In Rom hofft man auf ein Ende des Bergolgio-Pontifikats

Italienischer Vatikanist blickt auf das nächste Pontifikat

Francesco Granas »Was vom Papsttum übrig bleibt« wird am 18. November in Anwesenheit des führenden »papabile« Kardinals Matteo Zuppi vorgestellt.

Papst Franziskus/Bild: Screenshot Vatican Media
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»Es ist offensichtlich, dass sich die Fraktionen bereits organisieren, um nicht überrascht zu werden, wenn die sede vacante beginnt«, heißt es in der Verlagsbeschreibung eines neuen italienischen Buches über die Zukunft des Papsttums, wie Edward Pentin für den National Catholic Register berichtet.

Unter dem Titel »Cosa resta del papato« (»Was vom Papsttum bleibt«, erschienen bei Edizioni Terrasanta) blickt der italienische Vatikanist Francesco Antonio Grana auf das nächste Konklave, untersucht die »Zukunft der Kirche nach Bergoglio« und stellt die Frage, ob das Papsttum »noch eine gültige Institution« ist oder »als völlig anachronistisch wahrgenommen wird.«

Sie wird am 18. November in Rom mit Hilfe von Kardinal Matteo Zuppi, dem Erzbischof von Bologna, als Hauptredner eröffnet.

Die Anwesenheit des in Rom geborenen Kardinals ist von großer Bedeutung, da er seit Monaten von Vatikanisten, insbesondere Sandro Magister, als führender Papstkandidat gehandelt wird und Magister ihn als den bevorzugten Kandidaten einer der Gruppierungen nennt, die sich vor dem Konklave »organisieren« - der Laiengemeinschaft Sant‘Egidio.

Als Mitbegründer und ehemaliger Pfarrer der Gemeinschaft ist Kardinal Zuppi, 66, nicht nur innerhalb der Kirche, sondern auch über die katholische Welt hinaus durch die bekannte internationale Friedens- und humanitäre Arbeit der Organisation bekannt.

Kardinal Zuppis kometenhafter Aufstieg zu einem führenden Papst wurde diese Woche durch Berichte unterstrichen, wonach er im nächsten Jahr der nächste Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz werden soll – ein Weg, den Kardinal Jorge Bergoglio mit der argentinischen Bischofskonferenz auf seinem Weg zum Papsttum beschritten hat.

Grana, der Vatikankorrespondent der italienischen Tageszeitung Il Fatto Quotidiano ist, sagte dem Register am 5. November, er habe Kardinal Zuppi zur Vorstellung seines Buches eingeladen, weil er glaube, dass der Kardinal und zwei weitere Redner bei der Veranstaltung »die revolutionäre Bedeutung des Papsttums von Franziskus wirkungsvoll veranschaulichen« und auch in der Lage sein werden, »die Pontifikate seiner unmittelbaren Vorgänger zu betrachten«.

Grana sympathisiert mit einer solchen revolutionären Vision für die Kirche und sieht sie als notwendig an, damit sich die Kirche »auf die tiefgreifenden und radikalen Veränderungen der Zeit einstellen kann«. Der italienische Vatikanist sagte, er sei dazu veranlasst worden, sein Buch zu schreiben, weil Papst Franziskus in seinem apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium (Die Freude des Evangeliums) von 2013 den Wunsch nach einer »Umkehr des Papsttums« geäußert habe, weg von einer »übermäßigen Zentralisierung, die das Leben der Kirche und ihren missionarischen Einsatz erschwert« - ein Ziel des Zweiten Vatikanischen Konzils und seiner Betonung der »Kollegialität«, das laut dem Papst noch nicht verwirklicht worden sei. 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Karl Biehler

Das ist der letzte Papst. Was sollte man sich dann noch Gedanken machen für ein weiteres Pontifikat!

Gravatar: Patrick Feldmann

@daffy
Die Katholische Kirche wird weiter bestehen,-als Exilkirche. Für die Glaubens Intensität vielleicht nicht das Schlechteste!
Rom und die Institutionen hat Bergoglio aber auf Dauer planiert: ein echter argentinischer Traum!
Damit hat der sogen. Franzisko genau das Gegenteil seines Namenspatrons, des Heiligen, geschaffen!
Bergoglio wird der letzte auf dem Stuhl des römischen Bischofs und pudistes Papstes sein.

Für die Zukunft der Menschheit und ihrer Freiheit, für die Zukunft des Denkens und Glaubens wird die Katholische Kirche aber DER Anker sein, den alle anderen Wahrheitsprojekte sind diskreditiert, die politischen Freiheits Projekte und die Wissenschaft ebenfalls.

Gravatar: Joachim Datko

Die r.-k. Kirche ist mit der steigenden Bildung breiter Bevölkerungsschichten dem Untergang geweiht. Die Person des jeweiligen katholischen Papstes hat kaum Einfluss auf den Niedergang der katholischen Kirche.

Religionen können nur in bildungsfernen Gesellschaften die Gesellschaft dominieren. Je gebildeter eine Gesellschaft ist, desto weniger Menschen akzeptieren Pseudoerklärungen. "Gott" hätte etwas bewirkt, ist insbesondere für naturwissenschaftlich gebildete Menschen keine Erklärung. So konnten Priester in Zeiten früherer Pandemien die Pseudoerklärung Gott hat die Pandemie verursacht, aus Unkenntnis der biologischen Zusammenhänge, gesellschaftlich durchsetzen. Pseudoerklärungen waren es, weil man keine Erklärung hatte und "ein Gott als Verursacher" die Lücke füllte.

Die konkrete Person des Papstes hat mit dem Untergang der r.-k. Kirche kaum zu tun. Dass man gesellschaftlich keine überhöhten Autoritäten mehr akzeptiert, trägt auch zum Untergang der r.-k. Kirche bei.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

„In Rom hofft man auf ein Ende des Bergolgio-Pontifikats
Italienischer Vatikanist blickt auf das nächste Pontifikat“ ...

Wobei sich auch ´mir` längst die Frage stellt:

Ist Franziskus nicht ohnehin nur noch Bischof von Rom „oder immer noch Nachfolger des Apostelfürsten, Stellvertreter Christi?
Eine Layoutänderung im neuen Päpstlichen Jahrbuch und eine Zusatzüberschrift werfen Fragen auf“:
https://www.katholisch.de/artikel/25090-ist-papst-franziskus-nicht-mehr-stellvertreter-christi

Gravatar: Daffy

Die katholische Kirche galt bis zum Amtsantritt von Bergoglio als "unkaputtbar", nachdem sie ja schon viele, auch heftige Krisen überstanden hat. Der Kommunist auf dem Stuhle Petri hat aber das Fundament einer Religion, die Spiritualität abgeschafft und das macht aus Mutter Kirche eine ganz gewöhnliche Zeitgeisthure.

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