder zu gemeinsamen Interessen zusammen. Die Türkei und Russland sind durch ihre geographische Lage auf eine gute Zusammenarbeit angewiesen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Walter

Die Nordstream 2 Pipeline wird nicht von Trump angegangen, sondern durch Sanktionen für die beteiligten Firmen rechtswidrig gestoppt. Mit welchem Recht will man unserem Land vorschreiben, wie wir unsere Energieversorgung stabil halten wollen.
Die USA handeln hier nach der Aussage des ehemaligen Sicherheitsberaters "Zbigniew Brzezinski":

"Deutschland ist ein amerikanisches Protektorat und ein tributpflichtiger Vasallenstaat."

Handelt man so gegenüber Verbündeten?

Dazu scheint mir doch die Aussage des ehemaligen US - Außenministers "Henry Kissinger" sehr überzeugend:

"Ein Verbündeter der Vereinigten Staaten zu sein, ist oftmals gefährlicher als ihr Feind zu sein."

Das die Kanzlerin an diesem Projekt festhalten will finde ich richtig, auch wenn es mir schwer fällt, ihr recht zu geben, aber wenn sie das Richtige tut, muss man dies auch anerkennen. Und in diesem Fall tut sie genau das, was für das Land richtig ist. Sie hat wohl endlich erkannt, dass man für das Abschalten von Kern- und Kohlekraftwerken eine Ersatzenergie braucht, wenn Ökostrom nicht ausreichend zur Verfügung steht. Solange man nicht in der Lage ist diesen Ökostrom in ausreichender Menge zu speichern braucht man Erdgas und hier vor allem das preiswerte russische Gas zur Sicherheit der Versorgung. Sich vom Fracking - Gas der USA abhängig zu machen wäre dabei die äußerst ungünstige Variante, vor allem auch für die Geldbeutel der Bürger.
Aber dies ist vermutlich nicht der einzige Grund für das Verhalten des US - Präsidenten. Vermutlich hat er Bedenken, dass seine ukrainischen Freunde Angst haben, dass sie an dem Gasgeschäft der Russen mit Europa nicht mehr so große Durchleitungsgebühren kassieren können. Zumal diese Pipeline auch aus Gründen der fehlenden Instandhaltung keine sichere Gasversorgung mehr gewährleistet. Und wenn diese dann saniert werden muss, sich die Durchleitungsgebühren enorm erhöhen. Warum sollen immer wir Deutschen für die Nachlässigkeiten anderer bezahlen? Das die Amerikaner für ihren östlichsten Stützpunkt dafür die Kosten aufbringen würden, mag ich stark bezweifeln. Auch die EU wird aufgrund ihrer "Großen" zukünftigen Aufgaben keine großen Mittel mehr zur Verfügung stellen können. Am Ende bleibt es wieder an den Deutschen hängen. Dieses Problem wäre für uns aufgrund der neuen Pipeline erst mal vom Tisch.
Wenn die Ukrainer erst merken, dass ihre Wirtschaft auch nicht bergauf geht werden sie sich auch nicht mehr vor den US - Karren spannen lassen.

Aber die Kanzlerin muss sich trotz des Disputs mit Trump keine sorgen machen, auch wenn er mit ihr Probleme hat, hat er sie doch als Freundin bezeichnet. Genauso wie den Diktator aus Nord - Korea, welchen er schlimmes angedroht hatte und seit er sich mit ihm getroffen hat, hat er diesen auch einen Freund genannt.
Dazu fällt mir doch der alte Spruch ein:

"Willst du nicht mein Kumpel sein dann schlag ich dir den Schädel ein"

Wenn sich, wie hier im Artikel angedacht, die Türken mit den Russen entschließen würden diese Pipeline nach Europa zu verlängern, dann brauchten die Ukrainer ihre nur noch zur Eigenversorgung. Dies würde zwar einigen nicht gefallen, aber die Versorgung Europas wäre sicher.

Das die Russen sich von der Ukraine unabhängig machen kann man ihnen doch nicht verdenken. Vor allem schon deshalb nicht, weil ein Jahr vor der orangenen Revolution in der Ukraine die damalige US - Regierung an eine US - Verwaltungsfirma den Auftrag erteilt hatten, Firmen zur Sanierung von Marinegebäuden auf der Krim zu generieren. Das dies mit den Ukrainern abgesprochen war kann man vermuten. Und wenn die damalige US - Regierung so einfältig war dies öffentlich einsehbar zu machen, dann muss man sich doch nicht über die Vorgänge auf der Krim wundern. Die Russen hatten mit der Ukraine einen sehr langfristigen Vertrag zur Nutzung dieses Marinestützpunktes.

Und wenn man immer Lobreden über die Amerikaner hält, was diese doch alles für Deutschland getan hätten, so halte ich dagegen, dass sie dies damals nicht aus Freundschaft zu Deutschland getan haben, sondern aus politischen Zweckmäßigkeiten. Da sich das Kriegsgeschehen leider anders entwickelt hat als es sich die USA vorgestellt haben brauchten sie nun ein Bollwerk gegen den Sowjetkommunismus in Europa. Und dafür brauchte man ein starkes Deutschland vor dem "Eisernen Vorhang." Eigentlich waren ja andere Pläne mit Deutschland geplant
(Hooton - Plan und auch andere). Und so haben die Deutschen jenseits des "Eisernen Vorhangs" es eigentlich den damaligen Sowjets zu verdanken, dass man von diesen Plänen Abstand genommen hat und sich Deutschland aus eigener Kraft in wenigen Jahren wieder zur stärksten europäischen Wirtschaft entwickelt hat, trotz der Teilung des Landes. Ein Vorzeigeland welche die Vorteile des Kapitalismus gegenüber dem real existierenden Sozialismus in der Realität dargestellt hat.

Gravatar: Olaf Fröhlich

Mit diesem Erdoğan hätte ich ganz ehrlich keine Geschäfte abgeschlossen. Aber so wie ich Putin einschätze, hat er alles unter Kontrolle. Russland ist eine Weltmacht und die werden sich von diesem Geschäftspartner nicht verarschen lassen, von diesem Erdoğan wie unsere Deutsche Regierung unter Führung Merkel. Putin hat Rückrat und wird, wenn was nicht klappt zeigen, wo es lang geht.

Gravatar: Demmel goro

Ich glaube nicht, daß die Türkei die Gaslieferungen mit
Dollar bezahlt.

Gravatar: Frost

Erdogan ist unberechenbar. Ich hätte das nicht gemacht. Demnächst könnte er die EU nicht nur mit den Flüchtlingen erpressen, sonndern auch mit der Gaslieferung.

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