600 Euro Rente pro Monat

Münchner Rentnerin (86 Jahre) geht jobben, um zu überleben

Weil ihre Rente vorne und hinten nicht reicht, geht die 86-jährige Franziska D. aus München jobben. So stockt sie ihre mageren Altersbezüge von 600 Euro pro Monat mit 25 Euro pro Woche ein wenig auf.

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Die finanzielle Situation der 86-jährigen Franziska D. aus München ist kein Einzelfall. Mit ihrer Rente von 600 Euro pro Monat, mit denen sie ihren Lebensunterhalt bestreiten muss (Miete, Strom, Essen, Kleidung etc.) hätte sie einen Anspruch auf unterstützende Hilfe seitens der Kommune, der sogenannten »Grundsicherung«. Weil sie aber davon überzeugt ist, »dass es ganz viele Alte gibt, denen es viel schlechter geht als mir«, hilft sie für drei Stunden pro Woche bei der Essensausgabe in einem Pflegeheim aus, verdient sich so 25 Euro pro Woche dazu und verzichtet auf staatliche Hilfe.

Knapp 15.000 Rentnerinnen und Rentner in der bayrischen Metropole sind finanziell auf die unterstützende Grundsicherung angewiesen, weil das Altersruhegeld nicht reicht, um die Kosten für Miete, Heizung, Essen, Medizin und Kleidung abzudecken. Das berichtet die in München erscheinende »Abendzeitung«. Der Lebenslauf von Franziska D. steht dabei exemplarisch für viele andere Rentnerinnen: mit 14 Jahren hat sie die Schule verlassen und ist bei einer großen örtlichen Brauerei erst in die Lehre gegangen und hat dort dann als kaufmännische Angestellte in der Verwaltung gearbeitet. Sie hat gearbeitet, »bis ich 60 war«, so Franziska D.

Weil sie aber zwischendurch Familienangehörige gepflegt hatte, fünf Menschen in ihrer Familie sind an Krebs erkrankt, darunter ihre Mutter, ihre Schwiegereltern und ihr Ehemann, fehlen ihr ein paar Jahre an Rentenbeitragszahlungen. Daraus resultieren die jetzt geringen Bezüge. Mit ihrem Job hält sie sich über Wasser. Außerdem brauche sie nicht viel, sagt Franziska D.: »Jeden Tag drei Liter milde Fünf-Prozent-Bergbauernmilch, da kostet ein Packerl nur 42 Cent. Dazu ein Stück Brot und ein bisserl Apfel.« Außerdem bekäme sie Medizin, Schokolade oder Vitaminpulver in einer nahegelegenen Apotheke geschenkt, wenn das Verfallsdatum abläuft.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: KritischeStimme

(Alters)Armut vorprogrammiert
Trotz allen Regierungjubel sind seit 1992 sozialversicherungspflichtige Vollzeitjobs in Dld um 18% gefallen.Teilzeitjobs um 139 Prozent gestiegen.Reale Nettolöhne seit 1992 nur um 0,4 Prozent gestiegen.Unternehmenseinkommen+die Einkommen der Supereichen um 70 Prozent gestiegen.In Dld arbeiten bereits über 8 Mio Menschen,in voll+Teilzeit,im Niedriglohnsektor,sie koennen davon nicht leben oder Pension ersparen.Eine gewaltige Altersarmutswelle wird gebildet.Politiker die das ueber Jahrzehnte geplant+ausgefuehrt haben werden sicherlich nicht wieder gewaehlt.I/d Finanzkrise 2009 wurden Banken mit Milliarden an Steuergeldern gerettet,Verantwortliche aber nicht zur Rechenschaft gezogen,also die groesste Umverteilung von Unten nach Oben.Zahlreiche kleine Unternehmen sind i/d Krise bankrottgegangen,Hunderttausende haben ihren Job verloren oder wurden in schlechtbezahlte Teilzeitjobs runtergestuft,aber „systemrelevante“ Banken mit Steuergeldern gerettet

Gravatar: corax

Merkel ist lediglich eine austauschbare Marionette im Dienst von Winkel und Zirkel. Das bedeutet die berüchtigte Raute. Schließlich ist sie ja Mitglied im Rotary Club wie viele ihrer Zunft.

