Sie verschleiern die wirkliche Gefahr

PEN beklagt Übergriffe und Selbstzensur bei Schriftstellern

Der Schriftstellerverband PEN hat in einer Pressemeldung »alarmierende Zahlen« veröffentlicht, die zeigen sollen, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland in akuter Gefahr ist. Als besonders gefährlich gelten die sozialen Medien. Die Gefahr geht nach Meinung des PEN von Rechtspopulisten aus. Die Studie ist mehr als fragwürdig – sie ist ein Skandal. Sie soll bei der Buchmesse präsentiert werden.

Pressemitteilung PEN
Veröffentlicht: | von

Die Studie heißt »Das freie Wort unter Druck« und ist das Ergebnis eines Kooperationsprojekts des PEN-Zentrums Deutschland und des Instituts für Medienforschung an der Universität Rostock. Es sollte untersucht werden, ob Journalisten und Schriftsteller Einschränkungen der Meinungsfreiheit befürchten.

In Amerika scheint es so zu sein, da »geben zwei Drittel der international befragten Autor*innen an, schon mal ein brisantes Thema vermieden zu haben«, heißt es im Vorwort zur Studie. Es gibt noch etwas, das so eine Studie nach Meinung der Medienforscher notwendig gemacht hat: »Erfahrungen von Gender-Forscher*innen zeigen ebenfalls, dass feministische Publikationen vielfach Fläche für Angriffe, Hassrede und Bedrohung bieten.«

Doch konkrete, auf Deutschland bezogene empirische Studien fehlten bislang. Diese Forschungslücke sollte nun geschlossen werden.

Und so wurden Fragebögen verschickt und ausgewertet. Drei Viertel der 526 befragten Schriftsteller äußerten ihre Sorge über die freie Meinungsäußerung in Deutschland. So steht es jedenfalls in der aktuellen Pressemeldung. Die PEN-Mitglieder beklagen demnach eine Zunahme von »Bedrohungen«, Einschüchterungsversuchen und »hasserfüllten Reaktionen«. 

»Das sind erschütternde Ergebnisse, die man für eine freiheitlich-demokratisch verfasste Gesellschaft nicht vermutet hätte«, so fasst es Carlos Collado Seidel, Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland, zusammen: »Es ist nicht nur offensichtlich, dass das freie Wort und Toleranz gegenüber den Meinungen anderer, höchste Güter unserer Grundordnung, unter Druck stehen. Ein weiterer Erosionsprozess bedroht Pluralität und Meinungsvielfalt und damit den Kernbestand unserer Gesellschaft.«

Auch Elizabeth Prommer, die Direktorin des Instituts für Medienforschung an der Universität Rostock, zeigt sich überrascht und betroffen: »Mit dieser Studie haben wir ganz offensichtlich einen Nerv getroffen. Wir waren völlig überrascht über die hohe Beteiligung und vor allem über das außerordentliche persönliche Mitteilungsbedürfnis. Das Thema treibt Schriftstellerinnen und Schriftsteller stark um. Dieses Alarmsignal muss ernst genommen werden.«

Die Studie bietet allerlei Schaubilder und Tabellen, aus denen ersichtlich sein soll, wie viele der im PEN organisierten Schriftsteller, die neuerdings als »Autorinnen und Autoren« bezeichnet werden, als »Schrifstell*innen« oder auch als »Teilnehmende«, sich bedroht fühlen und wie sich das auf ihr Wohlbefinden auswirkt. Vermutlich wird extra so ein für Schriftsteller besonders peinlicher Eiertanz mit den politisch korrekten Bezeichnungen aufgeführt, weil sich die »Gender-Forscher*innen« sonst schon wieder angegriffen fühlen könnten und sich damit bestätigen würde, was als Vorannahme schon am Anfang der Studie stand.

Bezeichnenderweise fehlt eine Auswertung zu der Frage, woher die »Bedrohungen« überhaupt kommen. Dazu gibt es kein Schaubild, kein Tortendiagramm. Es gibt jedoch eine Tabelle, aus der ersichtlich ist, dass »anonyme Personen« die hauptsächlichen »Angreifer« darstellen. Was mögen das für Angriffe sein?

