Trost und Unterstützung für Katholiken

Kardinal Müller: Euer Herz lasse sich nicht verwirren!

In Zeiten zunehmender Säkularisierung und Verwässerung christlicher Traditionen: Ehemaliger oberster Glaubenshüter veröffentlicht ein Glaubensmanifest gegen Rückfall in die Häresie.

By Elke Wetzig [CC BY-SA 4.0 ], from Wikimedia Commons
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Verwirrung und Verlegenheit – zwei Merkmale der Kirchenleitung Papst Franziskus der letzten Jahre: bei wichtigen moralischen Fragen zieht der Papst Schweigen vor, bei politischen Fragen mischt er sich ein und macht unklare Andeutungen und Behauptungen. Die Hölle existiere nicht, Kommunion für wiederverheirate Geschiedene sei zulässig, und Schweigen zu den Missbrauchsfällen, alles das muss von Katholiken ertragen werden.

Nun meldete sich Kardinal Gerhard L. Müller, der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation mit einem „Glaubensmanifest“ zu Wort.

„Angesichts sich ausbreitender Verwirrung in der Lehre des Glaubens, haben viele Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien der katholischen Kirche mich um ein öffentliches Zeugnis für die Wahrheit der Offenbarung gebeten. Es ist die ureigene Aufgabe der Hirten, die ihnen Anvertrauten auf den Weg des Heils zu führen. Dies kann nur gelingen, wenn dieser Weg bekannt ist und sie ihn selber vorangehen.“

Mit diesem Satz beginnt das Manifest und legt die grundlegenden Wahrheiten des katholischen Glaubens dar: der dreifaltige Gott, die Kirche als sichtbares Zeichen und Werkzeug des Heils, die sakramentale Ordnung, das Sittengesetz und das ewige Leben.

Im Schreiben wird deutlich die „Politisierung“ der Kirche durch ihre Oberhirten kritisch beleuchtet: „Viele fragen sich heute, wofür die Kirche eigentlich noch da ist, wenn sich auch Bischöfe lieber in der Rolle als Politiker gefallen, denn als Lehrer des Glaubens das Evangelium verkünden. Der Blick darf nicht durch Nebensächlichkeiten verwässert, sondern das Proprium der Kirche muss thematisiert werden.“

Damit geht Kardinal Müller auf unzählige Begebenheiten ein, wo Kirchenpersönlichkeiten sich lieber zu politischen Themen, wie Migration oder Umweltschutz äußern, anstelle den Glauben Jesu Christi zu predigen. Von den „letzten Dingen“ (Tod, Gericht, Himmel und Hölle) zu predigen sei wichtigste Aufgabe der Hirten und „diese und andere Glaubenswahrheiten zu verschweigen und die Menschen entsprechend zu lehren ist der schlimmste Betrug, vor dem der Katechismus mit Nachdruck warnt.“

Aufgabe des kirchlichen Lehramtes sei es das Volk „vor Verirrungen und Glaubensschwäche zu schützen, um ‚den ursprünglichen Glauben irrtumsfrei zu bekennen‘. Dies gilt besonders im Hinblick auf alle sieben Sakramente.“

Müller fügt hinzu: „Von der inneren Logik des Sakramentes versteht sich, dass standesamtlich wiederverheiratet Geschiedene, deren sakramentale Ehe vor Gott besteht, nicht voll mit dem katholischen Glauben und der Kirche verbundene Christen, wie alle, die nicht entsprechend disponiert sind, die heilige Eucharistie nicht fruchtbar empfangen, weil sie ihnen nicht zum Heil gereicht.“

Müller erinnert daran, dass Jesus nicht nur ein netter Mensch war, sondern wahrhaft der Sohn Gottes: „Mit klarer Entschiedenheit ist dem Rückfall in alte Häresien entgegenzutreten, die in Jesus Christus nur einen guten Menschen, Bruder und Freund, einen Propheten und Moralisten sahen. Er ist zu allererst das Wort, das bei Gott war und Gott ist, der Sohn des Vaters, der unsere menschliche Natur angenommen hat, um uns zu erlösen und der kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten. Ihn allein beten wir in der Einheit mit dem Vater und dem Heiligen Geist als den einzigen und wahren Gott an.“

Das Schreiben endet mit einem Aufruf des Mutes, um Jesu Christi Weg mit Entschiedenheit zu gehen, durch die Befolgung seiner Gebote und dadurch das ewige Leben zu erlangen.

