Lufthansa sortiert orthodoxe Juden aus und verweigert Weiterflug

»Entschuldigen sie bitte unseren Antisemitismus!«

Nach dem antisemitischen Vorfall auf dem Frankfurter Flughafen folgt eine Entschuldigung der Lufthansa, die nicht weniger antisemitisch ist.

Studmult; CC 2.0
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Am 4. Mai 2022 schloss die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa alle als Juden erkennbare Fluggäste in Frankfurt vom Weiterflug nach Budapest aus. Sie hatten sich geweigert, eine Corona-Maske zu tragen.

Der Fall erregte verständliches Aufsehen. Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker wurde eingeschaltet und sprach von Diskriminierung.

Nun hat sich die Gesellschaft entschuldigt. Über Twitter ließ sie verbreiten:

»Lufthansa bedauert die Umstände der Entscheidung, Passagiere vom Flug LH 1334 am 4. Mai auszuschließen. Lufthansa entschuldigt sich ausdrücklich bei den Gästen.«

In einer begleitenden Erklärung heißt es unter anderem im üblichen, demütigen Globalisierungs-Kauderwelsch :

»Lufthansa bedauert die Umstände bezüglich der Entscheidung, die betroffenen Passagiere vom Flug auszuschließen. Lufthansa entschuldigt sich ausdrücklich bei den Gästen. Lufthansa nimmt den Vorfall sehr ernst und arbeitet intensiv weiter an der Aufklärung.«

Um dann weiter zu schreiben:

»Ungeachtet davon bedauern wir, dass der größeren Gruppe die Weiterreise nicht ermöglicht wurde, anstatt diese Entscheidung auf einzelne Personen zu beschränken.«

Der größeren Gruppe?? – Wer hier anonymisiert gemeint ist und nicht namentlich genannt werden soll, das war eine Gruppe orthodoxer Juden.

Nachdem die Fluggesellschaft die Gruppe jüdischer Fluggäste als Ganzes soweit sie als Juden erkennbar waren, vom Weiterflug aussortiert hat, setzt sie dem skandalösen Akt jetzt noch ein drauf, indem sie die diskriminierten Juden in der gesamten Erklärung nicht ein einziges mal namentlich nennt. Sie werden verschwiegen, als wären sie mit ihrem Namen ausgelöscht.

Damit aber konterkariert die Lufthansa den Rest der Entschuldigung, in der es unter anderem heißt:

»Die Ereignisse stehen nicht im Einklang mit unseren Werten. Es gibt keine Toleranz gegenüber Rassismus, Antisemitismus oder Diskriminierung jeglicher Art.«

Hübsch gesagt.

Doch diskriminiert ist diskriminiert. Und wenn die Entschuldigung gleich die nächste Diskriminierung enthält, dann stimmt etwas nicht.

Es musste heißen: »Entschuldigen sie bitte unseren Antisemitismus.« Und die Gruppe der Juden gehört als solche angesprochen. Aber dann hätten vielleicht einige gemerkt, dass er wieder zurück ist in Deutschland. Der Antisemitismus. Und wer will das?

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Heinz Becker

Mit Lufthansa bin ich schon seit vielen Jahren nur noch widerwillig geflogen, eben nur dann, wenn es nicht anders ging, und wenn ich nur schon diese arroganten deutschen "Purser" sehe, kommt mir die Galle hoch. In eine Lufthansa-Maschine werde ich jetzt erst recht nicht wieder einsteigen, mit "Maulkorb" sicher schon 2x nicht.

Gravatar: Ede Wachsam

Ja es hat sich offenbar nichts geändert bei der LH. Einmal antisemitisch immer antesmitisch. Wir waren in den 1980er/90er/und ab 2000 des öfteren in Israel. Meist flogen wir mit EL Al aber auch einmal mit LH. Als wir in FfM vor dem Abflug die Gangway hochgingen, waren durch einigei andere Passaiere von uns getrennt hinter uns einige Uniformierte der LH und wir hörten wie die sich abfällig über Israel und die Politik dort äußerten. Da keine Gelegenheit mehr war diese Leute anzusprechen, fassten wir aber dafür den Entschluß nie wieder mit LH irgendwohin zu fliegen und das gilt auch noch bis heute.
So wie ARD u. ZDF seit einigen Jahren für uns gestorben sind, so exisitiert auch die Deutsche Lufthansa nicht mehr als Transporteur für uns.

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