Französischer Innenminister Gérard Collomb kündigt Rücktritt an

Macrons wichtiger Unterstützer will gehen

Der französische Innenminister Gérard Collomb kündigte an, im nächsten Jahr aus der Regierung auszuscheiden. Damit fällt eine weitere wichtige Stütze von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Quelle: en.kremlin.ru
Veröffentlicht: | von

Emmanuel Macron schwimmen die Felle davon. Der Innenminister Gérard Collomb hat nun angekündigt, im nächsten Jahr die Regierung zu verlassen [siehe Berichte »FAZ«, »WirtschaftsWoche«]. Er wolle sich aus der großen Politik zurückziehen und in der Kommunalpolitik seiner Heimat tätig werden. Politische Beobachter gehen davon aus, dass Macrons Affäre rund um den früheren Leibwächter und Sicherheitsmitarbeiter Alexandre Benalla auch den Innenminister geschwächt habe. Er habe versucht Verantwortung an andere abzuschieben.

Collomb galt als enger Vertrauter und treuer Unterstützer Macrons. Mit ihm, wird eine wichtige Stütze wegbrechen. Vor wenigen Wochen war erst der populäre Umweltminister Nicolas Hulot zurückgetreten.

Die Unterstützung für Macron in der französischen Bevölkerung schwindet. Die Zustimmungswerte in den Umfragen fallen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Andreas Schulz

So sieht also die neue europäische Elite aus. Im goldenen Käfig geboren, bei Goldman Sachs geistig geformt und eingeschliffen, zum Präsidenten gepuscht mit seiner Gouvernante an der Seite. Nur sein Hund benimmt sich normal, der pisst schon mal an den Kamin. Es sind genau diese Typen, die die Nationalstaaten und Europa zugrunde richten. Vom Studium direkt in die Politik, vom wahren Leben keine Ahnung und nachdem man dann merkt, dass es nur ein politischer Windbeutel ist, ohne jegliche anerkennungsfähige Leistung, ist er dennoch endversorgt, lehnt sich zurück und denkt: Was habe ich schwer geschindert., wird dann noch als Redner gebucht, lässt seine Memoiren schreiben, sitzt in irgendwelchen, sehr gut bezahlten Gremien und als irgendein Berater der EU. GoldmanSachs lässt grüßen.

Gravatar: Andreas Berlin

Andreas Schulz: Ich frage mich nur, wie solche Null-Charismatiker die Wähler beeindrucken??? Heiko Maas ist im September lt. Politbarometer am Beliebtesten. Das ist auch so ein milchgesichtiger Lackaffe wie Macron, der nix als Politik in seinem Leben gemacht hat. Okay, seine Frau ist ansehnlicher, als die von Macron. Dafür musste jetzt auch eine dreiviertel Seite der Sonntagsausgabe der Berliner Morgenpost mit Frau Maas in spe herhalten, weil sie an einem Afrika-Projekt mitwirkt. Oberflächlichkeit pur - aber das kommt offenbar prima an. Ich verstehe die Menschen nur noch sehr begrenzt.

Gravatar: Paule

Das ist dem Mumientröster schietegal. Der lebt in einen anderen Welt.

Gravatar: Hans von Atzigen

Bald alles das als Rettungs und Wiederbelebungs-
Massname der vertiefung und ,,Vollendung,, der Idee, EU (= Imperialwahn ) angedacht und aufgegleist wurde, entpupt sich zunehmend als ,,Brandbeschleiniger,, gegen die Wand.
Nun wenn man den schon ein Imperium gestalten will dann braucht das vor allem ein rationales durchdachtes Vorgehen.Ganz wichtig wenn man den Menschen nicht positieve Errungenschaften bieten kann, dann wars das eben. Von Ideologiepampe kann kein Mensch leben.
10 Jahre EURO Konjunktur zu viel mehr hat es nicht gereicht mit diesem Imperium.
Diese 10 Jahre Euphorie haben dem europäischen Kontinent ein teuflisches Erbe hinterlassen.
Einen Schuldenberg der den Kontinent in ein erneutes
unabsehbares Desaster geritten hat.

Gravatar: H.M.

Minister kommen und gehen, man denke an unsere allseits beliebte große Bundeskanzlerin, die uns schon seit nahezu 13 Jahren so weise regiert und die immer wieder neue Minister findet, wenn sie alten das volle Vertrauen ausgesprochen (=sie gefeuert) hat.

Auch Umfragen sehen mal so und mal so aus. Entscheidend ist, wie lange seine Amtszeit ist und wie dann bei der tatsächlichen Wahl 2022 das Ergebnis ausfällt.

Es kommt häufiger vor, dass ein amtierender Präsident bzw. Regierungschef an Zustimmung verliert, insofern ist das nichts Neues. Man sollte zudem bedenken, dass Emmanuel Macron (* 1977) im ersten Wahlgang am 23. April mit 24,0% nur knapp ein Viertel der Wählerstimmen holte, gefolgt von Marine Le Pen (* 1968) mit 21,3% und noch einer Reihe anderer Kandidaten. Der Bürgerliche François Fillon (* 1954) erreichte 20,0%, der Linke Jean-Luc Mélenchon (* 1951) 19,6% und auf einige kleinere Kandidaten entfielen die übrigen 15,1%.

