Mit Vernunft und Gebet gegen das Coronavirus

Kardinal Burke: Alternativlösung zur Kirchenschließung suchen

»Im Kampf gegen das Übel des Coronavirus ist unsere wirksamste Waffe daher unsere Beziehung zu Christus durch Gebet und Buße, durch Andacht und heilige Anbetung.«

Foto: Pufui Pc Pifpef I [CC BY-SA 3.0], from Wikimedia Commons / Ausschnitt
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Burke veröffentliche am 21. März eine Botschaft im Kampf gegen das Coronavirus auf seiner Webseite, die auch in deutscher Übersetzung vorliegt.

Das Virus sei heimtückisch und sehr ansteckend, daher sei eines der »wichtigsten Mittel jeglichen Kontakt mit anderen zu vermeiden.«

Burke bekräftigte seine Sorge: »Da ich in Italien lebe, wo die Verbreitung des Coronavirus besonders tödlich ist, vor allem für ältere Menschen und für diejenigen, die sich bereits in einem heiklen Gesundheitszustand befinden, bin ich von der großen Sorgfalt erbaut, mit der die Italiener sich und andere vor der Ansteckung schützen «

Trotz der Gefahr, solle man nicht vergessen, dass unsere erste Überlegung unsere Beziehung zu Gott sei.

»Im Kampf gegen das Übel des Coronavirus ist unsere wirksamste Waffe daher unsere Beziehung zu Christus durch Gebet und Buße, durch Andacht und heilige Anbetung. Wir wenden uns an Christus, um uns von der Pest und von allem Übel zu befreien, und er antwortet uns immer mit reiner und selbstloser Liebe. Deshalb ist es für uns von wesentlicher Bedeutung, dass wir jederzeit und vor allem in Krisenzeiten Zugang zu unseren Kirchen und Kapellen, zu den Sakramenten und zu öffentlichen Andachten und Gebeten haben.«

Burke wiederholt die Sorge der Gläubigen, die niedergeschlagen wegen fehlender Messen und der fehlenden Möglichkeit, in Kirchen zu beten: »In diesen Tagen habe ich von sehr vielen gläubigen Katholiken erfahren, die zutiefst betrübt und entmutigt sind, dass sie nicht in der Lage sind, in ihren Kirchen und Kapellen zu beten und anzubeten. Sie verstehen die Notwendigkeit, soziale Distanz zu wahren und die anderen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, und sie werden diese umsichtigen Praktiken befolgen, die sie in ihren Kirchen leicht genug praktizieren können. Aber oft genug müssen sie das tiefe Leid akzeptieren, dass ihre Kirchen und Kapellen geschlossen sind und ihnen kein Zugang zur Beichte und zur heiligsten Eucharistie gewährt wird. «

Wegen der Bedeutung des Gebets, setzt sich Burke für eine weniger strikte Lösung bei der Umsetzung der Maßnahmen gegen das Coronavirus ein, um Gebet und Gottesbeziehung weiter zu ermöglichen:

»In unserer völlig säkularisierten Kultur gibt es die Tendenz, Gebet, Andacht und Anbetung wie jede andere Aktivität zu betrachten, z.B. einen Kino- oder Fußballbesuch, der nicht unbedingt notwendig ist und daher aufgehoben werden kann, um jede erdenkliche Vorsichtsmaßnahme zu treffen, um die Ausbreitung einer tödlichen Seuche zu verhindern. Aber das Gebet, die Andachten und der Gottesdienst, vor allem die Beichte und die Heilige Messe, sind wesentlich, um gesund und geistlich stark zu bleiben und um Gottes Hilfe in einer Zeit großer Gefahr für alle zu suchen. Deshalb können wir nicht einfach die Entscheidungen weltlicher Regierungen akzeptieren, die die Anbetung Gottes genauso behandeln wie den Besuch eines Restaurants oder eines sportlichen Wettkampfs. Andernfalls werden die Menschen, die bereits so sehr unter den Folgen der Pest leiden, jener objektiven Begegnungen mit Gott beraubt, der in unserer Mitte ist, um Gesundheit und Frieden wiederherzustellen «

Weder sollten Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus noch Maßnahmen zum Gottesdienst eingeschränkt werden, damit beide Elemente sich im Kampf gegen den Virus behaupten können.