„Gerade wir Bischöfe und Priester sind angesprochen, wenn Paulus, der Apostel Jesu Christi, seinem Mitstreiter und Nachfolger Timotheus diese Mahnung mit auf den Weg gibt: ‚Ich beschwöre dich bei Gott und bei Jesus Christus, dem kommenden Richter der Lebenden und Toten, bei seinem Erscheinen und seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt auf, ob gelegen oder ungelegen, überführe, weise zurecht, ermahne in aller Geduld und Belehrung. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Begierden Lehrer sucht, um sich die Ohren zu kitzeln; und man wird von der Wahrheit das Ohr abwenden, sich dagegen Fabeleien zuwenden. Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verrichte dein Werk als Verkünder des Evangeliums, erfülle deinen Dienst! (2 Tim 4,1-5).“

Kardinal Müller beweist damit nicht zum letzten Mal, dass er gewillt ist, dem Regierungsstil Papst Franziskus öffentlich entgegenzutreten, um den ratlosen Katholiken zur Seite zu stehen.

 

(jb)

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Exbiedermann

@ Gert
Da Sie mich schon auf einen „analytischen Höhenflug“ Ihres Herman Bondi mit den Worten „Der Mittelteil des folgenden Absatzes kann als exakte Widerlegung aller Weltreligionen interpretiert werden, mit Ausnahme einer einzigen“ aufmerksam gemacht haben, habe ich mir den einzig relevanten „Mittelsatz“ vorgenommen, der da lautet:

„Aus der Tatsache, dass nicht mehr als ein Glaube wahr sein kann, folgt, dass die Menschen stark dazu neigen, auf dem Gebiet der geoffenbarten Religion aufrichtig und fest an etwas Unwahres zu glauben“.

Die Logik dieses „analytischen Höhenflugs“ hat mich fasziniert. Denn dessen logischer Schluss lautet kurz gesagt: Da nur eine einzige Weltreligion wahr sein kann, sind geoffenbarte Religionen unwahr.

Dazu sage ich Ihnen: Dieser „analytischen Höhenflug“ eines logischen Schlusses Ihres Wieners Bondi ist kein „Höhenflug“, sondern eine Bruchlandung und schlichtweg falsch.
Denn da das Christentum eine Weltreligion ist, gehört es in den Pool aller Weltreligionen, sei es der Offenbarung oder dem Menschengeist entsprungenen. Da nach Herman Bondi dem so ist, kann auch das Christentum die wahre Religion sein! Und da hat der Gute recht! Die von ihm prognostizierte, einzig wahre Weltreligion ist keine andere, als das das geoffenbarte Christentum, subsistiert in der katholischen Kirche! Ob Ihnen das gefällt, oder nicht!

Gravatar: Exbiedermann

Bondi
@ Gert
Sie sagen zu mir:
"Ich bedaure, dass Sie jedes meiner Argumente nur durch ein Zitat Ihrer Glaubensbrüder beantworten, die jene Prämissen nicht hinterfragen, die ich kritisiere."

Das war vorschnell geurteilt, denn am 1.März habe ich um 18.55 den ergänzenden Teil gepostet, der auf Ihr innerweltlich verhaftetes Bondizitat, sowie auf Ihre, für mich völlig belanglosen, ebenfalls innerweltlichen Zusatzfragen ausreichende Antworten bietet.

Der Münchner Philosoph Henry Deku (1909-1993) bemerkte in den 60er Jahren einmal in einer Vorlesung über liberale Bibelkritiker: „Das Christentum ist eine Erfahrungsreligion – und Erfahrungsreligionen kritisiert man nicht!“ Als zum römisch-katholischen Glauben konvertierter und mit der Buchreligion seines Volkes bestens vertrauter Jude wusste er, wovon sprach.

Denn der Missionsauftrag Jesu lautete: Gehet hinaus und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was ich euch offenbart habe. Denn ich bleibe bei euch bis ans Ende der Welt.
Die Adressaten von Jesu Missionsauftrag waren alle Menschen aller Völker in der ganzen Welt, unabhängig von Rasse, Alter, Geschlecht, Sprach- und Bildungsvoraussetzungen.

