Truppen der OVKS zur Aufrecherhaltung der Sicherheit im Einsatz

Proteste in Kasachstan eskalieren weiter

Die gewaltsamen Proteste in Kasachstan eskalieren weiter. Die Zahl der Toten nähert sich der 200er-Grenze. Truppen der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) sind zur Aufrecherhaltung der Sicherheit im Einsatz.

Foto: Esetok / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia
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Die Lage in Kasachstan ist unklar. Klar ist nur, dass die gewaltsamen Proteste weitergehen und dass Staatschef Tokayev ausländische Truppen der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) zur Aufrechterhaltung der Sicherheit ins Land gerufen hat. Wer hinter den Unruhen steht und woran sich diese entzündeten, lässt aktuell viel Raum für Spekulationen. Die genaue Zahl der Toten ist ebenfalls nicht verifiziert, gegenwärtig machen Meldungen von bis zu 200 im Zuge der Proteste Getöteten die Runde.

Politisch wurden erste Entscheidungen getroffen. Der ehemalige Chef des Nationalen Sicherheitskomitees Kasachstans, Karim Massimov, sei wegen des Verdachts des Hochverrats festgenommen worden, teilte das Komitee am Samstag mit. Massimov sein in einer provisorischen Haftanstalt untergebracht worden. Auch der stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Sicherheitskomitees Samat Abish, der Neffe des ehemaligen kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew, wurde entlassen.

Daniil Kislov, Gründer der Ferghana Nachrichtenagentur, sagt in einem Gespräch mit der New York Times, dass die Unruhen und die Gewalt in Almaty »künstlich von Leuten organisiert wurde, die wirklich die Macht in ihren Händen hatten.« Vor allem Nasarbajews besagter Neffe Samat Abish sei für die Orchestrierung eines Großteils der Gewalt verantwortlich.

Galym Ageleulov, ein Menschenrechtsaktivist in Almaty, erklärte, dass die Gewalt in Almaty erst begann, als eine Menschenmenge, die »eindeutig von Plünderern von kriminellen Gruppen organisiert war«, den Marsch zum Rathaus begann, während gleichzeitig die Polizeipräsenz nachließ.

In der Zwischenzeit haben sich knapp 4.000 Mann aus den Reihen der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS)in Kasachstan eingefunden, darunter Soldaten und Sicherheitskräfte aus Russland, Tadschikistan, Kirgisien und Armenien. Sie sollen für die Wiedereinführung und Aufrechterhaltung der Sicherheit im Land sorgen. Mindestens zwei Dutzend kasachischer Polizisten sind bei den Auseinandersetzungen ums Leben gekommen, zwei von ihnen wurden bestialisch geköpft.

Eine der Forderungen der Demonstranten, die Rücknahme der Erhöhung des Benzinpreises, wurde erfüllt. Für die nächsten sechs Monate ist der Preis für einen Liter Benzin auf 50 Tenge (Währung in Kasachstan) festgeschrieben. Das sind umgerechnet 10 Cent pro Liter. Das monatliche Einkommen in Kasachstan liegt bei etwa 450 Euro.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Peter Lüdin

Der kasachische Herrscherclan verfügt über ein Immobilienvermögen im Ausland von etwa 800 Millionen Franken. Ihre Paläste am Genfer See sind weltbekannt. Das Volk speiste man mit einem Durchschnittgehalt von 350 US-Dollar ab. 30 Jahre ist es gut gegangen, jetzt ist das Ende anscheinend das Ende gekommen. Der Unterschied zu z. B. Belarus ist, dass die Demonstranten schon am zweiten Tag Waffen haben und Teile der Sicherheitskräfte nicht loyal zur Regierung stehen, sondern die Protestierenden unterstützen.

Gravatar: Ronald Schroeder

Vielleicht schickt Frau Ministerin ein paar Beobachter nach Kasachstan? Die sozialdemokratische Innenministerin fordert die Entlassung von Extremisten aus dem öffentlichen Dienst. Ich nehme an, die Definitionsgewalt, wer hierzu gehört, haben die unabhängigen Gerichte der BRD, insbesondere das für seine Unabhängigkeit vom Kanzleramt bekannte Bundesverfassungsgericht. Insofern ist der Rechtsstaat BRD mit Kasachstan nicht vergleichbar. Dort hat Präsident Qassym-Schomart Toqajew die Verwaltung konsequent von allen Männern seinen Amtsvorgängers Nursultan Nasarbajew gesäubert. Inzwischen ist Kasachstan auf der Stufe der Demokratisierung ein Stück vorangekommen. Es wird inzwischen auf regierungskritische Demonstranten geschossen. Kasachstan ist der Entwicklung in der BRD deutlich voraus. Hier werden nur Fußgänger festgesetzt und mit Bußgeldern drangsaliert. Jedenfalls dann, wenn sie sich während ihrer Spaziergänge kritisch zu Regierungsbeschlüssen äußern. Zudem sind nach Medienberichten in Kasachstan regierungstreue Schlägertrupps unterwegs, um Regierungskritiker einzuschüchtern. Die BRD-Innenministerin fordert: "Ich glaube, dass die NGOs, die in diesen Bereichen (dem Kampf gegen den Rechtsextremismus-R.S.) tätig sind, eine verstetigte Unterstützung brauchen und da kann ein Bundesinnenministerium sehr viel tun." Davon darf ausgegangen werden. Deshalb heißen die Truppen ja auch Nichtregierungsorganisationen.