Bei der Stichwahl am 7. Mai holte Emmanuel Macron dann die satten 66,1%, da er für viele das kleinere Übel gegenüber Le Pen erschien, die immerhin beachtliche 33,9 % erreichte. Bei den Senatswahlen im Juni holte dann Macrons linksliberale Pro-EU-Sammlungspartei „La République en Marche !“ eine Mehrheit von 309 der 577 Sitze in der Nationalversammlung.

Fakt ist also, dass sich Macron auf diese parlamentarische Mehrheit stützen kann und er trotz der gesunkenen Beliebtheit bis mindestens 2022 im Amt bleiben wird, wenn nichts Größeres dazwischen kommt.


Die Ergebnisse der Parlamentswahl (Nationalversammlung) sahen so aus:

1. Wahlgang 11. Juni 2017
Macrons „La République en Marche!“ (LREM): 28,21%
Mitte-Rechts „Les Républicains“ (LR): 15,77%
Le Pens „Rassemblement National“ (bzw. Front National, FN): 13,20%
Linkspopulistsiche “La France insoumise“ (FI): 11,02%
Die sozialistische „Parti socialiste“ (PS): 7,44%
Die grüne „Europe Écologie – Les Verts“ (EELV): 4,30%
Zentristische und liberale „Mouvement démocrate“ (MoDem): 4,11%
Die „Union des démocrates et indépendants“ (UDI): 3,03%
Verschiedene parteilose rechte Politiker (Divers droite, DVD): 2,76%
Sonstige: 10,16

2. Wahlgang am 18. Juni:
LREM: 43,06%
LR: 22,23%
MoDem: 6,06%
PS: 5,68%
UDI: 3,04%
FI: 4,86%
FN: 8,75%
EELV: 0,13%
Sonstige: 6,19%

Macrons „La République en Marche!“ holte 308 von 577 Sitzen und bildet zusammen mit MoDem eine Fraktion (350 Sitze). Der Front National hatte im ersten Wahlgang 13,20%, im zweiten 8,75%. Zum Wahlrecht heißt es da:

„Die Abgeordneten werden nach einem Mehrheitswahlrecht in zwei Wahlgängen gewählt. Im ersten Wahlgang ist ein Abgeordneter eines Wahlkreises gewählt, wenn er mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erreicht hat, sofern seine Stimmenzahl mindestens 25 % der Zahl der Wahlberechtigten des Wahlkreises beträgt. Sollte dies kein Kandidat erreichen, so rücken diejenigen Kandidaten, die wenigstens die Stimmen von 12,5 % der Wahlberechtigten des Wahlkreises auf sich vereinigen konnten, in den zweiten Wahlgang vor; immer jedoch mindestens die zwei Kandidaten, welche die meisten der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang erzielen konnten. Im zweiten Wahlgang reicht dann die relative Mehrheit.“ ( https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahl_in_Frankreich_2017)

Bis 2022 werden Macron und sein „en Marche" voraussichtlich regieren, ob uns das nun gefällt oder nicht. Bis dahin sollte man für Frankreich und seine Regierung beten (und danach natürlich auch!). Und wenn es Gott gefällt, Frankreich eine patriotisch-konservative Regierung zu schenken, so möge dies geschehen, nach meinem Gusto lieber früher als später. Gott setzt die Könige ein und er setzt sie wieder ab (Daniel 2), wir sollen für sie beten (1. Timotheus 2), nicht weil sie gut sind, sondern auch und gerade dann, wenn sie schlecht sind (gerade dann!). Denn sie brauchen persönliches Seelenheil und von ihrem Tun und Lassen hängt das Schicksal von Millionen ab.

Lassen Sie uns auch für Frankreich und seinen Präsidenten beten. Gott hat alles in der Hand und ein Präsident Macron mit seinen großen und kleinen Makeln und Fehlern ist auch in Gottes Hand (Daniel 2; Buch der Sprüche). Möge sich Gott auch über Frankreich erbarmen, auf dass es seinen Menschen an Leib und Seele wohlergehe.


( https://www.freiewelt.net/nachricht/macrons-stern-sinkt-der-merkel-verbuendete-wird-in-umfragen-immer-unbeliebter-10075506/ )

Gravatar: Andreas Schulz

@Andreas Berlin , Manipulation ist die Antwort. Politik ist Zucker und Peitsche. Man muss sich sehr zwingen, dem zu widerstehen und den Widerspruch zu erkennen. Deutschland braucht dringendst einen politischen Wechsel. Passt Dir etwas nicht, dann lass es krachen.

Gravatar: Old Shatterhand

Bevor ich Macrons Kurzbiografie gelesen hatte, stand schon für mich fest, dass dieser Typ ein Blender ist, so wie die Blender Obama, Schröder, Merkel und Schulz.
Quod erat demonstrandum

Gravatar: H.M.

@Paule: "Mumientröster" als Schimpfwort für Macron lese ich zum ersten Mal. Seine Frau Brigitte Macron (* 1953) ist tatsächlich 24 Jahre älter als Emmanuel Macron (* 1977)[https://de.wikipedia.org/wiki/Brigitte_Macron].

Ich finde das zwar auf den ersten Blick witzig, ihn als Mumientröster zu bezeichnen, aber wenn jemand meine oder Ihre Mutter als "Mumie" bezeichnen würde, wären wir wohl zu Recht beleidigt, oder?

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