Familie, Vermögen, Vaterland - das sind Orbans Prioritäten

Orbans Ungarn ist das »stabilste« Land in Europa

Ungarn, wo Viktor Orbans Fidesz seit 2010 ununterbrochen an der Macht ist, ist laut einer am Freitag veröffentlichten Analyse die »stabilste« Regierung in der EU.

Bild: Wikicommons
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Die von Pantarhei, einer in Wien ansässigen Unternehmensberatung, erhobenen Daten setzen Ungarn an die Spitze des »EU-Instabilitätsindex«, gefolgt von Zypern, Litauen, Luxemburg und Deutschland, berichtet Euractiv.

Spanien, Bulgarien und Italien, die in den letzten Jahren eine Kombination aus schwachen Koalitionen und regelmäßigen Regierungswechseln erlebt haben, werden in ihrem »EU-Instabilitätsindex« als die unbeständigsten Länder eingestuft.

Der Index basiert in erster Linie darauf, wie viele Parteien an der Regierung beteiligt sind und wie viele Regierungswechsel in den letzten zwei Legislaturperioden stattgefunden haben.

Orbans politische Dominanz in Ungarn hat dazu geführt, dass seine Partei bei den letzten vier Parlamentswahlen mit zwei Dritteln der Stimmen entscheidende Mehrheiten erringen konnte und damit sein illiberales Demokratiemodell festigte.

In der vergangenen Woche hat das Europäische Parlament jedoch eine Entschließung angenommen, in der es heißt, dass Ungarn zu einem »hybriden Regime der Wahlautokratie« geworden ist und nicht mehr als vollwertige Demokratie angesehen werden kann.

Pantarheis Analyse legt nahe, dass Regierungen in der gesamten Union Schwierigkeiten haben, eine volle Amtszeit zu überleben. »Dies hat zu einem scheinbar permanenten Zustand des Wandels geführt, in dem sich die Parteien fast ständig im Wahlmodus befinden. Dies schränkt ihre Fähigkeit ein, Antworten auf wichtige und dringende politische Fragen zu geben«, heißt es in der Studie.

Die Studie verweist auf Regierungswechsel während der letzten beiden Parlamente in 21 der 27 EU-Mitgliedstaaten, darunter vier Regierungen in Bulgarien, sechs in Österreich und Italien und sieben in Rumänien.

Die zunehmende politische Volatilität in der gesamten Union hat dazu geführt, dass nationalistische und populistische Parteien auf der rechten und linken Seite auf dem Vormarsch sind und die Unterstützung für gemäßigte Parteien auf der rechten und linken Seite einbricht.

Es wird erwartet, dass sich dieser Trend bei den vorgezogenen Neuwahlen in Italien am Sonntag (25. September) fortsetzt, bei denen die rechtsextreme Partei Brüder Italiens unter der Führung von Giorgia Meloni die meisten Stimmen erhalten dürfte. Es ist jedoch unklar, wie und ob sie in der Lage sein werden, eine Regierung zu bilden.

»Die Ära der großen Parteien und der daraus resultierenden klaren politischen Verhältnisse in den EU-Mitgliedstaaten scheint vorbei zu sein«, sagt Pantarhei und fügt hinzu, dass »Koalitionen aus drei oder mehr Parteien zur neuen Normalität geworden sind.«

Vor diesem Hintergrund werden die Europawahlen 2024 wahrscheinlich eine weitere Belastungsprobe für die etablierten Parteien darstellen, wobei rechtsextreme und nationalistische Parteien auf Kosten der Mitte-Rechts-Parteien EVP, Sozialisten und Demokraten sowie Renew Europe deutlich zulegen dürften.

Pantarheis Analyse argumentiert, dass sich die zunehmend instabilen nationalen Regierungen auf die Entscheidungsfindung in der EU ausgewirkt haben, so dass es für die Mitgliedstaaten leichter ist, Vorschläge zu blockieren, während es für den Ministerrat schwieriger ist, zu gemeinsamen Positionen zu gelangen, so dass die politische Initiative der Europäischen Kommission überlassen bleibt. 

