Idris Baluken, Vizefraktionschef der pro-kurdischen HDP

Merkel-Freund Erdogan erpresst EU und NATO

Merkel-Freund Erdogan habe die Flüchtlingskrise im letzten Jahr selbst verursacht und proftiere nun von den Folgen. Er benutze die von ihm initiierte Krise, um die EU zu erpressen. Das sagt Idris Baluken, der Vizefraktionschef der HDP.

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Im März dieses Jahres schloss Merkel im Alleingang mit ihren türkischen Freund Erdogan das sogenannte EU-Türkei-Abkommen über die Rücknahme der »Flüchtlinge« ab. Die Türkei sollte einen Großteil der »Flüchtlinge« zurücknehmen, denen via der Türkei der Grenzübertritt in die EU gelungen ist. Im Gegenzug dazu sollte nach Erfüllung einiger Bedingungen die Visafreiheit für türkische Staatsbürger bei Reisen in und durch die EU eingeführt werden.

Idris Baluken, Vizefraktionschef der prokurdischen HDP, sagt in einem Interview mit der »Welt«, dass Erdogan diese Flüchtlingskrise absichtlich herbeigeführt habe, um die EU nun mit seinen Forderungen erpressen zu können. Eine ähnliche Absicht stecke auch hinter Erdogans Annäherung an Russland. Mit diesem Manöver will er die NATO erpressen. Beiden Institutionen will er Sonderregeln abpressen, um die Türkei nach seinen Wünschen umgestalten zu können.

Erdogan, so Baluken weiter, wolle die Türkei absichtlich isolieren und um seine Zwecke zu erreichen verletze er auch die Menschenrechte. Erdogan kämpfe nicht gegen die angeblichen Putschisten, sondern »gegen die Demokratie«.

Im Zug seiner Säuberungsaktionen gegen die vorgeblichen Putschisten hat Merkel-Freund Erdogan vergangene Woche einen gezielten Schlag gegen die oppositionelle prokurdische HDP ausgeführt. Zahlreiche Parlamentsmitglieder sowie die beiden Parteivorsitzenden wurden in einer Nacht- und Nebelaktion ihrer Freiheit und somit der politischen Betätigung beraubt.

Aus Protest gegen dieses Vorgehen beschloss die HDP einen Boykott des Parlaments. Die bisher zweitgrößte Oppositionspartei teilte mit, dass sie sich zunächst aus allen Gesetzgebungsverfahren zurück ziehen wird; das weitere Vorgehen werde sie mit ihren Anhängern beraten.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: H.von Bugenhagen

Na iss denn dass..
Erdogan sollte schon mal den Bückling vor Tramp üben.

Gravatar: Jürg Rückert

Das Stichwort von den "Schutzgeldzahlungen" an Erdogan ist schon länger gegeben worden.

Gravatar: Mr. Muro

Merkel und Komplizen wollen doch noch mehr Rapefurgees hier haben. Da passt es gut, wenn Erdogan wieder mal so quer schiesst, dass man den "Flüchtlings"-Deal beerdigen kann.

Gravatar: Alex56

Was im Moment in der Türkei passiert hat mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun. Deshalb ist es notwendig und Pflicht, jede Stimme der Opposition bei uns Gehör zu verschaffen. Mir ist es daher unverständlich wieso man vorsichtig sein muss, wenn man die verfolgte Opposition in der Öffentlichkeit eine Stimme gibt. Sollen wir etwas alles glauben, was uns Erdogan auf dem Tisch serviert?

Gravatar: Alex

Was im Moment in der Türkei passiert hat mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun. Deshalb ist es notwendig und Pflicht, jede Stimme der Opposition bei uns Gehör zu verschaffen. Mir ist es daher unverständlich wieso man vorsichtig sein muss, wenn man die verfolgte Opposition in der Öffentlichkeit eine Stimme gibt. Sollen wir etwas alles glauben, was uns Erdogan auf dem Tisch serviert?

Gravatar: H.von Bugenhagen

Das geht uns in ein Ohr rein und aus dem Anderen raus...wir sind keine Türken wir sind DEUTSCH.

Gravatar: Stephan Achner

Bei der türkischen HDP sollte man vorsichtig sein und nicht alles unkritisch und unkommentiert übernehmen, was von denen gesagt wird.

Diese HDP wurde im letzten türkischen Wahlkampf auch direkt von deutschen Bundes-Grünen unterstützt. Und wenn die "Welt" als transatlantisches Mainstream-Medium schon einem HDP-Vertreter ein Interview ermöglicht und es veröffentlicht, sollten die Alarmglocken angehen.

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