»Am Ende arbeiten Glaube und Vernunft, wie sie es immer tun, zusammen, um die angemessene und richtige Lösung für eine schwierige Herausforderung zu finden. Wir müssen die Vernunft, inspiriert vom Glauben, nutzen, um die richtige Art und Weise zu finden, wie wir mit einer tödlichen Pandemie umgehen. Diese Art und Weise muss dem Gebet, der Hingabe und der Anbetung, der Anrufung der Barmherzigkeit Gottes über sein Volk, das so viel leidet und in Todesgefahr ist, Vorrang einräumen «

(jb)

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Michael Strömer

Pastoren verdienen viel zu viel
Geld, als dass man sie ernst
nehmen könnte. Ein Bischof kommt
locker auf 10.000,-- Euro im Monat.
Warum eigentlich? Sie können sich
doch gar nicht in die Lage der
Wenig- und Normalverdiener
hineindenken. Ich will ja nicht, dass
Priester wie in Frankreich immer
mit knurrendem Magen
herumlaufen; aber mehr als ein
mittlerer Verwaltungsangestellter sollten
sie nicht bekommen, gegenteiligen Falles
können sie das Leben der Durch-
schnittlichen nicht nachempfinden.
Das müssen sie aber, wenn sie
glaubwürdig predigen wollen.

Gravatar: harald44

Wo ist das Problem? Da heutzutage unsere Kirchen nur selten voll sind, reicht doch eine Anweisung an der Kircheneingangstüre an die Gläubigen, einen Abstand von etwa zwei Metern zwischen sich und den anderen Mitbetenden einzuhalten.
Es wäre auch absurd an Ostern die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus zu feiern, den Gläubigen die Auferstehung für alle Christen am Ende aller Tage in Aussicht zu stellen - und dabei die Kirchen geschlossen zu halten aus übertriebener Sorge vor dem Coronavirus.
Griff in die Geschichte: Wie hielten es eigentlich die Kirchen während der Pestwellen im Spätmittelalter, denen nach einer groben Schätzung jeder dritte damals lebende Europäer zum Opfer fiel? Jeder dritte!

Gravatar: Manfred Hessel

Das paßt aber nicht zur Kirche: Entweder Vernunft , dann ist es keine Kirche mehr oder Gebet , dann fehlt es an der Vernunft. Ich bete auch täglich, betreffs Merkel. Und was passiert ? Die hüpft fröhlich weiter in der Botanik herum. Also helfen Gebete auch nicht.

Gravatar: Joachim Datko

Die Priester sind nicht gefragt, sie können nichts zur Bekämpfung der Pandemie und zur Gesundheitsvorsorge beitragen.

Zitat: "Trotz der Gefahr, solle man nicht vergessen, dass unsere erste Überlegung unsere Beziehung zu Gott sei."

Schon längst hat das naturwissenschaftliche Weltbild in unserer Gesellschaft die Priester an den Rand gedrängt.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

„Mit Vernunft und Gebet gegen das Coronavirus
Kardinal Burke: Alternativlösung zur Kirchenschließung suchen“ ...

Weil immer mehr Gläubige merkeln, wer uns Corona ´tatsächlich` schickte?

Rief der Franzi nicht auch - und ganz besonders deshalb alle Christen weltweit“
zu einem Sturmgebet gegen das Corona-Virus auf?
https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2020-03/papst-franziskus-corona-virus-aufruf-gebet-urbi-orbi-vaterunser.html,

Oder riss sich seine Alte etwa tatsächlich längst das Zepter untern Nagel, wobei ihr erst klar gemacht werden muss, dass sie – weil es scheinbar letztlich nur ums Geld geht - selbst die Schöpfung ´Gottes` human behandeln kann???

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