Eine Meldung macht Schlagzeilen: Vor den Philippinen ist ein Wal gestrandet. In seinem Magen fand man 40 Kilogramm Müll [siehe Berichte »Neue Osnabrücker Zeitung«, »FAZ«, »Sputnik-News«]. Das Tier war daran elendig verendet. Doch es geht nicht um das Einzelschicksal des Wales. Sein Schicksal ist beispielhaft für die Verschmutzung des Ökosystems Meer.
Ekelerregender Müllteppich im Ozean: dreimal so groß wie Frankreich
Mitten im Pazifischen Ozean, zwischen Kalifornien und Hawaii, treibt ein riesiger Plastikmüllteppich. Er ist dreimal so groß wie Frankreich [siehe Bericht »theoceancleanup.com«]. Er ist der größte, aber nicht der einzige Riesenteppich aus Müll. Es gibt noch einen weiteren im Südpazifik, einen im Indischen Ozean und zwei im Atlantik. Der Müll wird durch die Meeresströmungen zu großen Teppichen zusammengetrieben.
Plastik löst sich im Wasser nur sehr schwer auf. Die kleinen Plastikpartikel werden von den Meerestieren aufgenommen. So gelangen sie in die Nahrungskette – und über die Fischerei auch auf unseren Esstisch.
Der größte Teil des Plastikmülls in den Meeren kommt aus China, Indonesien, Vietnam, Thailand und von den Philippinen. Diese fünf Staaten sind für so viel Plastikmüll in den Ozeanen verantwortlich wie der Rest der Welt zusammengenommen. Im Gegensatz zu Europa wird dort der Plastikmüll kaum recycelt. Er landet oft im Meer.
Doch auch die Schiffe tragen ihren Teil zur Verschmutzung der Meere bei. Entlang der Schifffahrtsrouten wird viel Müll entsorgt, der sich in endlosen Streifen durch das Meer zieht. Hier muss dringend etwas geändert werden. Wenn die Meere als Ökosysteme kollabieren, haben wir ein mächtiges Problem.



Kommentare zum Artikel
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Eine einfache Frage
Alle reden von zu viel "Plastikmüll" und der Notwendigkeit,
den Gebrauch von Plastik zu reduzieren. Warum wird nicht stattdessen über eine Verbesserung des Recyclings gesprochen, daß etwa es Quoten gibt, daß bei der Herstellung von Plastikprodukten soundsoviel Prozent
Altplastik benutzt werden müsse?
Uwe C. Lay