Migranten sollen sich nicht länger mit »Selbstmord-Aktionen in Gummibooten« in Gefahr bringen

Libysche Küstenwache: Migranten zurückzuschicken ist eine deutliche Botschaft

Die libysche Küstenwache hat mit deutlichen Worten die Schlepper-Aktionen im Mittelmeer kritisiert. Italien unterstützt Libyen mit Schiffen und Material, um die Küste besser zu schützen.

Foto: Irish Defence Forces/ flickr.com/ CC BY 2.0
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Die libysche Küstenwache nennt die Schlepperaktionen und die Migration über das Mittelmeer »Selbstmord-Aktionen in Gummibooten«. Die Menschen würden sich in Gefahr bringen. Schuld seien die Machenschaften der Schlepper, die Rettungsversprechen der vorgeblichen »Rettungschiffe« und die offenen Häfen – all dies würde eine Sogwirkung auslösen, die die Menschen dazu ermutigt, die Migration über das Meer zu wagen.

Der libysche Küstenwachen-Kapitän Abu Ajila Abdelbari erklärte gegenüber »Euronews« wörtlich:

»Wir haben nur vier Schiffe. Die haben uns die Italiener gegeben. Das reicht natürlich nicht aus. Aber auch mit diesen Schiffen haben wir unsere Arbeit getan und schon viele Menschen aus dem Meer gerettet. Italien hat uns weitere Schiffe zugesagt.«

Weiterhin erklärte er:

»Die Migranten zurückzuschicken, das ist eine deutliche Botschaft: Verschwendet eure Zeit und euer Geld nicht, um über das Meer zu kommen!«

Und er ermahnt:

»Wenn europäische Häfen offen sind, ermutigt das die Migranten. Dann meinen sie, auch sie können es versuchen. Wir sind da dagegen. Wir befürworten eine legale Migration und nicht solche Selbstmordaktionen in Gummibooten.«

Gegen den Vorwurf von einigen Hilfsorganisationen, die libysche Küstenwache würde Migranten ertrinken lassen, erklärte Abu Ajila Abdelbari:

»Wir legen keinen Wert auf ihre Meinung. Sie sagen solche Sachen, weil sie natürlich weiter im Meer bleiben wollen. Sie verfolgen ihre Ziele. Jeder weiß das. Sie halten 14 bis 15 Meilen von der libyschen Küste entfernt auf. Da sind Leute ertrunken. Das ist doch eigenartig. Sie halten sich dort auf und bieten ihre Hilfe an. Dadurch werden die Menschen erst darauf gebracht. Sich auf das Meer zu begeben.«

Die neue Regierung Italiens ist für die libysche Küstenwache ein Schritt in die richtige Richtung. Denn mit den deutlichen Worten und Aktionen der italienischen Regierung wird den Migranten aus Afrika der Anreiz genommen, über das Meer nach Italien zu kommen. Das könnte auch die libysche Küstenwache entlasten.

Auch die EU will der libyschen Küstenwache stärker unter die Arme greifen. Doch bisher ist seitens der EU noch wenig gekommen. Der Sprecher der libyschen Marine, Brigadegeneral Ayoub Kacem sagte dazu [siehe Bericht »Euronews«]:

»Leider hat die EU noch keine Verpflichtungen erfüllt und alles was wir aus der Propaganda hören, ist, dass die EU Libyen oder die libysche Küstenwache unterstützt hat. Wir sagen ihnen, dass sie uns Rechnungen oder offizielle Dokumente vorlegen müssen, die beweisen, dass sie tatsächlich Hilfe für Hilfe für Libyen oder die libysche Küstenwache geleistet haben.«

Bei vergangenen Bootskatastrophen haben sich die libysche Küstenwache und die Schiffe der NGOs gegenseitige Vorwürfe gemacht.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Donald Ganter

Das stimmt doch gar nicht. Weder handelt es sich um Selbstmord-Aktionen in Gummibooten geschweige denn geraten deren Passagiere in Seenot.
Wenn ein Boot unerwartet in schwere See gerät und zu sinken droht, dann geraten Passagiere und Besatzungsmitglieder in Seenot und diejenigen, die ihnen dann helfen sind "Retter". Wenn ein Boot überfüllt mit Menschen in See sticht, die alle Wissen das sie mit diesem Boot ihr eigentliches Ziel nie werden erreichen können, die aber auch wissen, dass solange sie auf Kurs bleiben, ein viel größeres Boot auf sie wartet um sie weiterzubefördern, dann ist das weder eine Selbstmordaktion, noch ein unerwartetes Ereignis geschweige Seenot. Es ist kalkuliertes Risiko um etwas zu erlangen, was auf legalem Weg nicht zu erlangen ist. Und diejenigen, die ihnen dabei helfen, egal ob Beschaffer der kleinen Boote oder den Transporteuren auf dem großen Boot sind keine Retter, sondern allesamt kriminelle Schlepper.
Bleiben nun die großen Boote aus, kann man am Beispiel Australiens eindrucksvoll sehen, das dann auch die Seenot fast gänzlich ausbleibt. Denn die Leute, die in solche Boote steigen sind keineswegs Selbstmörder, die sind nicht mal ganz dumm. Es sind Pilger auf dem Weg in´s gelobte Germoney, wo die ganz Dummen erst auf sie warten und das möchten sie natürlich auch erreichen.

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