Für diese Aufgabenstellung waren analytische Höhenflüge, emotionale Höhenflüge nicht gefragt, wohl aber höchste Ansprüche im Bereich in Ethik und Moral, wie sie in der Bergpredigt, der Feldpredigt und in den 10 Geboten von Jesus gefordert werden. Zum Anspruch des Christentums auf Wahrheit sagt Maurice Blondel (1861-1949): „Die heilige Schrift ist die Sammlung inspirierter Zeugnisse von der in Christus personal erschienenen Wahrheit, welche die Kirche als authentische Urkunde ihres Glaubens kanonisiert hat. Und die Dogmen sind für immer Regeln für das Leben der Kirche aus Christus. Aber Schrift und Dogma sind im Unterschied zu Christus nicht die Wahrheit, sie bezeugen diese nur.“ Welche Schriften des 1.Jahrhunderts von der Wahrheit Zeugnis ablegen konnten, musste von den überlebenden Zeugen gemeinschaftlich entschieden werden. Das war noch zu Lebzeiten von ausreichend apostolischen Zeugen bis 75 n.Chr für die heute zum Kanon gehörigen Schriften der Fall!

Hatte d` Ehre!

Gravatar: Gert

@ Exbiedermann

Ich bedaure, dass Sie jedes meiner Argumente nur durch ein Zitat Ihrer Glaubensbrüder beantworten, die jene Prämissen nicht hinterfragen, die ich kritisiere.

Auf diese Weise ergibt sich kein fruchtbares Gespräch. Ich verabschiede mich daher von Ihnen, indem ich den - sehr anmaßenden - Worten des Athanasius die bescheidenen und überzeugenden Worte von Hermann Bondi gegenüberstelle. (Der Mittelteil des folgenden Absatzes kann als exakte Widerlegung aller Weltreligionen interpretiert werden, mit Ausnahme einer einzigen):

"Gewöhnlich ist der Geisteszustand eines Menschen, der an eine Offenbarung glaubt, die schreckliche Überheblichkeit dessen, der sagt: "Ich weiß, und wer meinen Glauben nicht teilt, hat unrecht." Auf keinem anderen Gebiet findet sich eine so weitverbreitete Überheblichkeit, auf keinem anderen Gebiet sind sich die Menschen ihres "Wissens" so unglaublich sicher... Dabei ist es offensichtlich, dass Menschen größter Aufrichtigkeit und aller Intelligenzstufen voneinander abweichende religiöse Ansichten haben und stets hatten. Aus der Tatsache, dass nicht mehr als ein Glaube wahr sein kann, folgt, dass die Menschen stark dazu neigen, auf dem Gebiet geoffenbarter Religion aufrichtig und fest an etwas Unwahres zu glauben. Man sollte meinen, dass diese offenkundige Tatsache eine gewisse Bescheidenheit bewirkt und zu dem Gedanken geführt hätte, dass man, wie tief auch der eigene Glaube empfunden werden mag, möglicherweise irrt. Nichts liegt dem Gläubigen, allen Gläubigen ferner als diese grundlegende Bescheidenheit..."

Jeder Anwärter auf die - von Bondis Beweisführung nicht erfasste "einzig wahre Religion" - muss sich wägen lassen durch die folgenden notwendigen(!) (sie sind keineswegs hinreichend) Eigenschaften:

1. Enthält die Religion analytische Höhenflüge, die den Gedanken unserer großen Wissenschaftler mindestens ebenbürtig sind?

2. Vermittelt die Religion seelisch gesunden Menschen emotionale Höhenflüge, die jenen der Musik und Literatur mindestens ebenbürtig sind?

3. Zeigt sich die Religion sowohl in ihren Aussagen wie in einem größeren Teil ihrer Handlungen von hoher Ethik/Moral?

Für das Christentum muss man alle drei Fragen klar verneinen, es scheitert bereits an den notwendigen Voraussetzungen (von hinreichenden gar nicht zu reden), womit seine Anwartschaft auf "Wahrheit" ausgeschlossen ist.

Gravatar: Gert

Fehlerberichtigung:

Im Zusammenhang mit Schweitzer muss an zwei Stellen "katholisch" durch "christlich" ersetzt werden.

Gravatar: Exbiedermann

@ Gert

Sie behaupten gegen die Lehre der katholischen Kirche:
„Man wird kein besserer Mensch, wenn man seinen natürlichen Gottesglauben mit der Vorstellung eines dreieinigen Gottes mischt, seine Liebe zum Guten mit den Vorstellungen der schrittweisen Gottwerdung Jesu belastet (man beachte das - nicht in der zeitlichen Reihenfolge aufgelistete - Geklügel von Ebionismus, Adoptianismus, Apollinarismus, Arianismus, Athanasianismus, Homöismus, Monophysitismus, Nestorianismus, Sabellianismus), sein Erkennen/Erfühlen der Natur mit dem Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit anreichert, etc..“.

Haben Sie, als naturzentrierter, überzeugter Nichtkatholik und angeblicher Nichtatheist, das erste Wort Kardinal Korecs überhört, der da über die erste Kontaktaufnahme Gottes mit den Menschen spricht:

„Das Christentum hat immer mit Respekt auf die vielen Stimmen gehört, durch welche Gott über sich in der Welt der Natur und des Geistes spricht. Aber wenn wir von der Offenbarung sprechen, dann haben wir vor unseren Augen etwas viel Größeres. Gott hat die Tore geöffnet und die Schleier enthüllt, hat zu uns auf direktere und unmittelbare Weise gesprochen“. Haben Ihnen die Sätze nicht gefallen, in denen von einem „viel Größerem“ gesprochen wird, nämlich von der Selbstoffenbarung Gottes in seinem Sohn Jesus Christus.

Auf dieser Selbstoffenbarung Gottes beruht der katholische Glaube Und diese Botschaft haben die Apostel und apostolischen Mitarbeiter historisch getreu überliefert. Und diese Überlieferung ist in der katholischen Kirche getreu bewahrt worden bis zum heutigen Tag!
Moderne Handschriftenspezialisten bekräftigen: Das NT ist die am genauesten überlieferte Schrift der Antike. Kein Papst hätte es je gewagt, Hand an die Texte zu legen. Daher ist der protestantische und atheistische Vorwurf absurd, das Papsttum habe die Evangelien verfälscht.

Denn das unter der Wirkung des Heiligen Geistes allmählich entstandene Lehrgebäude der katholischen Kirche steht unter dem persönlichen Schutz Jesu Christi, der Seiner Kirche verheißen hat: “Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt” (Mat. 28,20) und: “Der Geist der Wahrheit wird in Ewigkeit bei euch bleiben” (vgl. Joh. 14,16f. und 16,13). Das Evangelium war den Katholiken immer präsent und konnte darum nie verborgen sein. Die katholische Kirche hat die Lehre Christi nicht nur dem Buchstaben, sondern dem Sinn und Geist nach als lebendig machende Wahrheit (2 Kor. 3,6) bewahrt.

Mit unfehlbarem Urteil hat sie alle Irrlehren, die jemals, mit der Schrift in der Hand, dem Geiste Christi widersprachen, erkannt und entlarvt. Nie hat eine irrige Lehre Eingang in ihr gefunden. Darum wäre es Verleumdung, zu sagen, sie halte bis heute an Irrtümern fest. Ihr „Geküngel“ @ Gert, die Irrlehren des Ebionismus, Adoptianismus, Apollinarismus, Arianismus, Homöismus, Monophysitismus, Nestorianismus, Sabellianismus standen stets unter dem Schutz des Heiligen Geistes und wurden von der Kirche als Irrlehre ausgeschieden, nicht aber das richtig Gesagte vom Kirchenlehrer Athanasius von Alexandrien. Diese Lehrsicherheit im immerwährenden Beistand der Kirche, dem Heiligen Geist, ist in den Abschiedreden Jesu angekündigt und durch 2000 Jahre Kirchengeschichte bewahrheitet worden:


Joh 14,25f.
25 Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin.
26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Joh 15, 26f
26 Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.
27 Und auch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr von Anfang an bei mir seid.

Joh 16,12.14
12 Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.
14 Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.
15 Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Darfs mehr sein??

Gravatar: Exbiedermann

Fehlerberichtigung:
Statt Athanasius von Mailand muss es heißen Athanasius von Alexandrien!

Gravatar: Exbiedermann

@ Gert

Wo haben Sie denn Ihre falschen Konfessionsweisheiten über Albert Schweitzer her, dem Sohn eines evangelischen Pastors, der selbst evangelische Theologie studiert hat und als liberaler Leben-Jesu-Forscher sich selbst und dem Christentum insgesamt und damit auch der katholischen Kirche im Verein mit Robert Bultmann und anderen Bultmännern schweren Schaden zugefügt hat. Die Wanderpredigerideologie über Jesus von Nazareth hat auch Schweitzer zu verantworten.
Um Luthers Rechtfertigungslehre zu retten, mussten die Evangelien mit den Worten Jesu über die Heilsrelevanz der guten, wie der bösen Werke im 19. Jhdt. durch Spätdatierung mit 16 weiteren neutestamentlichen Schriften unschädlich gemacht werden. Das geschah durch die Hypothese, dass die Tempelprophetien in den Evangelien Jesu nach 70 n. Chr., also „ex eventu“ , in den Mund gelegt worden sind, denn niemand hätte um 30 n. Chr. die Tempelzerstörung prophezeien können – auch Jesus nicht!

Alle Spätdatierer aus der liberalen Leben-Jesu-Forschung behaupten, dass erst nach der Tempelzerstörung zwischen 70 und 100 mündlich umherirrendes, bereits verändertes Jesusmaterial von unbekannten Verfassern unter falschem Namen, zu unbekannten Zeiten, in unbekannten Gemeinden, unabhängig voneinander gesammelt, geordnet, erweitert, zum Teil aus dem Alten Testament herausgesponnen, mythologisch überformt, an den Zeitgeist angepasst und endlich zu vier Evangelien verschriftet worden ist, in Gesellschaft mit weiteren 16 Schriften ebenso unbekannter Herkunft, alles geschrieben von hellenistischen Gemeindetheologen, die niemand gesehen und gekannt hat und die, von Juden und Heiden unregistriert und unreflektiert, aus dem Nichts aufgetreten und wieder spurlos im Dunkel der Geschichte verschwunden sind.

Berechnet man die mathematische Wahrscheinlichkeit des gleichzeitigen Eintreffens all dieser Faktoren zwischen den Jahren 70 und 100, so erhält man einen Wert von 1:1000000000 (in Worten: eins zu 1 Milliarde) Das heißt: Wenn die Spätdatierung der Evangelien nur zu einem Milliardstel richtig sein kann, muss aus historisch-kritischer Sicht die konfessionsideologische Hypothese von der Spätdatierung falsch sein und damit alles, was aus ihr an Falschem abgeleitet wird und das auch der katholischen Kirche seit mehr als 50 Jahren schweren Schaden zugefügt hat. Damit bleibt richtig, dass die von Jesus Christus geoffenbarte und in den Evangelien apostolisch bezeugte Wahrheit Gottes, gesichert im geistgeleiteten Lehramt der Kirche, nicht aus relativierbaren Menschenworten besteht, sondern der authentischen Lehre Jesu Christi entspricht und damit unrelativierbare Verbindlichkeit besitzt. Karlheinz Deschner geht noch von der Spätdatierung aus, und daher gehören seine antikatholischen Bücher auf die Müllhalde der Geschichte!

Damit Ihre Totalablehnung der katholischen Kirche keinen Endschaden verursacht, mache ich Sie mit dem Glaubensbekenntnis des hl. Athanasius von Mailand vertraut, das er mit Erfolg gegen die Arianer verfasst hat.

Jeder, der da selig werden will,
der muss vor allem den kathlischen Glauben festhalten.

Jeder, der diesen nicht unversehrt und unverletzt bewahrt,
wird ohne Zweifel auf ewig verloren gehen.

Dies aber ist der katholische Glaube:
Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit
und die Dreifaltigkeit in der Einheit,
ohne Vermischung der Personen
und ohne Trennung der Wesenheit.

Denn eine Person ist die des Vaters, eine andere die des Sohnes; eine andere die des Heiligen Geistes.

Aber der Vater und der Sohn und der Heilige Geist haben nur eine Gottheit, die gleiche Herrlichkeit, die gleichewige Majestät.

Wie der Vater ist, so ist der Sohn
und so der Heilige Geist:

Ungeschaffen der Vater, ungeschaffen der Sohn,
ungeschaffen der Heilige Geist.

Unermesslich der Vater, unermesslich der Sohn,
unermesslich der Heilige Geist.

Ewig der Vater, ewig der Sohn,
ewig der Heilige Geist.

Und doch sind es nicht drei Ewige,
sondern ein Ewiger,
wie es auch nicht drei Ungeschaffene oder drei Unermessliche sind,
sondern ein Ungeschaffener und ein Unermesslicher.

Ebenso ist allmächtig der Vater, allmächtig der Sohn,
allmächtig der Heilige Geist.

Und doch sind es nicht drei Allmächtige,
sondern ein Allmächtiger.

So ist der Vater Gott, der Sohn Gott,
der Heilige Geist Gott.

Und doch sind es nicht drei Götter,
sondern ein Gott.

