Leibziger Aussteller laden politisch unbotmäßigen Maler aus

Kunst in Zeiten der Repression

In Leipzig bestimmen nicht mehr Künstler über die Exponate einer Ausstellung, sondern linke Aktivisten. Sie zwingen Galerien und Aussteller, Werke politisch nicht genehmer Künstler abzuhängen oder gar nicht erst zu zeigen.

Leipziger Baumwollspinnerei / Wikicommons
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Axel Krause ist ein international bekannter Künstler. Er lebt in Leipzig und wird zur Neuen Leipziger Schule gezählt. Im August letzten Jahres ging die Causa Krause durch die Presse: Eine Leipziger Galerie hatte sich von dem Künstler getrennt, weil er die Flüchtlingspolitik auf seinem Facebook-Profil als »illegale Masseneinwanderung« bezeichnet hatte. Die Galerie wolle Axel Krauses politische Ansichten weder teilen, noch mittragen. "Und das macht man im Prinzip, wenn man ihm eine Präsentierfläche gibt", erklärte der Galerist, ohne erklären zu können, was die ausgestellten Bilder mit den freigeschalteten facebook-Postings verbindet.

Als Axel Krause in diesem Jahr zur 26. Leipziger Jahresausstellung eingeladen wird, protestiert laut Süddeutscher Zeitung ein Künstler und stellt seine Absage öffentlichwirksam ins Netz. Was folgt ist eine Posse: Am 31. Mai sieht der Verein Leipziger Jahresausstellung seine Einladung an Axel Krause zurück; einen Tag später tritt der Vorstand geschlossen zurück und sagt die Ausstellung vollständig ab; und am 6. Juni gibt der Verein unter dem neuen Vorstand in einer Erklärung bekannt, dass die Jahresausstellung nun doch stattfinden würde - allerdings ohne Werke von Axel Krause. 

Die Reaktionen der Künstler sind gemischt. Während die einen kein Problem haben, zusammen mit Axel Krause auszustellen, scheint der Künstler für andere Kunst darzubieten, neben der sie ihre Werke nicht aufgehängt sehen wollen. Doch viele - und das scheint eine deutliche, wenn auch schweigende Mehrheit zu sein – viele sehen die Ausladung sehr kontrovers. »Das hätte ein extrem spannender, fruchtbarer Umgang mit der Situation werden können", sagt eine enttäuschte Galeristin der Zeit

In seiner Begründung der Absage schreibt der Verein, er verfolge stets das Ziel »Schaden von beteiligten Personen und Organisationen sowie dem Verein abzuwenden.« Die Sorge des Veranstalters der Ausstellung vor möglichweise gewalttätigen Auseinandersetzungen sorgte also dafür, dass Bilder eines bestimmten Kreisen nicht genehmen Künstlers nicht gezeigt werden können.

Begleitend werden öffentlich die passenden Sterotypen bedient. In einer gehässigen Bemerkung heißt es in der Südeutschen Zeitung »ironischerweise hat erst diese Trennung dem Künstler die ersehnte Aufmerksamkeit und Ausstellungseinladungen beschert«. Hier soll wohl das Bild vom nicht an der wahren Kunst, sondern nur an Aufmerksamheit und Geld interessierten Künstler entstehen - eine Stereotype für Bohemien und Juden aus Nazizeit und Stalinismus.

Deutschland beweist im Frühling 2019 wieder einmal seine »Unfähigkeit zur Freiheit«, wie die Neue Züricher Zeitung gestern schrieb. Es ist wieder da, wo es in sozialistischen Zeiten schon zweimal war. Es gibt eine richtige Kunst, die der Ideologie des Staates entspricht. Und es gibt eine politisch entartete Kunst, die nicht gezeigt werden darf.

Gestern hat die 26. Leipziger Jahresausstellung mit den politisch genehmen Künstlern begonnen. 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Sam Lowry

@Dolo22

Kästner hört zu und berichtet:
"...im Jahre 1933 wurden meine Bücher in Berlin, auf dem großen Platz neben der Staatsoper, von einem gewissen Herrn Goebbels mit düster feierlichem Pomp verbrannt. Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig, der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. Ich stand vor der Universität, eingekeilt zwischen Studenten in SA-Uniform, den Blüten der Nation, sah unsere Bücher in die zuckenden Flammen fliegen und hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners. Begräbniswetter hing über der Stadt..."

Gravatar: Dolo22

Nichts anderes macht die AfD suf ihren Veranstaltungen. Und ihr Kommentareschreiber, Vergleiche mit der Nazi-Zeit sind nicht angebracht.

Gravatar: Thomas Waibel

Daß die Linken sehr tolerant sind, allerdings nur mit sich selbst, ist eine alter Hut.

Gravatar: Thomas Waibel

Warum eigentlich in aller Öffentlichkeit die "Kunstwerke" des Kommunisten Pablo Picasso gezeigt?

Gravatar: Gerd Müller

Na und, kennen wir doch !
Das war doch unter Adolf Hitler und Joseph Goebbels auch nicht anders, oder ?
Nur die braune Farbe ist jetzt durch rot und grün ersetzt worden ...

Gravatar: Sam Lowry

"Ein Künstler, der etwas zu sagen hat und keine Zuhörer findet, ist schlimm dran. Noch schlimmer sind Zuhörer dran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat."

Gravatar: karlheinz gampe

Neben Zensur und Einschränkung von Bürgerrechten und Freiheiten gibt es nun unter den Roten(CDU, SPD, Grüne usw.) quasi wieder eine Art entartete Kunst, dass ist Kunst von Künstlern, die nicht mit dem linken, kranken Mainstream übereinstimmen.

Dieses Kunstverständniss sollte doch jedem nun deutlich machen wie krank im Kopp oder wie schwer geistig geschädigt Linke sind. Denn ein Kunstwerk entsteht durch Kunstfertigkeit und Technik des Künstlers und nicht durch seine politische Weltanschauung.

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