41-jähriger besiegt mit 72 Prozent Amtsinhaber Poroschenko

Newcomer Selenskij wird neuer ukrainischer Präsident

Bisher spielte er in einer ukrainischen Comedy-Serie nur einen Präsidenten, jetzt wird er es tatsächlich. Der Schauspieler Wolodymyr Selenskij setzte sich mit 72 Prozent gegen den bisher amtierenden Petro Poroschenko als neuer Präsident der Ukraine durch.

Foto: Youtube (Screenshot)
Veröffentlicht:
von

Der 41-jährige Schauspieler und Komiker Wolodymyr Selenskij wird neuer Präsident der Ukraine. In der Stichwahl am Sonntag hat sich der politische Newcomer haushoch mit 73 Prozent der Stimmen gegen den 53-jährigen Amtsinhaber Petro Poroschenko durchgesetzt.

Seinen Wählern gegenüber kündigte er in Kiew an, den Minsker Friedensplan für den umkämpften Osten wiederzubeleben. »Wir werden die Verhandlungen fortsetzen und bis zum Ende gehen, damit das Feuer eingestellt wird.«

Der abgewählte Poroschenko, der kürzlich noch von Merkel in Berlin empfangen wurde, hat am Abend seine Niederlage eingeräumt und  gratulierte seinem Herausforderer zum Sieg. »So gehört es sich. So ist es in demokratischen Ländern üblich«, sagte er vor seinen Anhängern.

Ferner versprach er seinem Nachfolger einen harten politischen Kampf.  »Der neue Präsident wird eine starke Opposition haben, eine sehr starke«, sagte Poroschenko. Der Millionär kündigte an, weiter in der Politik zu bleiben.

Mit Selenskij kommt in dem Land erstmals ein Staatsoberhaupt ohne jedwede Regierungserfahrung ins Amt. Er ist auch der jüngste Präsident der ukrainischen Geschichte. Zudem war es das höchste Ergebnis, das jemals  ein Präsident der unabhängigen Ukraine erzielte.

Selenskij strebt wie Poroschenko einen EU-Beitritt an. Über einen umstrittenen NATO-Beitritt der Ukraine soll eine Volksabstimmung entscheiden. Poroschenko hatte einen antirussischen Wahlkampf geführt, während Serenskij zwar auch prowestlich ist, aber einen verstärkten Dialog mit Russland will.

Unklar ist noch wie er die hohen Erwartungen der Bevölkerung erfüllen kann, denn die neugegründete nach seiner Fernsehsendung benannte Partei ist bisher nicht im Parlament vertreten. Der Ukrainer jüdischer Herkunft ist der erste Präsident ohne eine eigene parlamentarische Machtbasis.

Es ist daher gut möglich, dass Selenskij angesichts unklarer Machtverhältnisse in der Obersten Rada die eigentlich für Oktober vorgesehene Parlamentswahl vorzieht. Ihm obliegt die schwere Aufgabe das im Westen und Osten in ein antirussisches und ein prorussisches Lager geteilte Land zu einen.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Abonnieren Sie jetzt hier unseren Newsletter: Newsletter

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Schnully

Bisher wurden alle Präsidenten korrupt weil sie von allen Seiten Zucker in den ..... geblasen bekamen . Mal sehen ob er das Land endlich befriedet und Russland in Ruhe lässt ,denn Krimsekt war eigentlich immer Russisch . Oder läßt er sich wieder für Euros und der EU aufhetzen

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Ihm obliegt die schwere Aufgabe das im Westen und Osten in ein antirussisches und ein prorussisches Lager geteilte Land zu einen.“ ...

Nachdem allerdings auch eine deutsche EU-Göttin(?) ihre Hand im Spiel hat, scheinbar auch, weil US-Präsident Dwight D. Eisenhower schon 1957 klar machte und feststellte, dass im Kampf gegen den Feind (in damaligen Fall die Sowjets) „noch jeder Bündnispartner recht sei“?
https://www.freitag.de/autoren/hans-springstein/5-milliarden-dollar-fuer-den-staatsstreich

Nicht nur die Göttin(?) betreffend, sind es scheinbar auch die Nazis!!!

Gravatar: siggi

Die neue Flurbereinigung ist das neuzeitliche Desaster. Wer nicht passt, wird weggemacht. Das sich die russische Minderheit dagegen wehrt, liegt auf der Hand. Gleichzeitig war es willkommendes Argument der NATO, hier sich mit Putin zu reiben; schaut der Böse. Der Neue - braucht die Aussöhnung, notfalls Autonomie unter Kiews Hoheit. Pro-westlich heißt nicht NATO.

Gravatar: karlheinz gampe

Wenn man sich unsere Politiker (teilweise Stasi) so anschaut, dann könnte ein Newcomer, der nicht aus der oft korrupten Politikerkaste kommt den Ukrainern vielleicht etwas bringen. Zu hoffen wäre es.

Gravatar: Anton

Man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben, der neue
"Unpolitischer Präsident" braucht eine Regierungsmannschaft, die aber nicht aus seinen Helfershelfer besteht, die ihn auf dieses Amt gehievt haben, um eigene Interessen zu vertreten!?
Seine erste Aufgabe wird es sein, Poroschenko vor Gericht zu zerren, um all die Schandtaten aufzuklären und
vielleicht auch zu bestrafen!
Das Verhältnis zu Moskau bedarf es einer dringenden
Veränderung, will er wirtschaftliche Veränderungen
erreichen wollen, Sanktionen müßen zurückgenommen
werden, der Donbass muß Prioritäten haben, um das
Kriegsverhältnis endlich zu beenden!
Ob der EU-und NATO-Kurs anstatt der EAWU eine gute
Lösung sei, ist zu bezweifeln, denn die Unsummen der
EU an die Poroschenko-Ukraine waren bis jetzt umsonst!

Gravatar: Gerd Müller

Alles Gute !

Nun hoffen wir einmal, daß er nicht gleich wieder von Junker, Merkel und Konsorten korrumpiert und erpreßt wird, sein Land pro Brüssel und gegen Russland zu positionieren ...

Ach so,
allen Unkenrufen bezüglich „keine Ahnung“ und „Komiker“ zum Trotz, Merkel war auch ein „Nichts“, als sie von den ostdeutschen Altkommunisten an Kohls Hand getragen wurde.

Schlechter als die, kann er es also auch nicht machen !.

Gravatar: Cantacuzene

Die Wahl von Selenskij zeigt vor allen Dingen, wie katastrophal die Politik von Poroschenko war. Aber das Maidanregime, das die heutige Ukraine beherrscht, kann keine Aussöhnung mit Rußland zulassen, ohne selbst ins Wanken zu geraten. Deshalb hat Selenskij, selbst wenn er innen- und aussenpolitische Veränderungen will, wenig Spielraum. Die heutige Ukraine ist ein Marionettenregime von USA und EU und wird es bleiben.

Gravatar: Willi Winzig

Na ja auf einen Clown mehr oder weniger kommt es in Europa nun auch nicht mehr an.

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang