Während sonst »preiswerter Wohnraum« gefordert wird

Berliner Senat zahlte 6.000 Euro für 44m²-Flüchtlingswohnung

Von privaten Unternehmen fordert der Berliner Senat, Wohnungen für 6,50 Euro kalt pro Quadratmetern zu bauen, hingegen kennt man nichts, wenn es bei aus Steuergeldern bezahltem Wohnraum für Flüchtlinge geht. Da kann der Quadratmeter auch mal 136 Euro kosten.

Foto: LAF Berlin
Veröffentlicht: | von

Während schon mancher Hartz-IV-Empfänger aus seiner angestammten Neubau-Wohnung ausziehen musste, weil die dem Amt plötzlich einige Quadratmeter zu groß war, um die mal wieder gestiegenen Mietkosten weiter zu übernehmen (auch wenn die Umzugskosten öfter für den Staat teurer sind als am Ende die Ersparnis), verläuft das Geschäft mit der Unterbringung von Migranten weniger rücksichtsvoll hinsichtlich entstehender Kosten für die Allgemeinheit.

So zahlte laut Bericht der »Bild«-Zeitung das zuständige Amt einer syrischen Familie mit fünf Kindern für eine von einem Privatunternehmer vermietete enge 44 Quadratmeter-Dachgeschosswohnung in Berlin-Köpenick eine stolze Monatsmiete von 6.000 Euro. Bei einem nicht mal für Top-Luxus-Wohnungen geltenden dreistelligen Quadratmeter-Preis wird ohne Wimpernzucken mehr als das Zehnfache von dem gezahlt, was sonst die Mietpreise in der Umgebung sind.

Der Vermieter, der auf dem normalen Wohnungsmarkt nie eine vierstellige Summe bekommen hätte, bedient sich eines festgelegten Satzes, nach dem zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern ein Satz von 29,99 Euro pro Kopf pro Nacht zulässig ist. Anders als bei einer Mietübernahme für Hartz-IV-Empfänger zahlt hier das Amt Tagessätze, die je nach Bezirk und Unterkunft stark variieren und entsprechend stolze Summen ergeben.

Und dabei beschreibt das Oberhaupt der siebenköpfigen Familie, Mahmud A., auch noch wie es in der 6.000 Euro-Dachgeschosswohnung zugeht: »In dem einen Zimmer können wir nicht mal den Schrank öffnen, weil ein Bett davor steht«. Die Mindeststandards beim Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF)  sehen zumindest einen Platzbedarf von neun Quadratmetern für jede einzelne Person vor. Dieser mag dort erfüllt sein, die Kosten sind aber unverständlich.

Kritik daran äußerte auch der innenpolitische Sprecher der Berliner FDP-Fraktion, Marcel Luthe: »Der Senat wirft das Geld der Bürger mit vollen Händen zum Fenster raus. Aber er hilft damit den Bedürftigen nicht, sondern bereichert gewerbsmäßige "Wohltäter". Auf der einen Seite begrenzt der Senat die Mieten. Auf der anderen überschreitet er die Mietpreisbremse mit solchen Anmietungen um ein Vielfaches und treibt so die Preise in die Höhe«, sagte der FDP-Mann.

Viele nutzen das Thema Unterbringung von Migranten für sich als einträgliches Geschäft. Mancher ist auch darunter, der selber ein Parteibuch hat. Der Steuerzahler muss dafür dann enorme Kosten aufbringen. Der »Bericht der Bundesregierung zur Unterstützung von Ländern und Kommunen im Bereich der Flüchtlings- und Integrationskosten 2017« weist als Kosten dafür 900 Mio. Euro aus, die der Bund 2017 Ländern und Kommunen zum vollständigen Ausgleich ihrer Aufwendungen für die Unterkunftskosten für Migranten zukommen ließ.

Inhaber der an die syrische Familie vermieteten 6.000 Euro-Wohnung ist der auch mit der Politik bestens vernetzte Matthias Große, Immobilien-Unternehmer und Lebensgefährte der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, zugleich seit einigen Jahren Eigentümer der Köpenicker Ausflugslokalität Müggelturm. Große wiegelt Kritik daran ab mit den Worten: »Wir bringen wohnungslose Menschen gemäß der gültigen Mindeststandards der Senatsverwaltung unter«.

Doch auch bei seinen eigenen Unterbringungsprojekten achtet der Berliner Senat nicht auf Kosten, während sonst gerne gegen hohe Mieten in der Stadt protestiert wird. Die Senatsverwaltung lässt in Regie städtischer Wohnungsbaugesellschaften Wohnhäuser in Fertigbauweise für Migranten errichten, die unter der Bezeichnung »Modulare Wohneinheiten für Flüchtlinge« (MUF) laufen.

Dort sollen Migranten dauerhaft untergebracht werden. Der Berliner Senat plant derzeit zu den zehn bereits fertigen weitere 53 MUF-Wohnhäuser zu bauen, für rund 16 Millionen pro Stück, in denen dann jeweils 200 bis 450 Menschen untergebracht werden sollen. Die Unterkunft dort ist alles andere als preiswert für den Berliner Wohnungsmarkt. Die aufgerufenen Preise liegen bei 17 Euro kalt und 22 Euro warm pro Quadratmeter eher dort, wofür man eine luxuriösere Wohnung bekommt.

Während private Bauherren vom Senat gezwungen werden, »bezahlbaren Wohnraum« für 6,50 Euro netto kalt anzubieten, baut gleicher Senat über städtische Wohnungsbaugesellschaften Häuser für Migranten, die 17 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter kosten, hier natürlich bequem von der steuerzahlenden Allgemeinheit finanziert.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Regina Ott-Hambach

Doofer können Politiker nicht sein!
Mehr fällte einem zu diesem Thema nicht mehr ein. Und
wir müssen uns damit abfinden, dass wir in einer verkommenen Republik leben. Verkommen ist nicht das Volk der Deutschen, sondern die gegenwärtig Regierenden!

Gravatar: Sabine

Für Berlin-Köpenick ist das kein Einzelfall. Hier sind mehrere Eigentumswohnungen an Flüchtlinge vermietet.
Bestimmt nicht unter dem Satz von 29,99 Euro/Bett/Nacht.
Andrerseits soll die Mietpreisbremse gelten.
Es ist alles nicht mehr nachvollziehbar.

Gravatar: Aufbruch

Eine derartige Verschleuderung von Volksvermögen in Berlin aber auch sonstwo in Deutschland ist kriminell. Warum gibt es keinen Ankläger, der diese Machenschaften vor Gericht bringt? Deutschland ist durch und durch korrupt und von einem eingeimpften Drang beseelt, diejenigen, die noch nicht so lange hier leben, auf Rosen zu betten, während die schon länger hier Lebenden zusehen sollen, wo sie bleiben.

In einem normal funktionierenden Staatswesen wären solche Auswüchse undenkbar. Aber in Deutschland ist nichts mehr normal. Es hat sich eine Asyl-Industrie -und ich gebrauche dieses Wort ganz bewusst- gebildet, die Milliarden-Geschäfte macht, auf Kosten der Steuerzahler. Die einzig richtige Antwort auf diese Verschleuderung von Steuergeldern wäre ein Steuerstreik. Aber dann gäbe es gar nicht genug Staatsanwälte, um die Streikenden zu verdonnern. Und die, die das Geld zum Fenster hinauswerfen, bleiben ungestraft. Das macht nur allzu deutlich, dass dies alles so gewollt ist. Deutschland muss zerstört werden und der deutsche Steuerzahler finanziert diese Zerstörung noch selbst, während die Träger der Asyl-Industrie den dicken Reibach machen, von dem auch die Politiker profitieren. Da soll mir doch nur nochmal ein deutscher Politiker von einem anderen Land sagen, dessen Politiker seien korrupt. Diejenigen, die Deutschland zerstören, werden, wenn alles zusammenkracht, ihre Schäfchen irgendwo im Trocknen haben, während der dumme Michel tatsächlich dumm aus der Wäsche gucken wird.

Gravatar: Frank

Überall dieselbe Doppelmoral und der selbst aufgesetzte Heiligenschein unserer übergewichtigen LINKEN Prasser.
Während sie unsereins schröpfen bis zum geht nicht mehr.

Was soll man noch dazu sagen?

Kopfschütteln, umdrehen und weiterarbeiten.

Gravatar: Jürgen Glaubhaft

@Frank
Mit "Kopfschütteln, umdrehen und weiterarbeiten" wird es wohl nicht getan sein.
Hier müssen andere Maßnahmen wirken. Am wenigsten greifbar die nächsten Wahlen.

Ansonsten hilft immer passiver Widerstand. Das hat schon einmal ein Unrechtssystem zu Fall gebracht. Ist nicht so lange her.

Gravatar: Jutta Erdmann

1) Die Beamten die das ausführen und damit ihren Beamteneid brechen unehrenhaft entlassen.
2) Die Zahlungen sofort auf H IV Niveau reduzieren.
3) Die Politiker, welche das angewiesen haben der Staatsanwaltschaft überantworten.
4) Alle Beteiligten zum Schadensersatz verdonnern.

Wer das alles machen soll?
Na wir! geht auf die Strasse.

Gravatar: Thomas Waibel

Berlin zeigt, was passieren wird, wenn es auf Bundesebene eine rote-dunkelrote-grüne Volksfrontregierung geben wird.

Das ist aber kein Grund, um die "C"DU/"C"SU zu wählen, weil diese nur gering nicht so schlimm wie die Volksfront ist.

Gravatar: Faas

Was bei uns abgeht mündet darin, dass wir gewollt einen
Bürgerkrieg bekommen, damit das heute beginnende Chaos
Dimensionen erreicht, die nicht mehr steuerbar sind und
dann ab in eine Diktatur, wo selbst Hitler zum Waisen-
knaben mutiert.
Aber den Insidern hier ist das alles bekannt und dass
dies von langer Hand geplant ist Ich erinnere an die Pläne von Morgenthau, Kaufmann etc.

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang