Na, bitte: Es geht doch

Dänemark schafft die Rundfunkgebühren ab

Dänemark geht neue Wege bei seinen öffentlich-rechtlichen Sendern. Die Gebühren werden abgeschafft, das Budget wird um ein Fünftel gekürzt und zukünftig über Steuern finanziert, ohne dass deshalb neue Steuern eingeführt werden. Ist das auch ein Modell für andere europäische Länder?

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Die Welt und der Tagesspiegel melden die bevorstehenden Änderungen beim nördlichen Nachbarn und fügen hinzu: »Dänemark ist nicht das einzige Land, in dem über die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks diskutiert wird … Ende Februar entschieden sich die Schweizer bei einer Volksabstimmung gegen eine Abschaffung der Gebühr«.

»Auch der deutsche Rundfunkbeitrag, der seit 2013 unabhängig von der Zahl der Geräte für jeden Haushalt fällig wird, steht immer wieder in der Kritik«, heißt es vorsichtig bei der Welt, die noch hinzufügt: »Der Deutsche Journalisten-Verband hält eine Finanzierung über Steuern für problematisch. Sie würde dem Staat wieder mehr Einfluss auf den Journalismus geben«. Das jedenfalls hatte der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands Frank Überall erklärt.

Wahrscheinlich hat er noch nicht mitgekriegt, dass der Einfluss des Staates jetzt schon so unerträglich hoch ist, dass man allgemein von einem Staatsfunk spricht und immer mehr Zuhörer und Zuschauer der alternativlosen Hochberichterstattung überdrüssig sind.

Der Tagesspiegel zitiert den ARD-Vorsitzenden Ulrich Wilhelm, der eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags in Deutschland weiterhin für »zwingend notwendig« hält. »Ein werthaltiges Angebot unter Beibehaltung der Qualität kann man nicht über Jahre ohne Teuerungsausgleich erhalten«, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ein Angebot, wie es die Öffentlich-Rechtlichen bisher anbieten, habe »seinen Preis«.

In Österreich wird die Sache, wie der Standard schreibt, weniger dogmatisch gesehen. Gernot Blüm, der im Verfassungsausschuss des Nationalrates sitzt, sagte, er könne sich eine Finanzierung aus dem Budget ebenso vorstellen wie die Beibehaltung der Gebührenfinanzierung. In der EU gebe es verschiedene Modelle, alle hätten ein Für und Wider.

 

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: FDominicus

Es bleibt bei einer Zwangsfinanzierung. Ich kann das so nicht gut finden. Warum ist Fernsehen Staatsaufgabe?

Gravatar: Regina Ott

Was bieten denn unsere öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten eigentlich Besonderes?

- dümmliche Krimis
- langweilige Talksendungen
- Wiederholungen en masse
- getürkte Berichterstattung im Sinne der Merkel- Regierung

Und dafür blechen wir ordentlich! Auf Kosten der Gebührenzahler leisten sich ARD und ZDF für ganz normale "Nachrichtenableser" - wie diesen Herrn Kleber vom ZDF - Gehälter von über 400.000 € jährlich.....

Gravatar: Dirk S

Eigentlich lustig, dass das Land, in dem der öffendlich-rechtliche Rundfunk die größte Akzeptanz genoss, die Rundfunkgebühr abgeschafft werden und der Rundfunk in eine Steuerfinanzierung überführt werden soll. Wo doch weder Gebühr, noch deren Höhe wirklich Gegenstand einer Diskussion war (jedenfalls nach dem, was man im Netz so findet).
Wer gerne Arges denkt, könnte sich die Frage stellen, ob da nicht neue Abhängigkeiten geschaffen werden sollen und der dänische Rundfunk der Regierung zu kritisch war. Wäre schön, wenn uns ein Däne darüber aufklären könnte.

