»Sollen sie doch Sekt trinken, wenn sie kein Geld für Wasser haben!«

Die Linke will die Schaumweinsteuer kippen

Ausgrechnet die mehrfach umbenannte SED hat auf ihrem Parteitag beschlossen, die Schaumweinsteuer - besser bekannt als Sektsteuer - zu kippen. Die Partei, die sich angeblich für die Sozialschwachen einsetzen will, will nun eine Luxussteuer kippen. Eine Steuer, die einen Anteil von sage und schreibe 0,5 Prozent am Steueraufkommen Deutschlands hat.

Foto: Martin Heinlein / Wikimedia / CC BY 2.0
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Manche Steuern in Deutschland sind nicht nur auf den ersten Blick überflüssig. Teilweise haben sie ihren Ursprung in längst vergessenen Zeiten. Aber wie das in Deutschland nun einmal so ist: eine Möglichkeit, seitens der Obrigkeit dem Bürger in die Tasche zu greifen, wird auch über Generationen beibehalten und nicht wieder abgeschafft. Das gilt für den Solidaritätszuschlag, der 1991 eingeführt wurde, um die »Mehrbelastungen aus dem Konflikt am Golf« zu kompensieren. 30 Jahre wurde er beibehalten, angepasst und zum Anfang des Jahres modifiziert. Er ist, anderes als es Merkel und Konsorten behaupten, nicht vollständig abgeschafft. Ab einer bestimmten Einkommensgrenze muss der »Soli« immer noch entrichtet werden.

Noch älter und überlebensfähiger ist die Schaumweinsteuer. Sie wurde 1902(!) vom Reichstag des Deutschen Reichs eingeführt, um damit das Lieblingsprojekt von Kaiser Wilhelm II. - die kaiserliche Kriegsflotte - zu finanzieren. Jener Kaiser wurde am 9. November 1918 bekanntermaßen zurückgetreten, die kaiserliche Kriegsflotte sollte vollständig an Briten und Franzosen ausgehändigt werden (deutsche Matrosen versenkten einige der Schiffe selbst), die Grundlagen für diese Steuer sind also längst Geschichte. Aber die Schaumweinsteuer, eine Luxussteuer, hat bis heute überlebt. Sie brachte im Jahr 2020 dem Fiskus 405 Millionen Euro ein, das gesamte Steueraufkommen Deutschlands lag in 2020 bei 740 Milliarden(!) Euro. Die Schaumweinsteuer trägt also gerade einmal ein halbes Prozent zu den Steuereinnahmen bei.

Genau diese Luxussteuer aber will die mehrfach umbenannte SED streichen lassen. Das hat sie bei ihrem Parteitag beschlossen. Die Partei, die sich angeblich für die Sozialschwachen einsetzen will, will eine Luxussteuer streichen. Dazu zwei Randnotizen: im Warenkorb für ALG II - Bezieher sind die Kosten weder für Alkohol noch für Tabak oder Drogen enthalten, da für diese kein Geld im Regelbedarf vorgesehen ist.

In den sozialen Medien wird diese Entscheidung harsch kritisiert. Die Parteivorsitzende Susanne Hennig-Wellsow (die Blumenwerferin aus Thüringen) wird in mehreren Persiflagen mit Marie Antoinette gleichgesetzt, nur das die Worte leicht abgeändert wurden. Marie Antoinette soll am Vorabend der französischen Revolution, als die Menschen in Paris wegen des Mangels an Brot auf die Barrikaden gingen, gesagt haben: »Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!« (tatsächlich geht der Ausspruch wohl auf Jean-Jacques Rousseau zurück). Hennig-Wellsow lässt man in den sozialen Netzwerken sagen: »Sollen sie doch Sekt trinken, wenn sie kein Geld für Wasser haben!«

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Frost

Warum erhöht man nicht die Steuer für SUV Fahrzeuge. Oder wie wäre eine zusätzliche Steuer für Dummschwätzer. Würde man aus den Menschen nicht ständig mehr herauspressen, dann brauchten auch weniger Menschen zum Sozialamt. Wäre das nicht auch eine Steuerersparnis. Da kommt die mit solch einem witzigen Vorschlag.

Gravatar: Croata

"... Das meiste geht drauf für Blumenstrauß-Weitwurf und schlecht sitzende Herrenanzüge....."

:-)))

Danke, @Silvia.
Selten so gelacht....

Gravatar: Lilimoon

Die Sektsteuer wurde vom Kaiser zur Finanzierung der Kriegsmarine eingeführt. Ich denke schon, dass sie nach ca. 120 Jahren endlich abgeschafft gehört. Egal, ob das Linke oder Sonstwer fordern.

Gravatar: Ronald Schroeder

Kritisieren Sie doch bitte, welche Steuern die Linken einführen (z.B. Vermögenssteuer) und erhöhen wollen (z.B. Einkommensteuer) - aber kritisiert sie nicht dafür, wenn sie mal eine Steuer abschaffen wollen. Sollte die Linke tatsächlich die 1902 eingeführte Schaumweinsteuer abschaffen, hat sie mehr zur steuerlichen Entlastung beigetragen, als die FDP in den vergangenen Legislaturperioden.

Gravatar: Jürgen kurt wenzel

Auferstanden aus Ruinen .Mauerschützen -Mordpartei !!DER hätte man in Thüringen mit dem Blumenstrauß die Hasenscharte veredeln müssen !!!

Gravatar: Elmar Oberdörffer

Rechnen ist Glückssache, oder wie? Gut ein halbes PROMILLE trägt die Sektsteuer zum Steueraufkommen bei, nicht ein halbes Prozent.

Gravatar: Wutbürger

Wir müssen uns wohl damit abfinden, dass die Roten, auch die bisher Schwarzen gehöhren seit 2005 dazu und die Grünen, wohl alle einen mittleren bis schweren Dachschaden davon getragen haben, so wie ihr oberster Boss, dem mal Jemand seine hohle Birne eingetreten hat. Der muss das vererbt haben. Was die heute verzapfen ist nur noch mit gallopierendem Irrsinn zu bezeichnen.

Gravatar: Silvia

Vermutlich mag Henning-Wellblech selber gerne Sekt. Das würde auch einiges erklären. Sie kann sich den sonst nämlich nicht leisten von ihrem mageren Salär. Das meiste geht drauf für Blumenstrauß-Weitwurf und schlecht sitzende Herrenanzüge.

Gravatar: Alfred

Jede Steuer die erhoben wird ist eine Bankrotterklärung der jeweiligen Regierung.
Jede "verdeckte" Steuer muss verschwinden, um mehr Transparenz zu gewährleisten. Einkommensteuer und Mehrwertsteuer genügt doch?
Die neue Co2-Steuer ist schon wieder so eine Bankrotterklärung. Als ob damit die Welt gerettet werden kann. Allenfalls die Diäten der Politiker.
Die Welt kann nur gerettet werden, wenn die Überbevölkerung abgebaut wird. Zuwanderung und unnötige Exporte sind die größten Umweltvergehen. Zumal die Traget2-Salden nie ausgeglichen werden. Das ist Betrug an der Bevölkerung.

Gravatar: Croata

Ich hoffe nur das neue Buch von Annalena keine verpflichtende Lektüre für die Kinder in der Schule sein wird...

SektSteuer dann RAUS - KlimaSteuer IN!
In vino veritas!

Linke wissen das - falls RRG - werden sie bestimmt dann ein Sekt öffnen....

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