Neue Sprachverwirrung im Stellvertreter-Krieg der Geschlechter

Das dritte Geschlecht heißt jetzt "divers"

Eltern können ihr Neugeborenes künftig als "divers" ins Geburtenregister eintragen lassen, wenn es weder eindeutig als Mädchen noch eindeutig als Junge identifiziert werden kann. Das Bundesverfassungsgericht hatte nach einer Entscheidung, die im Oktober vorigen Jahres getroffen wurde, eine entsprechende Neuregelung bis Ende dieses Jahres verlangt.

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Das ist die große Meldung des Tages, die man in der Süddeutschen nachlesen kann, und auch in anderen Mainstream-Medien wie der Zeit, die alle durchweg positiv über diesen Meilenstein der Gesetzgebung berichten – eine »juristische und gesellschaftspolitische Revolution« –, aber auch vermerken, dass die Opposition und dass Betroffene nach wie vor nicht zufrieden sind mit der Regelung und weitere Schritte fordern.

Bisher konnte man sich noch nicht mit dem Begriff »divers« ins Register eintragen lassen. Wer sich nicht einem der beiden Geschlechter zuordnen konnte, machte einfach keine Angabe zum Geschlecht. Dann stand da nichts: kein »m« für männlich, kein »w« für weiblich. Da war eine Leerstelle.

Genau das galt als diskriminierend und sollte geändert werden. Denn wer keinen Eintrag hat, hat weniger als jemand, der einen Eintrag hat. Das empfindet der nach umfassender Gleichheit strebende neue Mensch als ungerecht. Jetzt musste man sich nur noch darauf einigen, welche Bezeichnung denn nun genommen werden sollte.

Horst Seehofer hatte zunächst vorgeschlagen, intersexuelle Menschen könnten sich in der Kategorie »anderes« eintragen lassen und folgte damit einer Empfehlung des Ethikrates. Doch im Justiz- und Familienministerium hielt man diese Bezeichnung für »herabsetzend«. Nun heißt es »divers«.

Bundesjustizministerin Katarina Barley zeigte sich angetan: »Es ist überfällig, dass wir das Personenstandsgesetz jetzt endlich modernisieren«, sagte sie. Mit dem zusätzlichen Eintrag »divers« werde Menschen, die sich nicht einem Geschlecht zugehörig fühlen, »ein Stück Würde« und »positive Identität« gegeben.

Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey begrüßt die Neuregelung: »Alle Menschen sollen ihre geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung selbstbestimmt und frei leben können«, sagte sie.

Über das Urteil, das im Oktober gefasst worden war, schrieb die Süddeutsche damals: »Dieser Beschluss stellt mit verfassungsrechtlicher Kraft fest, dass es nicht nur Männer und Frauen, sondern auch ein drittes, ein unbestimmtes Geschlecht gibt - und dass dieses dritte Geschlecht von der gesamten Rechtsordnung anerkannt und respektiert werden muss.« 

Und weiter: »Die bisherige sprachliche Zweigeschlechtlichkeit der Rechtsordnung muss reformiert und die mentale Binarität aufgebrochen werden.« 

Die Begriffsverwirrung ist nur schwer zu ertragen. Es wird immer wieder ein falscher Gebrauch von den Begriffen gemacht: Wer sich keinem der beiden Geschlechter zuordnet, bildet deswegen noch kein »drittes Geschlecht«. Eine Abweichung vom Geschlecht ist kein eigenes Geschlecht. Der Ausdruck »drittes Geschlecht« ist ein Kategorienfehler. Barley hatte – s.o. – gesagt, dass das Gesetz Menschen »ein Stück Würde« geben würde, als handele es sich bei Würde um etwas, das man stückchenweise verteilen kann. Anerkennung und Respekt kann man nicht gesetzlich verordnen, wie sich die Süddeutsche das wünscht. Wenn es da heißt, dass die »mentale Binarität aufgebrochen werden« muss, dann muss man dem entgegnen, dass das gar nicht geht. Es muss auch nicht sein.

Jordan Peterson, der als Psychologe direkten Kontakt mit so genannten Transgender-Personen hat und aktuell viele Zuschriften aus ihren Kreisen erhält, stellt grundsätzlich folgendes klar (sinngemäß zusammengefasst aus diversen Videos von ihm):

Die LGBTI-Gemeinde und die Menschen mit diffuser Geschlechtszugehörigkeit haben keine Legitimation, als Gruppe aufzutreten. Sie sind keine Gruppe. Sie wollen nicht alle dasselbe. Im Gegenteil. Die meisten wollen sich am liebsten dem jeweils anderen Geschlecht anschließen und wollen nicht als etwas Drittes gelten. Niemand hat das Recht, diese Gruppe (die gar keine ist) zu repräsentieren. In der Unterdrückungs-Olympiade stellen die Queeren und Transgender gerade eine bevorzugte Gruppe dar, doch sie werden durch ihre Schwäche nur als nützliche Idioten vorgeschickt, um die Gender-Agenda voranzutreiben, die sie selber mehr fürchten als herbeiwünschen. Sie fühlen sich bei dem Hype, der um sie veranstaltet wird, überhaupt nicht wohl und haben Sorge, dass sie damit vor allem negative Aufmerksamkeit erreichen und wollen lieber ihre Ruhe. Man sollte die wirklich Betroffenen unterscheiden von den Aktivisten, die eine ganz andere Agenda haben: Die wiederum wollen die Kategorien auflösen und alle Identitäten verunsichern.

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Werner

Es darf gar nichts eingetragen werden, ohne den Willen der Betroffenen.
Bis jetzt wurde, wenn man nicht sicher feststellen konnte welchem Geschlecht das Kind zugehört, den Babys oft der Penis weg geschnitten und dieser arme Mensch musste ein Leben lang als Frau herum laufen, obwohl er wie ein Mann fühlte.
Es muss gewartet werden bis dieser Mensch entscheidungsfähig ist, um selbst zu bestimmen welchem Geschlecht er sich zugehörig fühlt.
Das geht einen Arzt, Pfaffen oder Politiker einen Scheissdreck an.

Gravatar: Hannes

Passt doch, ab sofort nur noch divers eintragen lassen, dann kann man sich je nach dem was mehr Vorteile für den Moment verspricht spontan entscheiden...

Gravatar: gisela glatz

Jetzt haben wir auch noch`` diverse Gegenstände`` in Deutschland , ist das nicht zum Lachen HA,HA,HA !!!

Gravatar: Dirk S

Zitat:"die alle durchweg positiv über diesen Meilenstein der Gesetzgebung berichten – eine »juristische und gesellschaftspolitische Revolution« –, "

Entgegen den Behauptungen der Jubelpresse ist das kein Meilenstein der Gesetzgebung oder ein juristische Revolution, das bilden die sich nur ein. Im Prinzip ist es nur eine einfache Erweiterung der vorhandenen Eintragsmöglichkeiten.

Um wirklich juristisch was Neues zu schaffen, neue Wege aufzuzeigen, hätte die Bundesregierung einen Gesetzentwurf erarbeiten lassen müssen, der das "juristische Geschlecht" anhand von messbaren Kriterien definiert.
Denn selbst mit dem Geschlecht "divers" wird man im Zweifelsfall nicht an der "Hosenkontrolle" vorbeikommen, wie z.B. bei einer Reaktivierung der Wehrpflicht im militärischen Erwärmungsfall (Männer, also entweder "mit Penis" oder "keine Vagina") oder wenn es um "Gleichstellungsbeauftragte" oder "Frauenförderung" geht (Frauen, also "mit Vagina" oder "kein Penis"). Wie werden dann eigentlich die "Divers"-Geschlechtlichen eingeordnet? Sind die wehrpflichtig oder gleichstellungsbeauftragtenwahlberechtigt? Oder beides zugleich? Oder nichts davon?

Folglich sind die Jubelarien unangebracht und auch schon das Bundesverfassungsgericht muss sich vorhalten lassen, dass es die eigentliche Kernfrage "wie definiert man juristisch sauber die Eigenschaft Geschlecht" entweder nicht gesehen oder sich feige davor gedrückt hat.

Aber das merken die tollen Journalisten der MSM in ihrer Selbstbeweihräucherungsfilterblase natürlich nicht.

Geschlechtsneutrale Grüße,

Dirk S

Gravatar: Matthias Rahrbach

Der Staat kümmert sich halt lieber um die Durchsetzung von Ideologien als um die Probleme der Menschen.

Die Genderideologie ist eine davon. Um die geht es dabei.