Die Tatsache, dass die Europäische Kommission und das Parlament an feste, fünfjährige Mandate gebunden sind, trägt ebenfalls zu ihrer Stabilität und ihrem politischen Einfluss bei.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Sabine

Durch die EU wird Ungarn ständig in die Negativschlagzeilen gedrückt.
Über positive Ding zu berichten, vermeidet man.
Deshalb nochmal zur Erinnerung.
Schon seit Jahren ist es Senioren über 65 Jahre und Kindern unter 6 Jahren möglich, alle Verkehrsmittel innerhalb des Landes, kostenlos zu nutzen (ebenso in Budapest sind für diese Gruppen alle Fahrten kostenlos). Seit dem Beitritt der Ungarn zur EU gilt diese Regelung auch für die Senioren aller Mitgliedsländer der EU, da diese nicht diskriminiert werden dürfen.
Mit dieser Regelung bezweckte man, der Vereinsamung von Senioren entgegenzutreten.

Gravatar: HrBrauser

Tja, Ungarn ist noch souverän, klein und ungefährlich für die Despoten in der Welt. Diese lassen die Ungarn wursteln und es ist zu unbedeutend, um eine Gefahr darzustellen. Im Gegensatz dazu ist das ehemalige Deutschland nichtsouverän, wegen besiegtes Feindland, wo die Deutschen und insbesondere die Politikdarsteller nichts zu melden haben und sie gerne alle Wünsche der Sieger erfüllen müssen. Als Belohnung dürfen sich die Politikdarsteller an der Arbeitsleistung der Bevölkerung bedienen. Ist verführerisch und wird gerne genommen. Außerdem ist für die Sieger nach wie vor noch jede Menge abzuschöpfen und sogar noch vorhanden, wenn man die aufgehäuften Schulden erstmal unberücksichtigt lässt. Wahrlich, kein Vergleich mit Ungarn, aber mit viel weniger Lebensqualität. Wir werden es noch merken!

Gravatar: Walter

Da kann man doch mal sehen, dass "Victor Orban" wohl gute Politik im Interesse seines Landes und für sein Volk macht.
Davon können wir Deutschen doch nur träumen, wie wir am Handeln unserer Politiker sehen können.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

… „Orbans Ungarn ist das »stabilste« Land in Europa
Ungarn, wo Viktor Orbans Fidesz seit 2010 ununterbrochen an der Macht ist, ist laut einer am Freitag veröffentlichten Analyse die »stabilste« Regierung in der EU.“ …

Auch, weil in den übrigen EU-Mitgliedsstaaten ebenso wenig an den Ausgang von politischen Wahlen geklaubt wird wie in den USA???
https://de.euronews.com/2021/03/23/trump-anwaltin-zu-wahlbetrug-kein-vernunftiger-mensch-glaubte-daran

Gravatar: Willy Winzig

Zitate:
Orbans politische Dominanz in Ungarn hat dazu geführt, dass seine Partei bei den letzten vier Parlamentswahlen mit zwei Dritteln der Stimmen entscheidende Mehrheiten erringen konnte und damit sein illiberales Demokratiemodell festigte.

In der vergangenen Woche hat das Europäische Parlament jedoch eine Entschließung angenommen, in der es heißt, dass Ungarn zu einem »hybriden Regime der Wahlautokratie« geworden ist und nicht mehr als vollwertige Demokratie angesehen werden kann. Ende

Na klar sobald die Bürger tun was ihr gutes Recht ist und nicht so fuktionieren wie diese elenden Technokraten es wollen, wird den Menschen die demokratische Handlungsweise abgesprochen. Mit fairen Wahlen kann man etwas ändern, mit Lug, Betrug und Verleumdung bleiben die wahren Gewaltherrscher an der Macht. Dieses Pack der undemokratischen Kommissare gehören in die Tonne gekloppt und das EU Gebilde aufgelöst und schon haben die Völker wieder mehr erarbetes Geld für sich.

Ja wenn es nicht so läuft wie die Despoten in der EU wollen, dann sprechen die wahren Undemokraten, denen die noch Demokraten sind, diese Eienschaft ab. Gleiches sehen wir in den USA wo Hussein Obama mit seiner Marionette Sleepy Joe das Gleiche behauptet. Die sog. Demokraten sind die betrügerischen Despoten und die Republikaner die echten Demokraten.

Für mich sind das die Anzeichen dafür, dass diese ganze Kriegstreiberbrut am Ende ist und diese Lügenvereine samt ihren medialen manipulativen Sprachrohren bald aufgelöst und zum Teufel gejagt werden, von dem die auch gekommen sind.

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