Die Nachbarstaaten sind überfordert

Flüchtlingskrise in Venezuela

Am Mittwoch hatte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) über die Flüchtlingskrise beraten; denn der Zusammenbruch von Venezuela wirkt sich stark auf die Nachbarländer aus. Die sind mit der Zuwanderung zunehmend überfordert. Kolumbien hat bereits über 900.000 Venezolaner aufgenommen, Peru 400.000 und Ecuador 200.000. Die Staaten sind weiterhin bereit, Flüchtlinge aufzunehmen, brauchen jedoch finanzielle Hilfe. Venezuela mauert.

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Das einst reiche Venezuela steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise, schreibt die kleine Zeitung. Das ist noch sehr zurückhaltend ausgedrückt: In den Supermärkten des Landes gibt es kaum noch Lebensmittel oder Dinge des täglichen Bedarfs. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben bereits mindestens 2,3 Millionen Menschen das Land verlassen. Die Opposition in Venezuela geht sogar von bis zu vier Millionen Flüchtlingen aus. Das wären mehr als zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Venezuela blutet aus. Es ist eine humane Katastrophe.

Die Fluchtbewegung hält an. Die Gründe sind Hyperinflation, Lebensmittelknappheit, fehlende medizinische Versorgung und politische Unterdrückung – in einem Wort: Sozialismus. Die Linke schweigt zu dem Desaster. Es war einmal eine Hoffnung für die Linke, doch nach und nach haben sich immer mehr vom Modell des »Sozialismus des 21. Jahrhunderts« verabschiedet.  

Die ganze Region ist betroffen. Der Absturz Venezuelas, eines der ölreichsten Länder der Welt, der wirtschaftliche Kollaps und die brutale Unterdrückung der Opposition haben die politische Landschaft Lateinamerikas nachhaltig verändert. Der Massenexodus aus Venezuela hatte begonnen, als Präsident Nicolás Maduro im Jahre 2014 die Proteste gegen seine Regierung blutig niederschlagen und die wichtigsten Regierungsgegner verhafteten ließ. 

Die Flüchtlinge aus Venezuela prägen das Straßenbild in Kolumbien. Rund 300 Venezolaner treffen nach einem Bericht des dortigen Radiosenders Caracol täglich neu in der Hauptstadt Bogotá ein. Sie sind inzwischen überall: Sie putzen Autoscheiben an den Ampeln, betteln in den Einkaufsstraßen, verkaufen Kleinigkeiten wie Bonbons oder Plastiktüten. »Immerhin gibt es hier etwas zu kaufen«, sagt eine von ihnen. »In Venezuela gibt es nichts mehr. Es ist die Hölle.«

Manche stehlen und begehen Überfälle. So jedenfalls meldet es die Welt. Eine direkte Auswirkung liegt darin, dass die Ausländerfeindlichkeit zunimmt. Auch die Gewalt nimmt zu. In der Grenzregion Roraima in Brasilien ist es besonders deutlich zu spüren. Die Regierung schickt nun das Militär an die Grenze. Im Jahr 2016 habe Roraima noch die drittniedrigste Mordrate unter den brasilianischen Bundesstaaten innegehabt, heißt es, und auch ein Jahr darauf noch außerhalb der Top Ten gelegen. Seitdem ist die Mordrate auf 27,7 pro 100.000 Menschen geradezu explodiert. Roraima ist damit der gefährlichste Bundesstaat Brasiliens geworden. 

Insgesamt elf lateinamerikanische Länder haben nun in einer Erklärung gefordert, einen »Hilfsmechanismus« zu schaffen, um die Krise abzumildern und die Ursachen der Massenflucht aus Venezuela zu bekämpfen. Sie appellierten zudem an Venezuela, humanitäre Hilfe zu akzeptieren und den Ausreisewilligen gültige Personalausweise oder Reisepässe auszustellen.

Venezuela hat die Forderungen umgehend zurückgewiesen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: karlheinz gampe

Maduro ist als Beispiel zu sehen, wenn Linke ein Land über einen längeren Zeitraum regieren. Wenn Deutschland es nicht schafft, sich seiner linken roten Einheitsparteien CDU, SPD usw. aus einer Regierungsverantwortung zu entledigen, werden wir hier bald ähnliche Zustände haben, denn außer ihrer kranken Ideologie von Chaos und Revolution sind deren linke Köppe leer. Die Welt gratis zu Gast am Tisch der deutschen Steuerzahler. Deutschland ist überbevölkert und deutsche Landwirtschaft kann Deutschland nicht allein ernähren. Wenn wir auf dem Weltmarkt unsere Produkte so wie Venezuela nicht mehr verkaufen (tauschen) können, was ist dann ? Idioten fluten Deutschland mit Asylanten. Wird hier auch bald Hunger und Leid sein? Joseph hat einst den Pharao beraten aber wer berät unsere kranken roten Politiker?

Gravatar: Hannes

Und nu, versaufen Flüchtlinge im Atlantik weil se versuchen über den großen Teich nach Europa ins sozialwunderland wollen???

Gibt’s schon n Bild von nem kleinen Kind irgendwo an der portugiesischen oder spanischen atlantikküste?

Wer schickt als erstes Rettungsboote und suchflugzeuge raus?

Gravatar: Jomenk

Kurze Frage.

Hat die Bundesregierung schon ihre Bereitschaft erklärt, ebenfalls Flüchtlinge aufzunehmen. Gültige Personalausweise und Reisepässe sind nicht nötig.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

„Die Nachbarstaaten sind überfordert
Flüchtlingskrise in Venezuela“ ...

Aus meiner Sicht liegen die Fakten auch hier klar auf der Hand:

... „Wie in der Ukraine ist in Venezuela eine Regierung an der Macht, die es nicht zulässt von Amerika übernommen zu werden. Die Bodenschätze gehören dem jeweiligen Land und nicht den Finanzoligarchen der USA und der City of London. Wer sich wehrt, dessen Land wird durch Massenunruhen destabilisiert und dann übernommen.“ ...
https://wertewelt.wordpress.com/2014/02/21/destabilisierung-von-staaten-geschied-immer-nach-dem-gleichen-muster/

Wurde Maduro nicht auch deshalb zum Abschuss freigegeben, was zum Verdruss der EUSA-Führungen noch nicht einmal gelang? https://www.rubikon.news/artikel/das-attentat

Wurden in der Vergangenheit nicht auch besonders von Merkel & Co. göttliche(?) Flüchtlingskrisen ausgelöst, um die US-NWO–Pläne zu unterstützen, was auch mich zu der weiteren Frage führt:

"Warum sind aus Syrien die meisten Leute hergekommen“, als der US-inszenierte Krieg schon fünf Jahre lief?" https://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/faktencheck-ursache-fluechtlingskrise-100.html

Weil die UN aus Washington gesteuert werden ... und die Bürger der Welt gegen den globalen Migrationspakt der UNO https://www.freiewelt.net/nachricht/un-behoerde-haelt-migration-fuer-wuenschenswert-und-notwendig-10074015/
aufstehen?
https://www.freiewelt.net/nachricht/die-buerger-stehen-auf-gegen-den-globalen-migrations-pakt-der-uno-10075295/

Wird deshalb in Kürze auch die deutsche für die Bundesregierung ankündigen, den UN-Menschenrechtsrat zu verlassen??? https://web.de/magazine/politik/us-praesident-donald-trump/donald-trumps-angekuendigter-austritt-menschenrechtsrat-sorgt-unruhe-33021490

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