Totale Kontrolle der historischen Erinnerung

China: Kommunistisches Regime will Geschichte umschreiben

Tibet war schon immer chinesisch, das Tiananmen-Massaker fand nie statt, Mao Zedong war gut: Mit Zensur, Manipulation und drakonischen Strafen wollen die Kommunisten kritische Erinnerung auslöschen.

Foto: Pixabay
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Chinas Kommunisten wollen sich die Welt erschaffen wie sie ihnen gefällt, und zwar für die Gegenwart, Zukunft und auch Vergangenheit. Der nur das, woran erinnert wird, bleibt im kollektiven Gedächtnis der Menschen haften.

Politische Unterdrückung, Niederschlagung von Aufständen, die eigenständige Geschichte von Minderheiten: All diese Themen werden unterdrückt, verschwiegen, unter den Teppich gekehrt. 

Zwar wird die Zeit von Mao Zedong durchaus als kritisch betrachtet, doch die wirklichen schlimmen Dinge seiner Zeit (»Großer Sprung nach vorn«, »Kulturrevolution«), die Millionen Menschen das Leben kosteten, werden verharmlost. Mao gilt noch immer als Gründervater der modernen Nation. Sein Konterfei hängt immer noch am Eingangstor zur Verbotenen Stadt.

Zu den verbotenen Themen gehören die drei T-Themen: Taiwan, Tibet und Tiananmen. Taiwan gilt als abtrünnige Provinz, die wieder angegliedert werden muss. Widerspruch ist verboten. Tibet gilt als integraler Bestandteil der Volksrepublik China. Wer auch nur eine Teilsouveränität für die Tibeter einfordert, gilt bereits als politischer Dissident.

Die Erinnerung an das Massaker am Tiananmen-Platz, am Platz des Himmlischen Friedens im Sommer 1989, wird vollkommen ausgelöscht. Politische Aktivisten, die an das Ereignis erinnern, werden sofort ausfindig gemacht. Auch in Hongkong wird die Erinnerung daran ausgelöscht. Trauerveranstaltungen und politische Proteste zu diesem Thema sind verboten.

Im chinesischen Internet wird dieses Thema komplett ausradiert. Die Zensoren löschen, wo sie nur können. Die Internetnutzer sollen sich in einer rosa Wolke politisch-positiver Erinnerungen bewegen, in der die kommunistische Regierung im hellsten Licht erstrahlt. Kritik darf nur im beengten Rahmen und im konstruktiven Sinne geäußert werden.

Durch die immer perfekter werdende Überwachung schafft es das Regime in Peking, den absoluten Kontrollstaat zu erschaffen. China wird zu Dystopie, zum totalitären System par excellence. Solange das Wirtschaftswachstum bleibt und der Lebensstandard steigt, lassen sich die Chinesen das mehrheitlich gefallen. Doch wenn sich der Wind dreht, werden sich die Chinesen in einem Albtraum wiederfinden, aus dem es kein Erwachen gibt.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Croata

Kommunismus = Verbote.

Die die in Kommunismus gelebt haben, wissen es.
Ein Gedenktag an Opfer der Kommunismus ist dringend nötig.
(Kann ruhig ein Sonntag sein!)
Nennen wir es bei Name!
Zuviele haben gelitten Und leiden noch heute. Weltweit!

Nur ein Antikommunist ist ein wahrer Demokrat.
Die werden in Schafpelz kommen.....
Die werden sich Antifaschisten nennen....
Die werden sich unter uns einmischen....

"Der Kommunismus wurde aus Lügen geboren, er lebt von Lügen und er wird durch Lügen und an Lügen sterben. "
Kardinal Stepinac.

Gravatar: Hajo

Dazu muß man China schon lange kennen um die Philosophie die dahinter steckt zu verstehen, gerade wer die Anfangszeiten des Umbruchs in den früheren achtziger Jahren vor Ort miterlebt hat und noch mitbekommen hat, wie sich dort der Westen so langsam etabliert hat, was auch von chinesischer Seite gewünscht war und welche Schwierigkeiten in der Umsetzung vieler Projekte damals noch vorhanden waren und man beim Eintauchen nach China glaubte auf einem anderen Stern zu sein und zwar in jeder Art der Betrachtung, was garnicht beschreibbar ist, weil er hier nicht verstanden wird, einschließlich der Eigenheiten der ansässigen Bevölkerung, inklusive der veränderten Nord/Süd-Ausrichtung.

Mao war ein Mann seiner Zeit, der etwas bewegen wollte und das Land aus dem Mittelalter und der Freudalherrschaft von Innen, aber auch von außen herausführen wollte und seine Gegenspieler, die dann nach verlorener Schlacht nach Taiwan geflüchtet sind, vertraten eine andere Auffassung, wobei aber beide Parteien sich im Klaren waren, daß sich etwas ändern muß, nur der Weg war unterschiedlich um das Ziel zu erreichen.