Die meisten kommen von Facebook. Deshalb sehen die Autorinnen und Autoren – bzw. die Schriftsteller*innen – auch die sozialen Medien als »Gefahr« für die Meinungsfreiheit. Das ist in der Tat überraschend. Von einer Gefahr für die Meinungsfreiheit könnte man sprechen, wenn bestimmte Meinungen unterdrückt und zensiert würden, aber nicht dadurch, dass es auf Facebook anonyme Kommentare gibt.

»Als vermutete Gründe für die An- und Übergriffe werden vor allem die Unzufriedenheit mit dem Beitragsinhalt und Vorbehalte gegen die politische Orientierung angeführt«, heißt es in der Studie weiter. Kann man es wirklich als »An- und Übergriffe« bezeichnen, wenn in anonymen Kommentaren Vorbehalte gegen die politische Orientierung laut werden?

Falls diese Kommentare nicht nur laut, sondern viel zu laut sein sollten, falls sie also unqualifiziert sind, dann sind sie eben genau das: zu laut und unqualifiziert. Dann disqualifizieren sie sich selbst. Davor muss man sich nicht fürchten – wenn dahinter keine Staatsmacht steht.

Sollten es jedoch qualifizierte Kommentare zu der politischen Orientierung sein, dann müssten sie erwünscht sein. Es sei denn, sie wollen keine ernsthafte Auseinandersetzung mit ihren Positionen.

Dazu heißt es in der Studie: »Als Quellen und Ursachen für die Angriffe werden vor allem populistische und Rechtsparteien sowie Vorbehalte gegenüber dem Geschlecht oder der sexuellen Orientierung genannt.«

Doch dazu gibt es keine Zahlen, keine Relationen, so dass man von der Studie den Eindruck haben muss, dass die Bedrohung der Meinungsfreiheit ausschließlich von »Rechtsparteien« ausgeht und sich in den sozialen Medien äußert. Damit liefert die Studie einen Vorwand, gegen Rechtsparteien (gemeint ist die AfD) vorzugehen und Zensurmaßnahmen im Internet zu forcieren.

Und so eine Initiative kommt ausgerechnet von einer Organisation, die einst zur Bewahrung der freien politischen Rede gegründet wurde.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Hans von Atzigen

Oh je Globalisten und EU-Imperialwahn gestörte in Panik.
Die Multikultihysteriker regelrecht am ,,Ventilieren,,.
Durchaus nachvollziehbar verständlich in den
letzten rund 30 Jahren hatten Obige Zeitgenossen faktisch das Meinungs und Deutungmonopol.
Vor allem die breiten Massenmedien. Kritische Stimmen
wurden klein gehalten oder gleich ganz ausgesperrt.
Jetzt haben da sooooo einige etliche Mühe mit anderen Meinungen und Ideen umzugehen oder das sogar
als echte Bereicherung und Anregung wahrzunehmen.
Extrem war das in den 90 iger Jahren beobachtbar,
zur Zeit der vorsierten aufgleisung der aktuellen EU- Strukturen. Hinterfragern und Kritikern drohte damals
zumindest verbal die regelrechte steinigung.
Kritische Stimmen musste man man in den breiten Medien mit der Luppe suchen die wurden teils zum vornherein ausgesperrt oder niedergeschriehen.
Nun hätte man diese Gegenmeinungen mit einbezogen
mitbrücksichtigt, so einiges an aktueller Misere währe
vermeidbar gewesen, oder nicht sooo krass ausgeartet.
Nun auch den Treibern und Protagonisten der gefahrenen Linie der letzten 30 Jahre beginnt es zu dämmern, das da sooo einiges aus dem Ruder läuft und schon gelaufen ist.
Joooo hört man von den Treibern und Protagonisten irgendwelche Selbsterkenntnis Einsicht das da zum
teil recht Massiev vieles schief gelaufen ist ???
Neee im gegenteil schuldig sind jetzt die Hinterfrager und Kritiker aus der Vergangenheit, die damals ausgesperrten.
Wer die Meinungsfreiheit und Vielfalt aussperrt der leistet
Fehlentwiklungen massiev Vorschub.
Nun mein Mitleid mit der Aktuellen ach soooo unverstanden führenden Geisteselitte, die sich in den letzten 30 Jahren durch rechthaberische Arroganz profliert hat, hält sich den doch in Grenzen.
Fehler sind ohne Frage verzeilich, Arroganz NICHT.

