Auch in diesem Jahr fand in Berlin mit Erlaubnis des Rot-Rot-Grünen Senats wieder der Al-Quds-Marsch statt. Er erinnert am letzten Freitag des Ramadan in moslemischen Ländern an die Eroberung Ost-Jerusalems durch die Israelische Armee im 6-Tage-Krieg. Al-Quds ist der arabische Name für Jerusalem. Im Iran ist der Al-Quds-Tag staatlicher Feiertag und wird mit Forderungen nach der Eroberung Jerusalems und der Vernichtung Israels verbunden.
Im Vorfeld des Al-Quds-Marsches war der Berliner Senat auch international aufgefordert worden, den Marsch zu verbieten. In den letzten Jahren war die Berliner Versammlung zu einem regelrechten Festtag für Antisemiten und Israel-Feinde geworden. Immer wieder hatten die Teilnehmer Symbole der arabischen Terrorgruppen Hamas und Hisbollah gezeigt und israelische Fahnen verbrannt.
Innensenator Geisel, SPD, der erst vor kurzem in die Kritik geraten war, weil er plant, aus Syrien zurückkehrende islamische Kämpfer in Berliner Moscheen zu befrieden, erklärte laut Berliner Morgenpost [], der Senat habe keine rechtliche Handhabe für ein Verbot und belege Veranstalter mit strengen Auflagen. Darauf, dass ein Verbot auch symbolische Bedeutung habe, ging er nicht ein. Es wird allerdings vermutet, dass einige Abgeordnete der Rot-Rot-Grünen Mehrheitsfraktionen ein Verbot nicht unterstützen würden.
Auch heute kam es kurz vor Beginn der Demonstration am Adenauerplatz wieder zu anti-israelischen Vorfällen, als Personen »Kindermörder Israel« riefen und Symbole der Hisbollah zeigten. Ein Hitlergruß wurde von der Polizei dokumentiert. Beobachter sprachen von etwa etwa 1200 Demonstranten bei der - so die Stuttgarter Nachrichten -, »größten Versammlung von Israelhassern in Deutschland«.
Auf zwei Veranstaltungen mit zusammen etwa 2000 Teilnehmern wurde gegen den Al-Quds-Marsch demonstriert. Auf der ersten in unmittelbarer Nähe des Marsches der Antisemiten sprach Petra Pau von der Linken. Ihre Partei hat seit Jahren ein Problem mit Antisemiten in den eigenen Reihen und fällt immer wieder durch Hass auf Israel auf. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, Volker Beck von den Grünen und Israels Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, waren ebenfalls vor Ort. Für seine Sicherheit sorgten Polizisten mit Schnellfeuergewehren.
Die zweite Gegenveranstaltung am George-Grosz-Platz richtete sich vorwiegend gegen die Verhältnisse im Iran. Es wurde auf die Unterdrückung von Frauen, Schwulen und Lesben in der islamischen Republik verwiesen. Die Gewalt der Araber etwa durch Raketenbeschuss aus Gaza und dem Westjordanland gegen Israel und jüdische Siedler war kein Thema. Einige Teilnehmer trugen Israelische Fahnen, auf denen das Blau des Davidsterns durch die Farben des Regenbogens ersetzt worden war. War das eine politische Botschaft? - Und wenn ja, welche? - Zur Erinnerung: David Wolffsohn, der die Israelische Nationalfahne anlässlich des zionistischen Weltkongresses 1897 entwarf, hatte geschrieben: »Wir haben eine Flagge – und die ist blau und weiß. Der Tallit, den wir um uns wickeln, wenn wir beten: das ist unser Symbol. Lass uns diesen Tallit hervornehmen und vor den Augen Israels und aller Völker entrollen!«



Kommentare zum Artikel
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Daß die Israelis Ostjerusalem völkerrechtswidrig besetzt halten, ist nicht nett und wird auch von vielen Israelis selbst kritisiert. Der Vorwurf des Antisemitismus gegen die Demonstranten ist daher falsch.
@Rita Kubier
Ihren Ausführungen ist nichts hinzuzufügen.
„Die Deutschen sind dermaßen damit beschäftigt, den letzten Holocaust nachträglich zu verhindern, daß sie den nächsten durch die Muslime, billigend in Kauf nehmen“.
Zitat H. M. Broder
Antisemitismus hat sich schon längst getarnt als Israelkritik und Hass auf Juden transformiert als Empörung gegen den angeblichen Unrechtsstaat Israel.
Nach Broder existiert ein einfaches Kriterium, welches Antisemitismus sofort entlarvt:
"Juden etwas vorzuwerfen, das man anderen nicht vorwirft, das ist Antisemitismus."
Oft ist es schlicht Ingnoranz, häufig Uninformiertheit, hier und da Dummheit, doch das mindert nicht das Unrecht welches man im Namen der 'Guten Sache' begeht, die durchschaubar eben nicht das darstellt, was sie vorgibt zu sein und sich als 'Böse Sache' entpuppt.