Für diese Ideologie wird Facebook zensiert. Wer das "dritte Geschlecht" als Anomalie bezeichnet, wurde zensiert. Wer zurecht darauf hinweist, dass es nur zwei Geschlechter gibt, ebenfalls.

Genderpropaganda kommt am Fernsehen und im "Aufklärungsunterricht". Wenn ein Biologieprofessor wie Ulrich Kutschera diese Ideologie, die DIE biologiefeindliche Ideologie unserer Zeit ist, kritisiert, wird gegen ihn ein Protestcamp auf dem Campus organisiert, es werden Unterschriften dafür gesammelt, ihn zu kündigen (!), er wurde auf einer anderen Uni wieder ausgeladen usw. - alles nur noch krank.

Hier mehr zum Thema

www.verlag-natur-und-gesellschaft.de

Gravatar: Karl Napp

Warum muß im Pass überhaupt ein Geschlecht angegeben werden? Wer's wissen will kann's an der Person durch Augenschein selbst feststellen. Es genügte an sich die Angabe "Mensch", damit auch einer durch die Kontrolle kann, der eigentlich ein Sauhund ist..

Es gibt , wie man den mainstream Medien entnehmen kann, eine ganze Anzahl von Zwischengruppen zwischen Mann und Frau. Die werden jetzt alle klagen, daß auch sie speziell eingetragen werden wollen. Arbeitsbeschaffungsprogramm für überflüssige Abgeordnete und Verfassungsrichter.

Gravatar: Frank

Der Personalausweis ist soetwas wie ein Identifikationsinstrument. Nahezu jeder wird mit einem Biologischem Geschlecht geboren, mit wenigen Ausnahmen. Also wenn es allen so wichtig ist sollen sie doch "biologisches Geschlecht" dort hinein schreiben. Ein Mann ist nun mal keine Frau und eine Frau ist nun mal kein Mann und wenn man die Zahl im Personalausweiß ändert, ändert sich weder etwas an der Körpergröße noch der Augenfarbe.

Es ist ein Erkennungsdokument und wenn da Frau drin steht dann sollte der Grenzbeamte eines fremden Staates im Notfall auch eine Frau vorfinden.
Und keinen psychisch gestörten der es jeden wissen lassen möchte. Es ist ein Wertfreies Erkennungsinstrument und sonst nichts.

Anderenfalles hat der Ausweiß garkeinen Sinn mehr.

Sexuelle Ambitionen sind eine höchst private Sache die garkeiner wissen muß oder will und schon garnicht der Staat. Nein ich will keine 1,95 große Frau Müller sehen mit Breiten Schultern und Hackennase, es seie denn er/Sie hatte eine vollständige Geschlechtsumwandlung und ist eindeutig und nur als Frau auszumachen.

Die paar wenigen bei denen es nunmal nicht ausmachbar ist sollten sich entweder entscheiden wenn sie es wollen oder eben die korrekte biologische Bezeichnung hineinschreiben.

Der Rest geht NIEMANDEN etwas an und keiner will es wissen oder aufgezwungen bekommen. Basta!

Das war der eine Teil.

Um aber alle Probleme zu beseitigen:

Schafft den Ausweis doch bitte gleich ganz ab! Es weiß doch eh keiner wieviele Menschen wo in Deutschland leben und wer sie sind, wo sie herkommen und was sie tun. Wozu soll der dumme Rest einen Ausweiß haben? Um sich noch effektiver unterdrücken zu lassen?

Gravatar: Cyron Anne

Es gibt zwei Geschlechter - ein drittes gibt es nicht.
Tertium non datur.
Jedes Kind wird entweder mit XX- oder XY-Chromosomen geboren. Auch Transgender-Menschen werden entweder mit XX- oder XY-Chromosomen geboren, egal, ob das gefühlte Geschlecht mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmt.
Kann es sein, dass unsere Verfassungsrichter Defizite im Schulfach Biologie aufweisen?

Gravatar: Dirk S

@ Unmensch

Entscheidend ist die juristische Definition. Wenn die nicht vom Gesetzgeber vorgenommen wird (woran ich ehrlich gesagt zweifle, der produziert schon seit Jahren Müll), wird dies irgendwann mal (höchst-) richterlich geschehen. Bis dahin ist der Willkür Tür und Tor geöffnet. Das kann es auch nicht sein, wird es aber leider wohl.

