Wenn Max Mustermann eine kleine Homepage hat und Lieschen Müller ihren Reiseblog pflegt, dann ging das bisher mit wenig juristischem Aufwand. Doch jetzt schlägt die neue Datenschutzverordnung der EU (EU-DSGVO) zu.
In dem angeblichen Bestreben, die großen Internet-Konzerne wie Google, Twitter, Amazon, Facebook und die unzähligen Datenkraken aus dem Silicon-Valley in ihre Schranken zu weisen, hat die EU nun ein bürokratisches Monster geschaffen, das vor allem Millionen Betreibern kleiner Webseiten, Blogs und Homepages zu schaffen macht. Denn die meisten Bürger können es sich nicht leisten, extra einen Anwalt zu beauftragen, der ihre Webseite auf Einhaltung der Datenschutzkriterien überprüft.
Das Problem ist ein typsiches EU-Problem: In Brüssel wird ein extrem kompliziertes Gesetz geschaffen, an dem die Lobbyisten der vielen großen Konzerne und Unternehmen natürlich mitarbeiten oder ihren Einfluss geltend machen. An diesem Entstehungsprozess können natürlich nur die ganz Großen mitmirken. Kleine und mittelständische Betriebe, Selbständige und private Webseiten-Betreiber haben natürlich keine Lobby in Brüssel, die bei der Entstehung des Gesetzeswerkes über die Schultern guckt.
Besonders schwerwiegend: Viele große Unternehmen können nun ihre kleine Konkurrenz aus dem Geschäft klagen und aus dem Wettbewerb drängen. Denn sie werden mit ihren Rechtsabteilungen immer einen Schritt voraus sein.
Selbst kleinste Webseiten und Homepages können betroffen sein
Schon Kleinigkeiten bereiten einfachen Webseiten-Betreibern Kopfzerbrechen: User können Kommentare auf ihrer Webseite posten? Sie brauchen Google-Analytics? Sie wolle Teilen-Buttons für Facebook, Google und Twitter anbieten, damit die Inhalte ihrer Webseite im Netz verbreitet werden? Sie haben einen Wordpress-Blog mit Plug-ins anderer Anbieter? Sie bieten einen Newsletter an? Schon kann die eigene kleine Webseite zur Kostenfalle werden. Für viele stellt es schon ein Problem dar, die Seite von http auf https umzustellen, weil dies oft mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.
Das größte Problem ist, dass es für viele kleine Blogger und Webseiten-Betreiber ein großer zeitlicher Mehraufwand ist, die Seite umzugestalten. Hinzu kommen die verwirrenden und widersprüchlichen Informationen im Netz, die zusätzlich verunsichern. Nicht jeder ist so Internet-versiert, dass er die unterschiedlichen Infos beurteilen kann. Am Ende ist es einfacher, die Seite ganz vom Netz zu nehmen. Viele haben das schon gemacht. Damit geht auch die demokratische Vielfalt im Netz verloren.



Kommentare zum Artikel
Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.
So war das wohl von Anfang an gedacht. In der EUdSSR ist niemand an Vielfalt bzw. Demokratie oder alternativen Medien bzw. Infos interessiert. Macht die Bürger bloß verrückt.
Nicht zu vergessen: Das neue Gesetz ist eine Eintrittskarte für Behörden, sämtliche Daten einer Firma zu überprüfen, nicht nur die steuerlich relevanten Daten. So gesehen handelt es sich um eine vollständige Überwachung von Firmen, also Stasi-Methoden unter dem "Deckmantel" Datenschutz.