In den USA und Australien ist Hausunterricht dagegen weit verbreitet

Deutschland lässt »Homeschooling« keine Chance

In Deutschland haben die Länder das Bildungsmonopol. Der Staat bestimmt auf Länderebene den Bildungsinhalt in den Schulen. Wer ausweichen will, hat schlechte Karten. Das bekamen auch die Wunderlichs aus Hessen zu spüren. Jetzt bekamen sie sogar noch eine Ohrfeige vom EU-Gerichtshof für Menschenrechte, der den zeitweisen Kindesentzug durch den Staat rechtfertigte.

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Aktuell für Aufsehen sorgt der Fall der Familie Wunderlich aus Hessen. Die Eltern wollen ihre Kinder nicht zur Schule schicken, sondern selber erziehen und bilden. Das hatte zu einem Rechtsstreit mit den Behörden geführt. Denn in Deutschland gilt Schulpflicht. Das wird sehr ernst genommen.

Weil die Familie Wunderlich sich weigerte, wurden ihr zeitweise die Kinder zwangsweise entzogen. Polizei und Jugendamt waren mit einem Großaufgebot vorgerrückt, um ihnen die Kinder zu nehmen. Drei Wochen waren ihre Kinder in staatlicher Obhut. Die Wunderlichs nahmen daraufhin den Rechtsweg durch die Instanzen. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden, dass der zeitweise Kindesentzug rechtens war [siehe Berichte »Welt«, »Spiegel-Online«].

Die Wunderlichs sind keineswegs Bildungsgegner. Im Gegenteil. Der Hausunterricht wurde gewissenhaft durchgezogen. Sie waren sogar bereit, ihre Bildungs- und Erziehungstätigkeit von der Schulbehörde überwachen zu lassen. Ihnen ist jedoch ein christlicher Bildungshintergrund wichtig, der in staatlichen Schulen vernachlässigt werde. Doch das reichte dem Jugendamt und den Schulbehörden nicht.

Die wenigen Wochen, die die Kinder der Wunderlichs in der Schule verbringen mussten, taten ihnen nach Selbstauskunft nicht gut. Sie litten unter dem Lärm, der Aggressivität auf dem Schulhof und klagten über die Sinnlosigkeit von so manchem Schulstoff.

Immerhin ist jetzt ein öffentlicher Diskurs angestoßen, ob Schulpflicht wirklich immer und überall die beste Lösung sei [siehe Kolumnen »Zeit-Online«, »Welt«].

Andere Länder haben eine kluge Zwischenlösung gefunden (z.B. in den USA, Australien, Frankreich). Dort gibt es zwar keine Schulpflicht, aber eine Bildungspflicht. Diese besagt, dass Kinder auf ein bestimmtes Bildungsniveau gebracht werden müssen, das sich nachweisen lässt. Aber es bleibt den Eltern unter bestimmten Umständen frei, diesen Weg durch familiären Hausunterricht (»Homeschooling«) oder engagierte Hauslehrer zu bewältigen.

Deutschland gehört weltweit zu den Ländern mit den strengsten Schulfplichtregeln.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Rei

"Radikalreligiöse Gruppen", da krieg ich echt einen Hals. Ich bin gläubig und natürlich teile ich meinen Glauben im alltäglichen Leben mit meinen Kindern. Aber ob sie diesen dann für ihr Leben annehmen oder nicht ist doch ihre Entscheidung. Mit Andersdenkenden wird man überall konfrontiert, nicht nur in der Schule.

Die Schulpflichtgesetze kommen noch aus der unschönen Zeit Deuschlands, die die Jugend bewusst mit Nationalsozialistischem Gedankengut indoktrinierte. Lediglich das Gedankengut hat sich inzwischen vielleicht (hoffentlich) geändert, aber das Ziel ist geblieben.

Natürlich ist es eine gruselige Vorstellung, dass mögliche muslimische Gruppen eine Befreiung von Schulpflicht für ihre Zwecke nutzen. Und natürlich sind nicht alle Eltern in der Lage, ihre Kinder gut zu bilden. Aber genau deshalb sollte es ja Konrollinstanzen geben, die so etwas verhindern.

Es ist erschreckend, wie wenig Qualität, Moral und praktische Lebensfertigkeiten die Kinder in den Schulen vermittelt werden, abzüglich Unterrichtsausfalls und Sinken des Niveaus aufgrund von ungeeigneten Quereinsteigern und fehlenden Lehkräften. Warum kann man als Eltern seinem Kind hier nicht eine bessere Alternative bieten, wenn man es möchte? Das geht gegen jegliche Freiheit.

Gravatar: Hans

Legt eure gelben Westen an und verlangt "Homeschooling". Freiheit ist unserer Markenzeichen und nicht Bevormundung durch Merkel und ihre Vasallen.

Gravatar: Karl Brenner

Man möchte es sich nicht nehmen lassen, die Kinder eines Landes im Modul der Ost-Kommunisten zu manipulieren.

Wenn man regelmäßig den Stand der Schüler nach klar definierten Bildungsstandards überprüfen würde, spricht nicht gegen Hausunterricht.

Außer vielleicht, dass die Schüler im Hausunterricht möglicherweise wesentlich besser abschneiden würden, was wiederum ein bezeichnendes Licht auf das links-verseuchte Bildungssystem werden würde.

Gravatar: Thomas Rießler

Vielleicht sollten die betroffenen und entrechteten Eltern mit Gelbwesten zum nächsten Elternabend gehen.

Gravatar: Raimund

Als Notlösung geht immer eine Krankmeldung.

Gravatar: Hans

Nach der Einführung des Gender-Quatsches und der "ca. 20% Quote für Deutsche" in manchen Schulklassen bin ich auch für Homeschooling.

Gravatar: Freigeist

Hat man bei diesen Forderungen auch bedacht, dass das dazu führen könnte, dass künftig arabisch religiös Verblendete Zottelbärte auch die Möglichkeit haben, Kinder-Kleingruppe zu unterrichten? So züchtet man unter ungünstigen Umständen willige Bürgerkriegs-Kämpfer heran.

Gravatar: Raimund

weiter, die Torah unterstützt Homeschooling

5 Mose 6,7 Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest, und wenn du auf dem Wege gehst, und wenn du dich niederlegst, und wenn du aufstehst.

Gravatar: Raimund

Die Torah* unterstützt den Gedanken des Homeschooling.
Yehovah** legt ausdrücklich die Verantwortung der Erziehung der Kinder in die Hände der Eltern.
*Name des Handbuches des Schöpfers ** Name des Schöpfers

5.Mose 11:18 So fasset nun diese meine Worte zu Herzen und in eure Seele, und bindet sie zum Zeichen auf eure Hände, daß sie ein Schmuck seien zwischen euren Augen. 19 Lehret sie eure Kinder, indem ihr davon redet, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehest, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst.

Gravatar: Thomas Waibel

Warum das Establishment kein Hausunterricht und kaum Privatschulen zuläßt, sollte klar sein.

Hier besteht die Gefahr für ihn, daß die Kinder und Jugendliche sich der geistigen Vergiftung entziehen und das Erziehungsrecht der Eltern gestärkt wird.

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