Gravatar: K Becker

Selbst schuld, sagt unsere Hautevolee.
Alle Abgehangenen, selbst schuld, sagt unsere Hautevolee
Das Salz der Suppe wird gebraucht, wir, die Hautevolee
Die Bürger- Milliarden, die für die Invasoren verbrannt werden, sind lebensnotwendig für das deutsche Volk, saget unsere Hautevolee (gerechte Mütterrente ist zu teuer).
Deutschland muß mehr arbeiten - aber nur die, die Arbeit haben.
Deutschland muß mehr Gewinn machen, aber nur die, die schon viel Gewinn haben.

Gravatar: Aufbruch

Ja, das ist Deutschland heute. Das Deutschland der Angela Merkel. Aber nicht mehr unser Deutschland. Mit Merkel hat sich die westlichen Welt verändert. Mit Merkel kam der Teufel zurück und schloss mit Erdogan den Teufelspakt. Man wird sich wundern ,was dieser Pakt noch alles beinhaltet.

Gravatar: Ursula KlodtKeune

Ich kenne einen ähnlichen Fall. Die Geschichte geht aber noch weiter:
Vera K., 77 Jahre alt, Rente 650 Euro, hat einen Nebenjob in einem Hotel und verlässt ihre Wohnung sechsmal wöchentlich um 5 Uhr dreißig.
Vera K. fährt Straßenbahn. Der Preis für die Monatskarte hat sich von 43,-- € auf 60,--€ erhöht. Mit ihr fahren Migranten ohne Fahrkarte, die den Kontrolleur anpöbeln oder angreifen. Die Polizei lässt sich nicht sehen.
Vera K. geht einkaufen. An der Kasse geht es nicht weiter. Eine Gruppe junger Migranten weigert sich, einen Kasten Bier zu bezahlen. Diesmal kommt die Polizei, sie übernimmt die offene Rechnung.

Gravatar: Hans Georg

Das ist, glaube ich, deutsche Tradition, nur sich zu sehen. Nicht hilfsbereit zu sein (auch wenn es viele Gegenbeispiele gibt, ich spreche aber von einer gelebten Struktur). Altersrassismus war die erste Aufgabe, die sich der erste Direktor des neu gegründeten Institutes für Menschenrechte stellte. Dagegen wurde Sturm gelaufen. Durch, ja wirklich, man kann nachfragen, durch die Grünen. Es gäbe kein Altersrassismus, haben sie behauptet, die linksfaschisten, der Direktor solle sich um Themen im Ausland kümmern die vordringlicher wären, sagten sie, die oft gut betuchten pädophil interessierten Grünen.

Mein Vater war Ausländer, ein sogenannter "Fremdarbeiter", also ein Sklave der Deutschen unter Hitler. Er hat Notdürftig den Faschismus überlebt. Und er hat ohne Rachegelüste 2 Jahre nach Kriegsende eine arme deutsche Frau geheiratet und ihr geholfen, wo er konnte.

Mein Vater brachte manchmal, so in den Anfängen der 50er Jahre, fremde Menschen mit nach Hause, die Hunger hatten, und forderte sie auf mitzuessen. Meine Mutter murrte über die fremden Leute, sagte aber auch, wo acht Menschen satt werden, werden auch neun satt.

In südländischen Kulturen ist das gang und gäbe. In Deutschland wird es hochgejubelt, wenn mal geholfen wird.

Das meine ich mit kalter Lebensstruktur in Deutschland. Sich zu helfen ist doch selbstverstaendlich. Je reicher Deutschland wurde, desto verbitterter wurden die Menschen in ihrer Vereinsamung.

Nun hilft der Deutsche also den Hilfesuchenden....aber Moment, Hoppla, welchen Hilfesuchenden? Die aus Syrien? Ja, die suchen Hilfe. Und die aus Marokko, Algerien, Afghanistan, aus Nordafrika, Tunesien, Lybien? Die suchen das Geld, das man den Rentnern geben sollte.

Und unsre Mütterchen, das da oben beschrieben wurde, wurde mit kaltschnäuziger deutscher Gründlichkeit belehrt, dass sie keinen Anspruch auf mehr Rente hat.