Zitat:"Ein Angebot, wie es die Öffentlich-Rechtlichen bisher anbieten, habe »seinen Preis«. "

Na ja, aber auch nur, weil man nicht im wirtschaftlichen Wettbewerb steht. Und es stellt sich die Frage, ob der Bevölkerung das Programm soviel wert ist, wie sie zahlen muss. DE ist nicht DK.

@ FDominicus

Zitat:"Warum ist Fernsehen Staatsaufgabe?"

Tradition verpflichtet. Schon die erste deutsche Fernsehanstalt stand zu Führers Zeiten unter Staatskontrolle (trotz Zuständigkeitsrangeleien). https://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehsender_Paul_Nipkow

Sendefreie Grüße,

Dirk S

Gravatar: Tom

So toll ist das nun auch wieder nicht. Ein Fünftel ist nicht viel und inwiefern welche Steuern erhöht werden weiß dann auch keiner so ganz genau. Am Ende bleibt alles beim Alten und das Geld ist trotzdem da.

Gravatar: FDominicus

Und ich dachte immer Führer Autobahn und so sei pfui. Muß wohl fehlgeschlagene staatliche Umerziehung bei mir sein.

Gravatar: gisela glatz

Unser verordnetes Staatsfernsehen, von uns finanziert, zeigt nur großen Mist bzw.nicht die Wahrheiten. Es wird alles schöngemalt oder ganz verschwiegen, um die ach so feinfühligen Zuschauer zu verschonen. Für derartige Märchenstunden brauchen wir kein Fernsehen, vorallem nicht von uns bezahltes Fernsehen. Ich hoffe, das die Deutschen endlich wach werden und die Rundfunk-und Fernsehgebühren abgeschaffen. Andere Sender verdienen doch auch mit Werbung genug. ARD und ZFD werben gerade genug. Da müssen die Gehälter, Honorare und Pensionen mal heruntergeschraubt werden. Keine monatlichen Honorare von 40000,00 Euro mehr. Das kann sich kein Mensch leisten, nur diese Bonzen !!!

Gravatar: Tom

Hallo Dirk S. ( 19.03.2018 - 11:02 )

wenn es um Kohle geht , dann sind sogar Führer & Co leuchtende Vorbilder. Man sieht´s auch jedes Jahr am 1. Mai. Zitat " In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der 1. Mai ab 1933 durch die Nationalsozialisten zum gesetzlichen Feiertag. " Quelle : ( https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Mai ) . Schlußfolgerung daraus - wer am 1. Mai blaumacht ist ein verkappter Nazi - und das schließt auch die Linken mit ein.

Ja, nun ist seit Jahrzehnten der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag - also ein grandioser und genialer Aufmarsch der Autobahnfreunde - und was noch schlimmer ist: Es wird ein Maibaum aufgestellt und auch noch geschmückt !

Dirk, ich kann Ihnen sagen, diese Doppelt - und Dreifach - Moral kotzt mich nur noch an.

Gravatar: Peter

FDominicus
"Warum ist Fernsehen Staatsaufgabe?"
Um die große Masse blöd zu halten.

Denn nur ein dummes Volk lässt sich leicht regieren

Gravatar: Doris Schmidt

Ich lach´mich tot! Der deutsche Journalistenverband befürchtet also eine größere Einflußnahme der Politik auf die Sender? Wie? Noch größer? Gibt es da denn noch eine Steigerung?

Gravatar: Christoph Schneegans

Offenbar bleibt es in Dänemark bei einem Zwangssystem – ich kann dem nichts Positives abgewinnen.

Die AfD fordert in ihrem Grundsatzprogramm hingegen ein Ende der Zwangsfinanzierung und stattdessen ein Bezahlfernsehen mit Opt-Out-Regelung, d.h. es zahlt nur derjenige, der das Programm auch nutzen will. Den Preis können die Betroffenen dann meinetwegen unter sich ausmachen.

Öffentlich-rechtliche Rundfunksender braucht man ebensosehr wie öffentlich-rechtliche Zeitungen – nämlich überhaupt nicht.

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