Journalismus ist fast immer Propaganda

EU verbietet ›RT‹ und ›Sputnik‹ – Rechtswidrig und peinlich!

Die EU hat ›RT‹ und ›Sputnik‹ verboten. Damit wird eine wichtige Informationsquelle für kritische Bürger zum Schweigen gebracht.

© Benoît Prieur / Wikimedia Commons
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Die EU hat nicht nur die russische Banken mit Sanktionen belegt. In einem Abwasch wurden auch die beiden russischen Staatssender ›RT‹ und ›Sputnik‹ verboten. In Ländern der EU dürfen ihre Inhalte nicht mehr über Kabel, Satellit oder Internet verbreitet werden.

Zur Begründung erkläre EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen: »Wir sind Zeugen massiver Propaganda und Desinformation über diesen ungeheuerlichen Angriff auf ein freies und unabhängiges Land.« Und man werde es nicht zulassen, dass Kreml-Treue »ihre giftigen Lügen zur Rechtfertigung von Putins Krieg verbreiten oder die Saat der Spaltung in unserer Union säen«.

So weit – so gut?

Auch für den türkisch-stämmigen Journalisten Deniz Yücel ist die Sache klar. Unter der Überschrift »Journalismus ist keine Propaganda« verteidigt er die Maßnahme, die, was er zugibt, mit einem Kollateralschaden einhergeht. Die EU verliert erheblich an Glaubwürdigkeit. Denn angeblich geht es im Kampf gegen Russland auch um westliche Werte und zu denen zählt nun einmal das Recht auf freie Meinung.

Indes wäre Yücel nicht Yücel, wenn er dieses Recht der freien Meinung nicht auf Journalismus bestimmter Couleur einschränken würde. Und zwar auf den Journalismus, der für Yücel keine Propaganda darstellt. Alles andere ist für ihn dann eben kein Journalismus.

Ach, wenn die Welt doch so einfach wäre. Andere würden sagen: Der muss es ja wissen, der Dennis. Gerade seine Beiträge sind bekannt dafür, dass sie meistens vor allem anderen eins sind: Propaganda. Propaganda gegen Erdogan, Propaganda gegen Deutsche. Propaganda gegen rechte politische Standpunkte. Und der wenige Journalismus fällt, vor allem was die Qualität, oder besser Nicht-Qualität seiner Sprache betrifft, unter das, was Karl Kraus verächtlich Journaille genannt hat.

Nein, so einfach ist es nicht. Journalismus ist fast immer Propaganda. Und sei es auch nur für den, der jeweils schreibt. Und daher ist das Verbot von ›RT‹ und ›Sputnik‹ nicht nur mit einem Verlust von Glaubwürdigkeit verbunden, weil die Behörden eine Meinung untersagen. Es zeigt auch den Geist der EU.

Denn mit ›RT‹ und ›Sputnik‹ verschwindet eine kritische Stimme, die, wenn auch sicherlich nicht über Russland und die Ukraine, so doch über Deutschland Dinge berichtet, die den Mächtigen hier so wenig passen, wie sie Berichte westlicher Medien in Russland über die Mächtigen dort. Man kann also sagen: Die EU nutzt den Ukraine-Krieg aus, kritischen Journalismus in Deutschland und den anderen Ländern der EU mundtot zu machen. Und es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht der wirkliche Zweck der Maßnahme ist.

Die Maßnahme ist also nicht nur ungeschickt – sie erweist auch den vergleichbaren Charakter der Machtsysteme Brüssel und Moskau. Beide fürchten den unabhängig und eigenständig denkenden Bürger. Denn der kann Journalismus von Propaganda ganz gut unterscheiden. Dafür braucht er keine Betreuer, die vorweg und für ihn sortieren, was wahr ist und was falsch. Aus diesem einfachen Grund haben die Väter des Grundgesetzes den Artikel 5 eingeführt: Das Recht auf eine eigene Meinung und auf das Recht, sie zu verbreiten. Und es wäre schön, wenn sich die EU-Kommission daran hielte.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Hans Runck

ARD und ZDF müssen verboten werden !

Gravatar: Facherfahrener

Die EU und vor allem v.d.L. sollten ihre Befugnisse
nicht vergessen.

Ein Befreiungskrieg auch innerhalb der EU

liegt in der Luft.

Oder anders gesagt, die sägen den Ast ab, auf dem sie
sitzen.

Gravatar: Peter Lüdin

Lese Online die News und höre nebenbei Musik auf Youtube. Gerade fängt "Europe - The Final Countdown" an. Der Youtube-Algorithmus ist echt gruselig...

Gravatar: Peter M3

Das passt in das Zensur- und Propagandasystem,
das sich während "Corona" verfestigt hatte. Die
Wurzel des Üblen liegt natürlich weiter zurück.
Man kann es mit einer Saat vergleichen, die vor
zwei Jahren aufging.

Am Dienstag musste auf "Nitro" sogar der Bond-
Film "Liebesgrüße aus Moskau" weichen. Die
Zensur nimmt groteske Züge an. Und das dürfte
nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Der Dirigent Waleri Gergijew der Münchener
Philharmoniker hat nicht fristgerecht "wider-
rufen" und musste seinen Hut nehmen.

Dem Vorstand der BKK ProVita wurde fristlos
gekündigt, weil er wohl mit Hilfe eines Daten-
Anaysten in ein Wespennest gestoßen hatte:
Stichwort "Impf"-Nebenwirkungen.

Und nun sollen also regimekritsche Medien
ausgeschaltet werden. Ja, auf dass diese
Freiheit die Welt erleuchte!

Gravatar: Lutz

Die EU gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!!!

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