Gravatar: Tom der Erste

Wenn in den meisten Zeitungen und deren Webseiten nur linker Müll und betreutes Denken fabriziert wird dann ist das auch kein Wunder.

Gravatar: madelaine chaproll

Die Deutschen glauben, die Bücher wären Heimatfilme. Ich dachte immer über die Deutschen, sie sind das Volk der Dichter und Denker. aber die letzen Jahren bei der Buchmesse hat mich überzeugt, dass auch in Sache Bücher seid ihr verloren! Mit Export von Autos könnt ihr bald nicht mehr mit der Weltintelligenz konkurieren. Es ist absolut unnatürlich, dass früher, nach den Krieg, kleine Kindern für Nahrung sorgten, für Ruinen Beseitigung und noch dazu für lernen in der Schule fit und kräftig genug waren, und heute, weint eine unverantwortliche Mutter, wenn ihr Kind um 7 Uhr für die Schule aufstehen muss. Oder wegen Karriere ein Kind, die die Wärme einer Mutter braucht, mit drei schon in eine Kitta, schickt. Von der Klage einer Erzieherin, die schon bei sechs Kinder überlastet ist, schweigen wir besser. Zum Glück schreibt jede zweite Frau ein Buch! Wenn ich mich erinnere, während meiner Schulzeit, kaum ein Kollege konnte einen richtigen Schulaufsatz schreiben. Was für ein Wundern, dass jetzt fast die ganze westliche Welt wollen auf einmal Tolstoi, werden. Über was schreiben sie alle eigentlich? Über Orgasmus, Furzen, bestialische Morde, oder eingebildete politische Verfolgung oder krankhafte Sexfantasien, die noch mit ein Nobelpreis belohnt sein müssten? Wer ein Buch schreiben will, dann muss er schon als Kind mit einer gründlichen Bildung anfangen, und dies nicht von der Schule gezwungen, sondern aus neugier. Mit 20 soll er das allgemeine Wissen beendet haben. Nur so weiss er wohin seine Lebensreise weiter geht. In jeder Art von Kreativität steckt Schmerz, viel, viel Schmerz. Furzen und Sex gehören nicht zu diesem Schmerz, also die deutsche Buchmesse heute ist nur ein trauriges Bild einer Gesellschaft, wo die Dekadenz und geschmückte Dummheit zum Rang der Kultur gehoben wurde.Chaproll

Gravatar: Tom der Erste

Hallo liebe Frau madelaine chaproll ,

als Mensch mit ganz vielen Büchern ( Wissenschaften, Technik, Natur, SF, Romane, Geschichte , Märchen , Musik , Noten ... ) kann ich Ihnen nur sagen : Es ist entspannend und immer wieder schön, mal ein Buch mit echtem Einband und echten Seiten zur Hand zu nehmen. Ich möchte Ihnen die sehr schön geschriebenen Bücher von Hans Fallada empfehlen. In den Antiquariaten gibt es hin und wieder Originale aus den 1940´er Jahren. Heutzutage muß man allerdings gute Literatur mit der Lupe suchen. Letztens sah ich in unserer Buchhandlung ein Machwerk von einer Jungautorin, darin ging es um die große Liebe. Schön und groß muß er sein, Surfer und Robbenbabyretter, Veganer und hochgeistiger Studierter... ( Mir ist übel geworden und ich fragte mich wer zum Teufel ist da für die Verschwendung von Papier und Druckerschwärze zuständig )

Gravatar: Chaproll

Tom der Erste,
Fallada habe ich schon lange gelesen. Inzwischen lese ich meistens skandinavische und russische Autoren. Ich spreche von Belletristik, weil seit mehrere Jahren lese ich nur Philosophie, Geschichte, über Kunst, gerade weil ich nie die Luppe gemocht habe. Danke trotzdem für die Empfehlung.
MfG
Chaproll

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