So ist der Vater Herr, der Sohn Herr,
der Heilige Geist Herr.

Und doch sind es nicht drei Herren,
sondern ein Herr.

Ewig der Vater, ewig der Sohn,
ewig der Heilige Geist.

Und doch sind es nicht drei Ewige,
sondern ein Ewiger,

wie es auch nicht drei Ungeschaffene oder drei Unermessliche sind,
sondern ein Ungeschaffener und ein Unermesslicher.

Ebenso ist allmächtig der Vater, allmächtig der Sohn,
allmächtig der Heilige Geist.

Und doch sind es nicht drei Allmächtige,
sondern ein Allmächtiger.

So ist der Vater Gott, der Sohn Gott,
der Heilige Geist Gott.

Und doch sind es nicht drei Götter,
sondern ein Gott.
So ist der Vater Herr, der Sohn Herr,
der Heilige Geist Herr.

Und doch sind es nicht drei Herren,
sondern ein Herr.

Denn wie uns die christliche Wahrheit zwingt, jede Person einzeln für sich als Gott und als Herrn zu bekennen, so verbietet uns der katholische Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen.

Der Vater ist von niemandem gemacht,
weder geschaffen noch gezeugt.

Der Sohn ist vom Vater allein,
nicht geworden noch geschaffen, sondern gezeugt.

Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohn,
nicht geworden noch geschaffen noch gezeugt, sondern hervorgehend.

Es ist also ein Vater, nicht drei Väter,
ein Sohn, nicht drei Söhne,
ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister.

Und in dieser Dreifaltigkeit ist nichts früher oder später,
nichts größer oder kleiner,
sondern alle drei Personen sind einander gleichewig und gleichrangig,
so dass in allem, wie bereits oben gesagt worden ist,
die Einheit in der Dreifaltigkeit
und die Dreifaltigkeit in der Einheit zu verehren ist.

Wer also selig werden will,
soll diese Auffassung von der Dreifaltigkeit haben.

Aber zum ewigen Heil ist es nötig,
auch an die Fleischwerdung unseres Herrn Jesus Christus aufrichtig zu glauben.

Der richtige Glaube ist nun dieser: Wir glauben und bekennen,
dass unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, Gott und Mensch ist.

Gott ist er aus der Wesenheit des Vaters, vor den Zeiten gezeugt,
und Mensch ist er aus der Wesenheit der Mutter, in der Zeit geboren

Vollkommener Gott, vollkommener Mensch,
bestehend aus einer vernünftigen Seele und menschlichem Fleisch

Dem Vater gleich der Gottheit nach,
geringer als der Vater der Menschheit nach.

Doch obwohl er Gott und Mensch ist,
sind es nicht zwei, sondern ein Christus.

Einer aber nicht dadurch, dass die Gottheit in Fleisch verwandelt worden wäre,
sondern dadurch dass Gott die Menschheit angenommen hat.

Er ist ganz und gar einer nicht durch eine Vermischung der Wesenheit,
sondern durch die Einheit der Person.

Denn wie vernünftige Seele und Fleisch einen Menschen ergeben,
so ergeben Gott und Mensch einen Christus,

Er hat gelitten um unseres Heils willen, ist herabgestiegen zur Unterwelt,
am dritten Tage auferstanden von den Toten

Er ist aufgestiegen zum Himmel, er sitzt zur Rechten des allmächtigen Vaters,
von wo er kommen wird, um die Lebenden und die Toten zu richten.

Bei seiner Ankunft werden alle Menschen mit ihren Leibern auferstehen
und über ihre Taten Rechenschaft ablegen.

Und die Gutes getan haben, werden ins ewige Leben eingehen,
die hingegen Böses [getan haben], in das ewige Feuer.

Dies ist der katholische Glaube.
Jeder, der ihn nicht aufrichtig und fest glaubt,
kann nicht selig werden.

Das musste noch gesagt werden @ Gert!

Gravatar: Gert

@ Exbiedermann

Die Biographie von Ján Chryzostom Korec nötigt Achtung und Bewunderung seiner menschlichen Dimension ab. Sie jedoch als Beispiel für die "Richtigkeit" der von ihm vertretenen Religion ins Feld zu führen - wie Sie es versuchen - ist unsinnig.

Zu allen Zeiten gab es großartige, hilfsbereite Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen, die bereit waren, für ihre Überzeugung zu sterben. Diese menschliche Größe als Maßstab für die Richtigkeit ihrer unterschiedlichen Überzeugungen zu interpretieren, funktioniert leider nicht.

