Trump schickt Nationalgarde an die Grenze

Obama hatte es auch getan

Donald Trump hat, wie angekündigt, die Nationalgarde an die Grenze nach Mexiko abgeordnet. Dafür steht er nun heftig in der Kritik. Vergessen wird dabei, dass sein Vorgänger Obama das auch schon getan hatte.

Foto: The White House, public domain
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Startseite - Empfohlen, Startseite - Unterbühne | Schlagworte: Donald Trump, Einwanderer, George W. Bush, Gesetzlosigkeit, Mexiko, Nationalgardisten, Obama
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Wenn Trump etwas tut, gibt es reflexhaft Schelte von der Presse. Gerade in Deutschland. »Seit Tagen macht Trump erneut Stimmung gegen Einwanderer«, hieß es in der tagesschau. Im Nachbarland sei man darüber »erbost«.

Erwähnt wird immer wieder Trumps »markige Rhetorik im Vorfeld«, die – als läge es lediglich an der Rhetorik, also am Stil, nicht etwa am Inhalt der Aussage – »für scharfe Kritik« gesorgt hätte. Für Kritik, die im Fall von Trump offenbar grundsätzlich als berechtigt gilt.

Trumps Äußerungen gelten sogar schon als eine Art von Militäreinsatz: Über mehrere Tage, so hieß es in der tagesschau, hätte Trump »aggressive Twittersalven« abgesetzt – ganze »Salven« also, über Tage, eine Art von Dauerbeschuss.

Auch das Handelsblatt berichtet davon, dass Trump seine Anhänger gegen sich aufgebracht hätte. »Sogar auf seinem Haussender Fox News musste sich der Präsident Kritik anhören«, heißt es, und weiter:

Viele in Kalifornien glauben, dass der Einsatz der Nationalgardisten »vor allem Theater« ist. Denn die Situation an der Grenze habe sich in den vergangenen Jahren spürbar entspannt. Immer wieder wird darauf verwiesen, dass insgesamt die illegale Einwanderung in die Vereinigten Staaten rückläufig sei.  

Zwar ist die Zahl der Festnahmen in letzter Zeit gerade wieder angestiegen, aber der Tenor der Berichterstattung ist (ähnlich wie auch bei uns): Alles halb so wild, es wird alles von alleine wieder gut.

Das scheint Trump nicht so zu sehen. Die »Gesetzlosigkeit« an der Südgrenze sieht er auf »fundamentale Weise« als »unvereinbar mit der Sicherheit und Souveränität des amerikanischen Volkes« an. Die Situation an der Grenze habe inzwischen einen »Krisenmodus« erreicht, hieß es in einer Notiz.

Vor allem ist es nicht einfach über die Jahre von alleine besser geworden. Eine Meldung im Spiegel aus dem Jahre 2010 macht das deutlich. Da wird nüchtern, als wäre es ganz selbstverständlich, davon berichtet, dass Obama 1.200 Soldaten der militärischen Reserveeinheit an die Grenze nach Mexiko geschickt hat. Doppelt so viele wie sein Vorgänger George W. Bush.

Wenn zwei dasselbe tun, dann ist es doch nicht das Gleiche*. Wenn Obama etwas tut, dann ist es gut. Wenn Trump etwas tut, ist es nicht etwa schlecht, sondern böse.

 

* geändert. Dank Leserpost

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Werner

Trump wird mir immer sympathischer. Ein Mann ein Wort.

Gravatar: Oberlehrer

Wenn zwei dasselbe tun, ist es noch lange nicht das Gleiche. Nichts für ungut, aber nur so ergibt dieses geflügelte Wort einen Sinn.

Gravatar: Max Moritz

Schwierige Situation.

Mexikanern steht generell das Recht freier Einreise, unbefristeter Aufenthalt und Arbeitserlaubnis zu.
Sie betreten immerhin uraltes mexikanisches Staatsterritorium, welches Ihnen mittels militärischer Gewalt entrissen wurde.

Anders die Situation bei nicht-mexikanischen Lateinamaerikanern. Für sie gelten nunmal dieselben Gepflogenheiten wie bei jedem Grenzübertritt: Grenzkontrolle, befristetetes Touristenvisum, keine generelle Arbeitserlaubnis.
MM

Gravatar: R. Avis

@ Max Moritz: remember the Alamo!
Sie schreiben immer, daß Amerika eigentlich den Ureinwohnern gehört. Die meisten Mexikaner sind Nachfahren spanischer Eroberer, hätten also genausowenig Anspruch auf Neu-Mexico wie die US-Amerikaner.
In meinem Bücherschrank steht noch "Das Grenzerbuch" (Autor: Friedrich von Gagern). Dort wird die Landnahme weißer Siedler vorurteilsfrei beschrieben. Heutige Leser stören sich vielleicht am Schreibstil, aber Zeitgeist ist für nachkommende Generationen fast immer unerträglich.

Gravatar: Max Moritz

@ R. Avis

Ändert das irgend etwas daran, das es sich um Altmexikanisches Territorium handelt?

Territorium welches gewaltsam mittels US-Militär erobert wurde?

In den Mexikanern lebt auch heute noch viel der prä-kolumbianischen Urteinwohner, ethnisch wie kulturell.
All dies ist im Südwesten der USA so gut wie vernichtet worden, erfährt durch die mexikanischen Latinos jedoch eine gewisse Wiederbelebung.
MM

Gravatar: Lieschen Müller

Der schlimmste Hetzer gegen Präsident Trump ist
sein Vorgänger Barack Hussein Obama. Es ist schändlich
wie er auch im Wahlkampf gegen Trump gehetzt hat.
Und das wird genauso weitergehen.
Der Typ ist von Hass zerfressen.
Wir dürfen nicht vergessen, er unterhält eine anti-Trump-
Bewegung.

Gravatar: Trump Fan

Wer ist Obama?

Um Antwort wird nicht gebeten.

Gravatar: Theo

Wenn Max Moritz in der Schule aufgepasst hätte, dann wüsste es, dass selbst der Menschschlächter und Massenmörder General Anna den Herauswurf der spanischstämmigen Mexikaner aus Texas nicht verhindern konnte.

Was sollen also da jetzt Mittel- und Zentralamerikaner, wo sie doch nur die kaltblütige Blut- und Boden Politik des 19. Jahrhunderts in einer hochzivilisierten Umgebung reinkarnieren wollen?

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