Gravatar: Unbekannt

An Roland Brehm...

Herr Brehm, bleiben Sie lieber bei dem wovon Sie Ahnung haben, die Lage in Kasachstan ist es nicht.

Nur mal so von einem der in Kasachstan geboren ist und auch Bekannte und Verwandtschaft da hat.

Jeder Hans und Franz möchte sich schlau stellen...

Gravatar: Walter

> Wer hinter den Unruhen steht und woran sich diese entzündeten, lässt viel Raum für Spekulationen <

Bei der orangenen Revolution in der Ukraine sind die Strippenzieher bekannt. Das hat die frühere Mitarbeiterin vom US - Außenministerium "Victoria Nuland" mit ihren Ausspruch "FUCK THE EU" ganz deutlich gezeigt.

Wer diese in Kasachstan sind, welche bewaffnet gegen die Staatsorgane vorgehen, darüber gibt es noch keine genauen Erkenntnisse. Das es die Bürger welche wegen den höheren Benzinpreisen demonstrieren sein sollen, dies ist wenig glaubhaft. Da hätten wir ja in unserem Land noch einiges vor uns.

Wer die Geschehnisse in der Weltpolitik nicht erkennen kann, der hat entweder kein Interesse sich zu informieren, oder er schlafwandelt.
Bei Belorussland hat es schon in den Anfängen nicht geklappt. Aber klar ist auch um was es geht, es geht um die Einkreisung Russlands, mit dem Ziel, Russland als Großmacht auf dem eurasischen Kontinent auszuschalten.

Nur sollte man nicht vergessen, dass Russland und China sich immer mehr annähern. Wenn beide erst militärisch zusammenarbeiten, dann haben ihre westlichen Gegenspieler ein sehr großes Problem, was sie nicht lösen können um nicht selbst in den Abgrund zu stürzen. Am meisten werden die wirtschaftlich starken europäischen Länder negativ davon betroffen sein.

Der Traum von "Zbigniew Brzezinski", "Die einzige Weltmacht", scheint wohl doch nur ein Traum zu sein, welcher immer weniger Chancen hat in Erfüllung zu gehen.

Gravatar: Otto Normalverbraucher

Wer gedacht hatte, daß Rußland seine Baikonur-Raketenstation ohne Schutz aushält, der träumt.
Rußland hat mit Unterstützung die Gaspreise stabil gehalten, in dem Land, der die größte Reserven verfügt.
Ansonsten sind einige aus dem Ausland finanziert worden, von den Demonstrierenden?
Würde die Ampel bei Unruhen anders reagieren?
Nein, also--

Gravatar: Roland Brehm

Tatsache ist, daß Kasachstan von einer korrupten Oligarchen-Clique regiert wird, denen das Wohl des Volkes am Arsch vorbei geht. Die Unruhen auf ausländische Kräfte zu schieben greift zu kurz, gleichwohl dies nicht auszuschließen ist. Wenn der Staatschef schon Truppen aus anderen Staaten ruft kann man sich vorstellen wie tief die Gräben tatsächlich sind. Die Gemengenlage ist sicherlich vielfältig. Woran kein Zweifel herrschen kann ist, daß das Volk von den Oberen die Schnauze voll hat und da die Kasachen nicht solche Gehirnerweichten Schlafschafe sind wie die Deutschen, fliegen dann eben die Kugeln. Ein Vorgeschmack auf das, sollte mal der deutsche Michel doch irgendwann mal aufwachen. Deswegen auch die unni sono Aussagen der MSM die die Niederschlagung und Totschießung von Demonstranten zum Thema hat. Quasi als Warnung an alle Freiheits-Demonstranten was ihnen blüht wenn sie nicht vor dieser Diktatur kriechen und brav zu Hause bleiben.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Die gewaltsamen Proteste in Kasachstan eskalieren weiter. Die Zahl der Toten nähert sich der 200er-Grenze. Truppen der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) sind zur Aufrecherhaltung der Sicherheit im Einsatz.“ ...

Ja mei: Da es sich bei Kasachstan merkelwüdigerweise erneut um einen wie die Ukraine ´direkt` an Russland grenzenden Staat handelt, der so ganz nebenbei auch noch über riesige Ressourcen an Erdöl, Erdgas und Metallen verfügt
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/kasachstan-proteste-107.html
und Putin auch m. E. durch die EU incl. ihre US-Freunde in der Ukraine inszenierten Putsch ein gebranntes Kind ist
https://www.znf.uni-hamburg.de/media/documents/peacebuilding/ws1718/pradetto-ukraine-russland-westen-2016.pdf:

Wird damit nicht verständlich, dass Putin ganz einfach nur Ruhe im nähren Umfeld Russlands will?

Zeigte die "Kuba-Krise" etwa nicht, wie Washington reagierte, als die Sowjets den Amis zu nahe aufrückten???

Gravatar: Fritz der Witz

Ist VIKTORIA NULAND #Fuc*****EU schon gesichtet worden ?

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