Ich sehe es als eine Tragik, dass just die seelisch empfindsamen, suchenden jungen Menschen, jene, die eine starke individuelle, intuitive Religiosität in sich spüren, sich dazu verleiten lassen, diese zunächst unbestimmt schweifende Religiosität in die festgefahrenen Formeln des Katholizismus zu gießen.

Man wird kein besserer Mensch, wenn man seinen natürlichen Gottesglauben mit der Vorstellung eines dreieinigen Gottes mischt, seine Liebe zum Guten mit den Vorstellungen der schrittweisen Gottwerdung Jesu belastet (man beachte das - nicht in der zeitlichen Reihenfolge aufgelistete - Geklügel von Ebionismus, Adoptianismus, Apollinarismus, Arianismus, Athanasianismus, Homöismus, Monophysitismus, Nestorianismus, Sabellianismus), sein Erkennen/Erfühlen der Natur mit dem Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit anreichert, etc...

Glauben steht sicherlich höher als Wissen, und wahrscheinlich führt jedes Wissen den Einsichtigen zum Glauben. Aber sicherlich nicht zum Glauben an die Inhalte der katholischen Lehre.

Ich räume ein, dass Ausnahmefälle existieren, z.B. wenn ein begabter Mensch schon in seiner Kindheit stark von katholischen Vorstellungen geprägt wurde, wie der verehrungswürdige Theologe und Arzt Albert Schweitzer.

Schweitzer war brillant - als Theologie ebenso wie als Musiker, Schriftsteller und Arzt - und zudem ein Mensch höchster Hilfsbereitschaft. Man könnte daher annehmen, dass eine so eminent vielfältige Begabung zusammen mit seiner hohen gelebten Ethik/Moral zu einem Abrücken vom Katholizismus führen muss. Aber das ist ein Irrtum.

Jedoch - Ausnahmen bestätigen die Regel. Und diese Regel lautet: Die größten Begabungen aus Wissenschaft, Dichtung und Musik waren meistens auf eine gewisse Art religiös, aber nur selten hat einer dieser Giganten eine Lanze für den Katholizismus gebrochen. (Dies ist keine geoffenbarte Wahrheit, sondern überprüfbar!)

Gravatar: Exbiedermann

Schluss mit lustig @Gert

......"fortlaufend richtigstellen"
Nein! Brauchen Sie nicht! Habe längst fertig!
Mit Ihrem heutigen Sprachreflex haben Sie das Urteil über sich selbst gesprochen.

Das letzte Wort soll daher der langjährig von tschechischen Kommunisten inhaftierte und zur Zwangsarbeit gezwungene Bischof von Nitra Ján Chryzostom Kardinal Korec SJ (1924 - 2015) mit seiner Untergrundschrift „Angewiesen auf die Offenbarung“ haben:

„Das Christentum hat immer mit Respekt auf die vielen Stimmen gehört, durch welche Gott über sich in der Welt der Natur und des Geistes spricht. Aber wenn wir von der Offenbarung sprechen, dann haben wir vor unseren Augen etwas viel Größeres. Gott hat die Tore geöffnet und die Schleier enthüllt, hat zu uns auf direktere und unmittelbare Weise gesprochen.

Davon haben wir uralte Zeugnisse. Von den ersten Zeiten Abrahams bis zu der Zeit, als die Stimme des letzten Apostels Christi verstummte. Gott sprach zu den Patriarchen er erkor sich Mose, sandte Propheten. Und in der Fülle der Zeiten schenkte er uns seinen Sohn, die Apostel und die Kirche...
..
Nach dem Gespräch mit dem Geschöpf in der natürlichen Offenbarung setzte Gott dieses Gespräch mit dem Menschen durch die übernatürliche Offenbarung fort. Die Heilige Schrift hat die Sprache des Himmelsgewölbes, der Sterne, Berge und der in Erstaunen versetzenden, rationalen und geordneten Struktur von Organismen ergänzt.

Die Heilige Schrift hat die Frage nach dem Bösen in der Welt erleuchtet. Sie erhellt, was für eine Sklaverei die Sünde ist, in welche sich der Mensch bewusst verwickelt hat. Die Heilige Schrift hat uns belehrt, dass die Unzucht des Herzens durch die Einhaltung des Dekalogs, der am Berg Sinai verkündigt worden war, wieder gutgemacht werden soll.

