Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur von »Cumhuriyet«:

Die Türkei von Merkel-Partner Erdogan ist »ein islamo-faschistisches Regime«

Der Rachefeldzug des Merkel-Freundes Erdogan nach dem »Putschversuch« in der Türkei setzt sich unvermindert fort. 13 Journalisten der Zeitung »Cumhuriyet« wurden von Erdogans Schergen in Haft genommen.

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Seit dem sogenannten »Militärputsch« im Juli geht Merkel-Freund Erdogan massiv gegen kritische Stimmen in der Türkei vor. Mehrere Hundert Offiziere und Soldaten sitzen in Haft und warten auf ihren Prozess, an dessen Ende die von Erdogan angestrebte Verhängung der Todesstrafe steht. Tausende Richter, Anwälte und andere Justizbedienstete wurden entlassen und ihr Privatvermögen wurde beschlagnahmt. Journalisten von Fernsehanstalten und Zeitungen in ungenannter Zahl wurden verhaftet und mit Berufsverboten belegt. Die grundlegende Strukturen der Demokratie werden von Erdogan und seiner Administration mit Füßen getreten und außer Kraft gesetzt.

Die in den EU-Staaten und auch in Deutschland geäußerte Empörung über die Vorkommnisse in der Türkei machen wenig bis keinen Eindruck beim tückischen Präsidenten. Can Dündar, der ehemalige Chefredakteur der türkischen Zeitung »Cumhuriyet« bezeichnet in einem Interview mit der »Welt« die Reaktionen aus Deutschland als nicht ausreichend. Wörtlich sagt Dündar: »Die Reaktion der deutschen Regierung war wirklich schwach.«

Andere westliche Partner, wie die USA, hätten da wesentlich deutlicher reagiert. Berlin, so Dündar weiter, habe die Verhaftungen nicht einmal verurteilt. Nur besorgt zu sein und Betroffenheit zu zeigen, helfe den türkischen Journalisten nicht. Erdogan sei über kritische Berichte in den türkischen Medien wesentlich besorgter als über die geäußerten Sorgen der Bundesregierung. »Die ist ihm offenbar ziemlich gleichgültig«, sagt Dündar.

Das Interview in voller Länge hier: Will Europa „ein islamo-faschistisches Regime“?

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: R. Avis

@Hans Meier: yep, die echten Flüchtlinge aus Syrien kommen hier vom Regen in die Traufe: der extreme Salafismus macht sich in sehr vielen Moscheen auf Deutschlands Boden breit. Die Syrer haben ihre Heimat nicht verlassen, um hier von ihren Feinden weiter und ungestraft drangsaliert zu werden.

Gravatar: Hans Meier

Wo wir bereits in Deutschland angekommen sind, ist unglaublich, wie dieses Beispiel zeigt.
Im englisch-sprachlichen Sender von france.24com war heute ein kritischer Bericht über die Zustände unter Erdogan in der Türkei.

Es wurde anschließend berichtet, die größte Zahl europäischer Türken befinde sich in der Bundesrepublik und dort gebe es Erdogan-Anhänger die den Gülen-Sympahisanten auf die Pelle rückten.
Aus Istanbul vor Erdogans Schergen geflohene berichteten, dass ihre Familien-Mitglieder gefangengenommen worden seien. Manche wollten anonym bleiben und jemand berichtete der Türkische Geheimdienst überwache mit 6000 Angestellten die Deutsch-Türkische Szene und suche Gülen-Sympathisanten.
Man sah Gewalt-Attacken und Zerstörende Angreifer in Gelsenkirchen gegen eine Gülen-Einrichtung und auch Demonstranten die in einem roten Fahnenmeer für Erdogan demonstrierten.
In Straßen-Interviews erklärten Deutsch-Türken ihre Begeisterung für Erdogan und seine neue Politik.

Und nun kam der Clou, „eine Journalisten die aus Berlin zugeschaltet wurde“.
Diese verhuschte Figur erklärte dreist es gebe gar keine extremen Türken in Deutschland, alle seien bestens integriert und hätten sich keineswegs in Parallel-Strukturen zurückgezogen...!

Ich habe mich so „für dieses Berliner Lügen-Luder geschämt“ und den Sender gewechselt.
Immerhin schaue ich hartnäckig strikt, kein deutsches Lügenfernsehen mehr, sondern nur noch Auslands-TV und bin bestens Informiert, statt indoktriniert.

Gravatar: Stephan Achner

Dass die Erdogan-Türkei ein islamo-faschistischer Staat geworden ist, ist ja nicht mehr neu. Und dass Erdogan die Merkel-Regierung nicht ernst nimmt, kann ich sogar nachvollziehen, wenn ich mal meine Anti-Erdogan-Haltung beiseite schiebe. Wer vor Erdogan "niederkniet", wie Merkel vor einigen Wochen in der Türkei, der hat von einem Moslem wie Erdogan keinen Respekt mehr zu erwarten. Erdogan hat erreicht, was er wollte, nämlich die "Unterwerfung" Merkels. Und Merkel gefällt sich offensichtlich in dieser Rolle, ansonsten würde sie ja nicht schweigen.

Aber die "gute Zusammenarbeit" mit sog. islamo-faschistischen Staaten hat ja im Berliner Regierungsbunker eine lange Tradition.

Dieser ehemalige türkische Chefredakteur hat wohl erwartet, dass Merkel diesem Erdogan kräftig auf die Finger klopft. Nun muss dieser Ex-Chefredakteur halt die Merkel-Realität erleben. Noch ein Enttäuschter. Willkommen im Club der Desillusionierten, deren Zahl unaufhörlich wächst - innerhalb und außerhalb Deutschlands.

[Gekürzt. Die Red.]

Gravatar: Karin Weber

Und dieses islamo-faschistische System ist ein "Partner" des Merkel-Regimes. Man "dealt" miteinander .... wie aufschlussreich.

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