Die Kommunisten sind dann in die Brutalität bei der Umsetzung ihrer Ziele verfallen, während die Nationalisten eine moderate Version gesucht haben, sich aber gegen die Kommunisten nicht durchsetzen konnten.

Die Kulturrevolution war dann der Höhepunkt des Ganzen und bei allen Auswüchsen, die dabei entstanden sind, muß man einfach die Massen betrachten, die nach unseren Denkmustern nicht zu leiten gewesen wären und deshalb auch diese Auswüchse, die unentschuldbar waren und dabei das gesamte Kulturgut inklusive der führenden Elite in der Bürgerschaft und im Adel mehr oder weniger ausgelöscht wurde und sich nur die noch retten konnten, die es nach Taiwan geschafft haben.

Heute wären sie froh, hätten sie nicht alles zerstört und nur noch einige maßgebliche Fragmente wie die verbotene Stadt sind übrig geblieben, wobei viele Kunstschätze von den Nationalisten nach Taiwan mitgenommen wurden.

Wer China noch aus dem Ende der siebziger Jahre kennt, sowohl in den Städten als auch auf dem Land, der wird heute staunend vor großen Veränderungen stehen, denn unter Deng Xiao Ping als Stratege hat sich viel verändert und die heutige Regierung partizipiert davon, was dieser Geist in schlauer Voraussicht alles arrangiert hat um das Land aus der Armut heraus zu führen.

Nichtsdestotrotz ist die kommunistische Regierung nachwievor sehr rigide, nach dem alten Prinzip, wer herrschen will muß grausam sein, was wenn man so will von allen anderen Kommunisten dieser Welt als Philosophie übernommen wurde und auch im Westen heute noch fröhliche Urständ feiert, wenn auch in anderer Form wie sie dort abgelaufen ist, aber Zusammenhänge sind irgendwo ersichtlich.

Was sich nicht verändert hat ist der unbedingte Allmachtsanspruch der KPC, die sich als Nachfolge von Mao betrachtet und wer das in Frage stellen will, der wird dort nicht alt werden, denn ein System wie bei uns können sie sich nicht leisten, das wäre der Anfang vom Ende dieses Landes, das schon immer von der eisernen Klammer des Gehorsams umgeben war, wenn es auch etwas freundlicher derzeit rüber kommt, aber nicht hinwegtäuschen darf, daß alte Strukturen noch vorhanden sind, ob kommunistischer Natur oder feudalistischer, das ist nicht die Frage, allenfalls eine Lebensauffassung und deshalb existieren sie ja auch schon annähernd 4000 Jahre und jetzt sind sie gerade dabei tatsächlich der Mittelpunkt der Welt zu werden, was sich früher nur auf ihren Einflußbereich beschränkt hat.

Gravatar: karlheinz gampe

Wer Geschichte umschreibt ist ein Trottel, denn es kommt doch an den Tag. Siehe DDR Mörderstaat mit ihren ungebildeten roten mörderischen Betonköppen, die jetzt in den Altparteien sind.
War bei den Nazis schon so. Man nannte die, die 1000% tigen.
Früher warn wir Reichsbanner SPD, heute sind wir Nationalsozialisten, kämpfen für die NSDAP.
Ein alter Text der zeigt wie biegsam, die roten Genossen waren und sind. Man denke an die ganzen STASI IMs, welche heutzutage in der BRD in Amt und Würden sind. Wendehälse. Opportunisten sind meist kriminelles Pack. Bei den Nazis waren die oft die Blut-Nazis eben die Tausendprozentigen.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

„Totale Kontrolle der historischen Erinnerung
China: Kommunistisches Regime will Geschichte umschreiben“ ...

Ja mei: Sollten sich sie USA in Sachen Vergangenheitsbewältigung nicht ebenso an die eigene Nase fassen
https://www.degruyter.com/document/doi/10.1524/dzph.2004.52.6.847/pdf
wie die politischen Führungskräfte Deutschlands in Punkto Entnazifizierung und Entlastung von noch heute bei der CDU tätigen SED-Verbrechern???

Gravatar: Ralf Görlitz

Kurz und gut formuliert.
So ist es aber bei uns auch schon, wenn auch noch nicht so fortgeschritten.

Der Unterschied ist nur: bei uns geht es - auf absehbare Zeit - wirtschaftlich nur noch bergab.

Gravatar: Klaus Reichel

China wird zur Dystopie? Stimmt, aber was wird aus Deutschland, wo doch schon einige Politiker das "Chinesische Modell" als richtungsweisend und vorbildlich dargestellt haben?

Soll Sieferle recht behalten mit "Finis Germania"?

Kann nur die AfD trotz aller Querelen uns noch retten?

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