Klar, unter dem deckmäntelchen der Demonstrations- und Versammlungsfreiheit sammelt sich antisemitisches Pack... das gabs schonmal unter ähnlichen Bedingungen in der Weimarer Republik... was daraus wurde dürfte allen hinlänglich bekannt sein.
Aber die linksgrün Versifften haben da ja nichts dagegen, Sozialisten waren es damals auch schon und bei den Grünen gibt’s genug die ob der Klärung der Palästinenserfrage gern die Ausrottung der Juden billigend in Kauf nehmen würden...
IMHO darf das nie wieder passieren und schon gar nicht von bundesdeutschem Boden ausgehen! Keine Toleranz mit intoleranten auch nicht unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit oder sonstiger Freiheiten ... Freiheit hat auch klare gesetzliche Grenzen, dort wo in anderer Freiheiten eingegriffen wird!
Und außerdem: lieber Kippa als Burka!
„Rot-Rot-Grüner Senat erlaubt antisemitischen Al-Quds-Marsch
Neuerlich Al-Quds-Marsch in Berlin“
Wird eine derartige Vorgehensweise nicht schon seit Längerem auch von den angeblich christlichen Parteien gestützt?
Dazu ein KOMMENTAR VON HONESTLY CONCERNED:
"...Der Neujahrsempfang meines eigenen Stadtverbandes schmerzt. Hier sind Leute, die mich seit Jahrzehnten kennen, „der Blume“ gehört zum Inventar, meine Frau Zehra zum Vorstand. Aber: Keine Begrüßung durch keinen Redner, keine Unterstützung, vor allem: kein Wort gegen den Antisemitismus. Ich bin da inmitten von Familie und Freunden - und frage mich, wo eigentlich Nachlässigkeit aufhört und Demütigung beginnt. Was soll das?..."
https://honestlyconcerned.info/links/michael-blume-die-cdu-und-das-thema-antisemitismus-ich-werde-genau-zuhoeren-nachdenken-und-dann-entscheiden-wie-es-weitergeht-so-ganz-sicher-nicht-facebook/
Indem solche antisemitischen Demos von Al-Quds in Deutschland zugelassen werden und von staatlicher bzw. regierender Seite nicht dagegen vorgegangen wird, bekennt sich Deutschland, die deutsche Regierung, WELTWEIT zum Antisemitismus und damit zum Judenhass und erklärt Deutschland somit (erneut!) zum Judenhasser. Das ist absolut skandalös!!
Da hilft es auch nicht, wenn ständig und immer wieder wiederkehrend - selbst noch nach über 70 Jahren - ohne Unterlass dem deutschen Volk der Holocaust aufs Butterbrot geschmiert und dem HEUTIGEN deutschen Volk immer noch und immer wieder diese Schuld angelastet wird, was eine Unverschämtheit ist. DARIN sind sich aber alle linken, roten, grünen inklusive der CDU/CSU einig, dass DAS notwendig sei.
Was ist DAS für eine verlogene Doppelmoral all unserer Alt-Parteien und deren Politiker? Dort, wo sie sich gegen den HEUTIGEN und AKTUELLEN Antisemitismus in Deutschland stark machen könnten, indem sie solche widerwärtigen, judenhassenden Demos verbieten, versagen sie willentlich, gezielt und sehr bewusst!
Gleiches Recht für alle
Der Marsch wird vornemlich durch den Iran organisiert, und die Iraner sind die Zentrale des Bösen, wenn man den Amerikaner glaubt.
Wahrheit ist allerdings, daß natürlich jeder das Recht hat für oder gegen etwas zu demonstrieren, auch gegen den Staat Israel und gegen seine Besatzungspolitik in Palästina.
Es sind nahezu immer irgendwelche verletzten Israelis, die als Grund dafür heralten müssen, daß dann Palästinenser getötet werden, und in letzter Zeit habe die Israelis und Amerikaner auch den Osten von Jerusalem zur Hauptstadt von ganz Israel erklärt, und die Amerikaner haben die besetzten Golanhöhen den Israelis geschenkt, obwohl schon die Schenkung fremder Gebiete nach UN-Recht unrechtmäßig ist.
Hier wird ganz klar Besatzungsrecht ausgeübt, daß durch keinerlei internationale Gepflogenheiten gedeckt ist und internationalem Recht widerspricht.
Von deutschen Medien habe ich dazu nichts gehört, außer daß Deutschland dazu verpflichtet ist immer fest an der Seite Israels zu stehen und dass man am Samstag Kipa tragen solle.
Das ist alles politischer Schwachsinn, Israel ist ebenso wie der Rest der Welt ein Staat unter vielen, und Besatzung ist Besatzung ohne wenn und aber.
Daß die Palästinenser und Iraner dagegen demonstrieren ist deren gutes Recht und nicht ansazweise zu verurteilen.
Man kann über die Teilnehmer der Al Quds Demo und ihre Absichten denken, was man will,
aber die Demonstrationsfreiheit ist eine grundsätzliche Freiheit und sollte auch für sie gelten. Daß man anderen politischen Richtungen in Deutschland dieses Recht wahrzunehmen
oft unmöglich macht, ist skandalös genug. Aber zweimal Unrecht wird kein Recht!