@ Matthias Rahrbach

Zitat:"Für diese Ideologie wird Facebook zensiert."

Wer mit normalen Verstand ist eigentlich bei Facebook?

Zitat:"Wer das "dritte Geschlecht" als Anomalie bezeichnet, wurde zensiert."

Biologisch gibt es einige Anomalien, die von den Standard-Geschlechts-Chromosomen XX bzw. XY abweichen. Nur um die Biologie geht es nicht, sondern um juristische Geschlechter. Und da ist Vieles denkbar, nur muss es definiert werden (was vermutlich nicht geschieht). Z.B. aufgrund der Geschlechts-Chromosomen-Sätze, die man dann juristisch als eigene Geschlechter führen könnte. Also ist das "dritte Geschlecht" eigentlich viel zu wenig, wir brauchen 8 juristische Geschlechter.

Zitat:" Wer zurecht darauf hinweist, dass es nur zwei Geschlechter gibt, ebenfalls."

Fortpflanzungsbiologisch gibt es beim Homo Sapiens tatsächlich nur 2 Geschlechter: das, das das Baby bekommt und das, das die Rechnung dafür erhält. Abweichungen davon verschwinden, wenn sie nicht fortpflanzungsfähig sind, innerhalb einer Generation.

Aber auch hier sollte man beachten, dess es sich nicht um eine biologische Diskussion handelt. Außerhalb der Fortpflanzung kann man Geschlechter recht frei definieren, so haben wir in der Grammatik zum einen den Sexus, der dem biologischen Geschlecht entspricht und dual (männlich / weiblich) ist und den Genus mit männlich, weiblich und sächlich (daher kommt auch "Gender", weil die Amis nicht Sexus sagen können, sondern nur "Sex" und im Englischen der Genus von männlich und weiblich gleich dem Sexus ist, beides also quasi gleichbedeutend). Juristisch kann man dann gerne noch viele andere Geschlechter definieren, ob das nun sinnvoll ist, sei mal dahin gestellt.

Das Problem ist nur, dass viele die Unterschiede der Definitionseben nicht kapieren. Auch die konstruktiven Geschmackskollegen nicht.

@ Karl Napp

Zitat:"Warum muß im Pass überhaupt ein Geschlecht angegeben werden?"

Wehrpflicht, Gleichstellungsbeauftragtenwahl usw. Viele Plichten (primär Männer) und Privilegien (primär Frauen) sind in DE an das Geschlecht gebunden. Und da die Passdaten denen im Einwohnermeldeamt entsprechen, ist dies Teil der Personenbeschreibung im Pass und Einwohnermeldeamt.

Zitat:"Wer's wissen will kann's an der Person durch Augenschein selbst feststellen."

Was meinen Sie wohl, was los wäre, wenn sich ein Mann sehr gut als Frau verkleidet / schminkt und sich so zur Gleichstellungsbeauftraten wählen lassen würde...

Der Augenschein vermag zu täuschen. Und ob die Hosenkontrolle nun wirklich praktikabel ist, kann man bezweifeln.

Übrigens wird eine Geschlechtsprüfung bei verschiedenen Sportarten tatsächlich durchgeführt, meist dahingehend, ob eine Sportlerin auch wirklich weiblich ist. https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechts%C3%BCberpr%C3%BCfung_beim_Sport

Zitat:"Es genügte an sich die Angabe "Mensch", damit auch einer durch die Kontrolle kann, der eigentlich ein Sauhund ist.."

Das wäre aber nicht kultursensibel...

Zitat:"Es gibt , wie man den mainstream Medien entnehmen kann, eine ganze Anzahl von Zwischengruppen zwischen Mann und Frau."

Wissenschaftlich betrachtet liegen Abweichungen bei den Geschlechtschromosomen vor. https://de.wikipedia.org/wiki/Sex_determining_region_of_Y

Zitat:"Die werden jetzt alle klagen, daß auch sie speziell eingetragen werden wollen."

Von mir aus, juristische Geschlechter sind letztendlich, wie vieles in der Juristerei, willkürlich. Ist doch egal, ob es Sonderregelungen für 2 Geschlechter oder 300 gibt. Die Einteilung wird in DE immer so sein, dass die Pflichten bei den (weißen) Männern liegen, die Privilegien bei dem Rest.

Pflichtgemäße Grüße,

Dirk S

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