Linkskandidat trotz massiver ausländischer Finanzhilfe abgeschlagen

Deutschstämmiger konservativer Kandidat bei Präsidentschaftswahl in Chile vorne

Bei der Präsidentschaftswahl in Chile liegt der deutschstämmige konservative Kandidat José Antonio Kast deutlich vor dem Linkskandidaten Boric. Dem gelang es trotz massiver ausländischer Finanzhilfe nicht, an Kast vorbei zu ziehen. Die weiteren Kandidaten haben keine Chance, in die Stichwahl am 19. Dezember zu gelangen.

Foto: Mediabanco Agencia / Wikimedia / CC BY 2.0
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Die Präsidentschaftswahl in Chile wird zu einem mit Spannung erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem derzeit führenden Kandidaten der Konservativen, dem deutschstämmigen José Antonio Kast, und dem kommunistischen Kandidaten Boric. Während Kast seinen Wahlkampf fast ausschließlich aus eigenen Mitteln respektive mit Hilfe der erst vor zwei Jahren gegründeten Republikanischen Partei Chiles bestritten hat, flossen dem Kommunisten Boric massiv ausländische Finanzmittel für seinen Wahlkampf zu. Genützt hat ihm das allerdings bisher nichts: Kast führt im ersten Wahlgang deutlich vor Boric. Diese beiden werden in die Stichwahl am 19. Dezember gehen, die Kandidaten aller anderen Parteien sind weit abgeschlagen.

Die Präsidentschaftswahl in Chile ist vor allem auch deshalb von überregionaler Bedeutung, weil sie wegweisend für den gesamten Halbkontinent ist. Das Land hat das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Südamerika, die Armut konnte in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesenkt werden. Chile gilt als Musterschüler Lateinamerikas, auch wenn es in den vergangenen zwei Jahren immer wieder - auch aus dem Ausland gesteuerte - Proteste gab.

Kast konnte vor allem mit seinen wichtigsten Themen punkten: er will Steuern senken, die Zuwanderung begrenzen und hart gegen Kriminelle vorgehen. Thesen, die vor allem bei den weniger Begüterten im Land auf Zustimmung stoßen. Sie, die meist in den schlechter bezahlten Berufen tätig sind, sehen ihre Arbeitsplätze durch Migranten, die als billige Arbeitskräfte ins Land kommen, vor allem aus Bolivien, gefährdet. Sein kommunistischer Kontrahent versucht, mit öko-sozialistischen Ansätzen zu punkten. So richtig gelingen will ihm das aber, trotz der ausländischen üppigen Finanzhilfe nicht.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Peter Lüdin

Das Verschwinden der politischen Mitte ist tragisch für ein Land, dass in den letzten Jahrzehnten wirtschaftlich mehr auf die Beine gestellt hat als alle seine Nachbarn. Chile könnte eine gute Zukunft haben.
Das Schwanken zwischen ganz linken Erlöserlosern und ganz rechten Law and order hält viele südamerikanische Länder in ewiger Armut.

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