Wer glaubt das denn?

»Der Kohle-Ausstieg kostet nichts«

Nicht nur, dass wir dem kompletten Ausstieg aus der Kernenergie entgegengehen, wir wollen gleichzeitig auf der Kohle aussteigen. Geht das überhaupt? Die Regierung zeigt sich zuversichtlich. Die Umweltschützer sind grundsätzlich unzufrieden. Und dann gibt es welche, die inzwischen gar nichts mehr glauben.

Symbolbild Pixabay
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Der Kohleausstieg stellt aus Sicht der CDU einen der »anspruchsvollsten Transformationsprozesse der letzten Jahrzehnte« dar. So meldete es die tagesschau. Peter Altmaier zeigte sich, soweit die Meldung, anhand der Mehrheit, die sich in der Kommission hinter den Kompromiss gestellt hatte, »zuversichtlich«, dass deren Umsetzung »mit einem großen gesellschaftlichen Konsens« gelingen könne. Die Stromversorgung sieht er durch den Fahrplan der Kohlekommission »nicht gefährdet«.

Auch der Preis ist nicht gefährdet. Bundesumweltministerin Svenja Schulze ergänzt den Optimismus von Altmaier mit der frohen Botschaft, dass Studien ihres Ministeriums ergeben hätten, dass »keineswegs« mit einem Preisanstieg zu rechnen sei.

Michael Vassiliadis, der Chef der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie ist ebenfalls zufrieden. Die Beschäftigten müssten sich, so meint er, keine Sorgen um den Arbeitsplatz machen. Für die Beschäftigten in der Kohleverstromung sei es gelungen, »Sicherheit vor sozialen Härten zu schaffen«, erklärte er der Welt.

Alles gut? Natürlich nicht. Den Grünen reicht der Entwurf für den Ausstieg nicht aus. Parteichefin Annalena Baerbock bezeichnete die Einigung als »Minimalkompromiss«. Das Jahr 2038, das für den Ausstieg angesetzt wurde, ist für Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser »viel zu spät« angesetzt. Greenpeace will einen schnelleren Ausstieg. Wir ahnen es schon: Sie werden sowieso nie zufrieden sein.

Neben den Ewig-Zufriedenen und den Ewig-Unzufriedenen gibt es außerdem noch kritische Stimmen, die durchaus vernünftig klingen. Auf freie welt wurde bereits berichtet, dass der Kohleausstieg eben doch mit Arbeitsplatzverlusten einhergehen wird. Auf der Achse des Guten wird das Politiker-Deutsch in Verbraucher-Prosa übersetzt: »Kohleausstieg kostet euch nix! Oh, das klingt teuer«, heißt ein Text von Manfred Haferburg, der nicht nur die neuen und alten Lügen zu dem Thema übersichtlich zusammenstellt, sondern darüber hinaus klar macht:

»Der deutsche Kohleausstieg wird die globale Erwärmung genauso wenig verzögern, wie der deutsche Kernenergieausstieg die weltweite Sicherheit vor einem Atom-GAU verbessert.«

Teuer wird es sowieso.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Werner Mueller

Größter Kohlekonzern der USA ist pleite

Nach der Pleite von Konzernen wie Peabody und Arch Coal hat nun mit Murray Energy ein weiterer Kohlekonzern Konkurs angemeldet.
Die Murray Energy Corporation gilt als der größte Kohlekonzern der USA und baut nach eigenen Angaben in 17 Kohlegruben jährlich rund 70 Millionen Tonnen Kohle ab.

Konzerngründer Robert Murray gilt als großer Unterstützer von Donald Trump und hatte während des Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2016 über 300.000 Dollar an Trump überwiesen. Anschließend wandte sich Murray mit einem Wunschzettel für die Kohleindustrie an Trump, der dessen Forderungen größtenteils erfüllte.

"Robert Murray und sein Konzern sind die neuesten Beispiele dafür, wie der Markt das Schicksal der Kohle besiegelt hat. Der Präsident kann nichts dagegen tun", sagte Ken Cook, Chef der Umweltorganisation Environmental Working Group.

Gravatar: Werner Mueller

Ernst-Friedrich Behr schreibt am 01.02.2019 - 08:06
„Ich sehe viele Kühltürme ohne Schwaden“

Einfach nur mal den rechten Kühlturm betrachten.

Gravatar: Ernst-Friedrich Behr

So so, Herr Klein, aussagekräftig also. Aber was sagt es uns denn nun? Ich sehe viele Kühltürme ohne Schwaden und zwei Abgasschornsteine, die allenfalls zeigen, dass Braunkohle einen hohen Wassergehalt hat - im Vergleich zu anderen Brennstoffen. Und sonst?

Gravatar: Karl Brenner

Die Venezualisierung der Bundesrepublik Deutschland schreitet voran. Am Ende brauchen die Bänker und Oligarchen der USA/GB nur noch den Schrotthaufen zusammenfegen.

So entledigt man sich eines Konkurrenten
Von daher finde ich den Ausdruck "Öko-Nazi" gerechtfertigt

Gravatar: Matthias

@kbecker, dumm sollen die sein?

Also, kbecker, wenn es das Böse immer noch nicht geben soll, dann ist doch alles in Ordnung?

Ich hoffe nur, ich erlebe keinen Blackout hierzulande, der mehr als einige Stunden andauert. Ich bin in großer Sorge. Ich traue dieser bösartigen, menschenverachtenden, perversen, teuflischen Brut alles zu.

Wer in der Stadt wohnt, für den muß es besonders schlimm sein. Und fatal.

Gravatar: kbecker

Wenn diese Worthülsendrechsler und Selbstbeglücker etwas von sich geben, Säckel zu halten.
Die lügen einem die Hucke voll, ohne das dies von der, ach so freien Presse, aufgegriffen wird.
Armes Dummdeutschland.
Heute haben wir die höchsten Stromkosten und verschenken ihn ins Ausland, und kaufen in teuer zurück, wir schalten die subventionierten Anlagen bei zu viel, ab und zahlen dafür. Die "notleidende" Industrie ist davon befreit, dank Altmeier.
Technische Lösungen zur CO2 Verringerung bei der Kohleverstromung werden einfach genullt.
E-Mobilität wird geheiligt, und wo kommt der Strom her?
Was machen die Versorgungsanlagen, was macht die Versorgung bei sonnenloser Windstille, die Umspannwerke und die Umweltbilanz? - ach so, alles Emission frei. - nur für Dumme.

Deutschland wird führend in der KI weltweit sein, wie:
Bundeswehr, wie Bundesbahn, wie Dieselgate, wie Internet, wie BER, wie Bürgerentmündigung, aber, wir haben die schärfste Gesetze gegen die eigene Verantwortung.

Gravatar: blubby

Ist doch schon klar, wenn diese Deppen extra betonen alles ok kann man vom Gegenteil ausgehen.
Nach "Mit mir wird es keine PKW Mout geben."
wissen wir alle was mit solchen Aussagen tatsächlich gemeint ist.

Gravatar: Hans-Peter Klein

Danke für die Auswahl des doch sehr aussagekräftigen Bildes.
MfG, HPK

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