Aber den armen Menschen aus Marokko, Algerien, Tunesien und so weiter, ja da weint die deutsche Mama die euch regiert, das ist doch Menschlichkeit, Barmherzigkeit, den armen Seelen, die nicht das geringste fuer den Deutschen getan haben, noch Geld hinterher zu werfen.

Und so wird der letzte deutsche Rentner, der dieses Land mit aufgebaut hat, wie ein Mietsklave behandelt. Da hast du deinen Fraß, sei zufrieden, setz dich, halt den Mund, sei Dankbar.

Menschenliebe, frisch auf deutschem Tisch.
Nachsatz: Ich lebe mittlerweile als armer Renter im Ausland, weit im Süden, und erfahre hier mehr Mitgefühl und Hilfsbereitschaft als in 50 Jahren Deutschland. Ich empfehle:
https://www.youtube.com/watch?v=xQEUWaEU1m8&index=4&list=PL58KXFT74kzYHuZaNlrSI3DdxUWvv1mN0

Gravatar: Mr. Muro

Komisch dass wir für sog. "Flüchtlinge", Leute, die erst wenige Monate in Deutschland sind und nie eine müde Mark erwirtschaftet haben und nie Steuern bezahlen werden über Nacht mehrere Zig Milliarden übrig haben, kostenlos Häuser, Vollpension und üppiges Taschengeld zur Verfügung stellen, aber für unser eigenes Volk, sei es für Rentner, für Obdachlose, für arme Familien und Kinder unsere Regierung nichts übrig hat. Diese deutschenfeindliche Hochverratspolitik kotzt mich dermaßen an dass ich jaulen könnte. Ich hoffe wir werden diese schwarzen Zeiten überwinden können.

Gravatar: H.Roth

@ R.Avis
Dorfgemeinschaft! Danke, dass Sie das erwähnen.
Ich selbst bin in Siebenbürgen aufgewachsen und da gab es sogenannte "Nachbarschaften", die diese Aufgabe hatten, einander zu helfen. Da blieb kein Acker einer alten Witwe unbestellt, weil eben die Gemeinschaft zur unentgeltlichen Hilfe verpflichtet war. Und war jemand krank oder berufsunfähig, konnte er nicht nur auf die Unterstützung der eigenen Großfamilie zählen, sondern auch auf die der Dorfgemeinschaft.

Als wir nach Deutschland auswanderten ist mir dieser Kontrast sehr stark aufgefallen: Einzelhäuser, mit nur einer kleinen Familie drin. Altenheime. Einzelzimmer und Einzelbetten für jedes Kind. Besonders die drei Letzten Dinge waren mir bis dahin völlig unbekannt. Und ich bin mir sicher, dass es nicht gut ist, und schon früh den Egoismus/Individualismus fördert, wenn jedes Kind "sein eigenes Reich" bekommt. Wir haben uns daher entschieden für unsere Kinder die Räume nach Funktionen zu trennen: Gemeinsamer Schlafraum. Gemeinsamer Spielraum.

Ja, und tatsächlich, es gab dort bei uns keine Altenheime. Die Alten waren ein unentbehrlicher Bestandteil der Großfamilie. Und wenn sie nicht gar nicht mehr arbeiten konnten, so konnten sie doch noch uns Kinder hüten und Geschichten erzählen!

Gravatar: R. Avis

@H. Roth: so etwas nannte man früher "Dorfgemeinschaft". Im Christentum wurde die Sippe durch die Solidarität in der Gemeinde ersetzt, aber nur wenige Pfarrer sehen sich noch als Seelsorger. Dabei war das einmal eine der wichtigsten Aufgaben eines Rabbi, Pastors oder katholischen Pfarrers, daß in der Gemeinde niemand "hinten runter fällt."
Aber nicht nur unter alten Leuten ist die Vereinsamung ein großes Problem: die Gesellschaft wird immer weiter "individualiert", die Beziehungen untereinander immer zerbrechlicher. Zum Schluß steht jeder allein und ist sich selbst der Nächste.

Gravatar: blubby

Ja, ja die Wirtschaft brummt, uns ging es nie besser als heute. Die Ängste und Sorgen der Wutbürger ist nicht nachvollziehbar.

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