Die Heilige Schrift erklärt das Geheimnis der Erschaffung des Geschöpfes und des Lebens, das Geheimnis des Menschen, seines Gewissens und seiner Zukunft in Gott und ohne Gott. In der übernatürlichen Offenbarung hat der Mensch das durchdringende Licht erhalten, das ihm die Tiefen des Lebens und dessen Geheimnisse durchleuchtet......und schließlich offenbarte er uns sein Antlitz persönlich in Jesus Christus und sprach sein eigenes, persönliches Wort.

Seit diesem Moment sind wir nicht mehr auf unsere bloße menschliche Erkenntnis von Gott angewiesen, zu der wir durch unseren Verstand, durch das Erkennen der Welt und durch uns selbst gelangt sind; eine durchaus neue Welt des Geheimnisses Gottes ist uns geöffnet worden.

Unser religiöses Leben ist nicht mehr nur auf unsere menschlichen geistlichen Erfahrungen angewiesen, gewonnen inmitten dieser Welt und tradiert in der Religion von Generation zu Generation; vielmehr wird von nun an unser religiöses Leben durch die Sprache Gottes genährt, durch das Wort Gottes und durch all das, was dieses Wort Gottes in der Welt geschaffen hat - durch das Leben in der Kirche, durch ihren Gottesdienst, durch die Verkündigung und die Sakramente.

Gott hat sich selbst zu erkennen gegeben... Diese Offenbarung ist vollständig in Jesus Christus verwirklicht worden. Jesus ist die Offenbarung Gottes und des Menschen in einer Person und in einem Leben...

Offenbarung in Christus ist die Offenbarung und das Geschenk der Erlösung, das Geschenk der Verzeihung und Gnade Jesu, in dem er sich selbst und Gott geoffenbart hat, in welchem er persönlich unter uns lebte, sprach und litt und in welchem er uns die größte Liebe am Kreuz geoffenbart und geschenkt hatte.

Dieser Jesus ist die Mitte der Welt und die Mitte der ganzen Menschheit geworden, die sich in die Vergangenheit und in die Zukunft erstreckt. Er ist nicht nur das reine, echte und lebendige Bild Gottes, sondern auch das Höchste und Heiligste, was auf dieser Erde seit dem ersten Moment der Erschaffung bis heute erschienen ist. In ihm ließ sich Gott persönlich erkennen und in ihm rettet uns Gott persönlich.....

Das logische, durchdringende Denken der Griechen konnte den lebendigen Gott nicht erreichen, denn es war ein abstraktes Denken. Gott zu sehen und seine Stimme zu hören, das wird denen, die „reinen Herzens“ (Mt 5,8) versprochen. Für den gläubigen Christen ist die Erkenntnis Gottes nicht nur das Ergebnis des Denkens und der Vernunft.

Gott ist vor allem das Geschenk der Gnade und des Glaubens.“ Auch wir Christen sagen: „Ich kenne Gott.“ Doch viel tiefer und wahrhaftiger sagen wir: „Ich glaube an Gott“

Gravatar: Gert

@Exbiedermann

Inhalt und Form Ihrer letzten Rückmeldung stehen in inniger Harmonie: zwei krasse Irrtümer und zwei Fallfehler, wobei ich über die stilistischen Mängel großzügig hinwegsehe.

Ihr schlimmster Schnitzer: Sie setzen meine Ablehnung des Christentums mit Atheismus gleich.

Wer zu faul oder zu unbegabt ist, im Buch der Natur zu lesen und stattdessen seine Weltsicht auf der billigen Grundlage orientalischer Propheten mäßiger Intelligenz und zweifelhafter Charaktereigenschaften aufzubauen versucht, der sollte bescheidener auftreten. Ihr fortlaufendes Schwadronieren über "Gott" - wie Sie ihn verstehen - ist in seiner platten Selbstgefälligkeit höchst unangenehm, nicht nur aus intellektueller sondern auch aus menschlicher Sicht.

Damit wäre alles gesagt. Aber falls Sie Ihre Schreibtätigkeit im Interesse einer finanzkräftigen Gemeinde ausüben und Ihre Elaborate vergütet bekommen, wäre es möglich, dass Sie krampfhaft um das letzte Wort ringen (müssen). In diesem Fall werde ich - unvergütet - Ihre Anmaßungen und Plattheiten fortlaufend richtigstellen. Zum Vergnügen der Leser dieses Forums.

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