So bleiben die chinesischen Produkte billig auf dem US-Markt

China reagiert auf Strafzölle mit Währungsabwertung

Die USA haben Strafzölle in Milliardenhöhe auf chinesische Produkte verhängt. China hat Wege gefunden, trotzdem günstig auf dem US-Markt zu bestehen: Die Währung wird abgewertet.

Foto: OlliL/flickr.com/CC BY-SA 2.0
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Handelskrieg und Währungskrieg gehen Hand und Hand. Das Problem der US-Wirtschaft sind die unschlagbaren Preise, mit denen die Chinesen ihre Produkte auf dem US-Markt anbieten. US-unternehmen, die in den USA vor Ort produzieren, können im Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mithalten. Nur international aufgestellte Unternehmen, die in China produzieren lassen, können im Preiskampf bestehen. Das führt zu mehr Verlagerung von Arbeitsplätzen nach China. Donald Trump hatte deshalb eine national-orientierte Wirtschaftspolitik gefordert, die besonders gegen China mit hohen Einfuhr-Zöllen auf chinesische Produkte vorgeht. So kam es zum Handelskonflikt, der mittlerweile zum »Kalten Krieg« ausgeartet [siehe Bericht »Freie Welt«].

China konterte bisher verhalten mit eigenen Zöllen. Doch Peking hat noch eine Methode, um die Auswirkungen der US-Strafzölle abzumildern und chinesische Produkte dennoch günstig in den USA anzubieten: Die Währung wird entwertet [siehe Bericht »n-tv«]. Der Yuan-Renminbi scheint sich der Situation des Handelskonfliktes anzupassen. Zwar beteuerte der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang, dass man den Yuan nich gezielt und absichtlich entwerte, aber so ganz ohne Absicht scheint diese Währungsveränderungen auch nicht zu geschehen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: H.M.

Für einen zentralistischen und totalitären Staat mit erheblicher Planwirtschaft ist eine Währungsabwertung nicht weiter schlimm. Natürlich ist es indirekt problematisch, weil dies die Wirtschaft in den Abnehmerländern ihrer Produkte schwächt.

Verdient z.B. ein Chinese in Beruf A 500 Euro im Monat (und jemand hierzulande in Beruf A 3000 Euro), so muss er damit nur eine chinesische Miete und chinesische Lebenskosten tragen, nicht die in Europa oder in den USA. Er kann dann halt Importprodukte nicht bezahlen, aber das ist ja auch nicht das Ziel der Chinesen.

Sie werten ihre Währung ab und wissen, wie sie sich international behaupten können.

Ob die Maßnahmen der USA ihnen helfen werden, kann ich nicht beurteilen. Verständlich ist es allemal, wenn man mal schaut, wie sich die Produktionsindustrie der USA in den letzten Jahrzehnten ins Ausland verlagert hat.

Gravatar: Hans von Atzigen

Ein Blick zurüch.
Wer hat den die Globalisierung und die
faktisch weltweite Deregulierung durchgedrückt?
Die USA und im Schlepptau die Turboaufgleiste EU!
Wer hat denn das Kapital in rauhen
Mengen nach CHINA gekarrt?
Wer hat den die Realproduktion in Massen nach
China verlagert?
Joooo und in Europa und USA wurde etwas von
UMBAU in eine Dienstleistungsgesellschaft schwadroniert. Hmmm Dienstleisten in den
Volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ruin
oder was???
Nanu hören die betreffenden ( nachvollziebar)
nicht sooo gerne, auch bei den sog.
Wirtschaftskapitänen gibt es (Enrtschuldigung)
schlicht und ergreifen einfach inkompetente Idiotten.
Es gab genug Hinterfrager und Warner.
Zb. 1996

Sterling Seagrave
DIE HERREN DES PAZIFIK

Sicher geht ganz vielen das gejammere und gezettere
gewisser honoriger Zeitgenossen am A. vorbei.
Jetzt spielen zumindest bis auf weiteres die
Chinesen die grössere Geige.
Punkt.

Gravatar: Marc Hofmann

Eine Abwertung der Währung ersetzt keine Innovationskraft...Eine Abwertung der Währung macht die eigenen Produkte nur billiger aber nicht Qualitativ Besser....Qualität hat seinen Preis...und China drückt mit der Abwertung der Währung nur aus...China hat keine Qualität zu bieten....somit ist China von den USA und der EU bzw. den Rest der Welt weiter abhängig...als Billige Werkbank der Bank....

Innovation, Fortschritt, Entbürokratisierung, Niedrige Steuern, Kreativität, Marktwirtschaft...das macht eine Volkswirtschaft erfolgreich und nicht die Abwwertung der eigenen Währung...das ist ein Armutszeugnis und Offenbarungseid von China...China kann nicht Innovativ...China kann nur kopieren und billig...

Gravatar: lupo

Noch wird die gelbe Gefahr unterschätzt, aber Trump hat das erkannt daß die USA nur überleben kann wenn die eigene Wirtschaft wieder funktioniert. Europa hat das nicht erkannt und verschleudert immer mehr Silberbesteck an private Unternehmen und entzieht sich damit ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgern, der Zerfall der EU ist durch solche Autokraten vorprogrammiert.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

„China reagiert auf Strafzölle mit Währungsabwertung“

Wurde dies - neben einer Klage vor der WTO - nicht längst angekündigt?
https://www.welt.de/wirtschaft/article180447794/Konflikt-mit-Trump-China-setzt-eigene-Waehrung-als-Waffe-im-Handelskrieg-ein.html

Schuf der Bush etwa in der Hoffnung 9/11, um eine derartige Klage unmöglich zu machen, was nun trotzdem nicht gelang?

Droht Trump aus diesem Grund, die Welthandelsorganisation verlassen zu wollen? https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2018-06/44173885-eilmeldung-trump-fuer-us-austritt-aus-wto-049.htm

Welcher Staat aber wird mit den USA ohne die WTO im Rücken noch Handel betreiben wollen, nachdem die Führung Chinas nur das kopierte, womit Peking von Washington unter Druck gesetzt wurde - dafür aber nun bestraft werden soll???
https://www.focus.de/finanzen/experten/rohmann/waehrungskrieg-wie-die-usa-mit-der-dollar-waffe-die-welt-beherrschen_id_4289973.html

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