Karl-Georg Wellmann Mitglied des Bundestages (CDU)

Karl-Georg Wellmann (CDU) erläutert im Interview sein JA zum EFSF

Obwohl der Berliner CDU-Abgeordnete Karl-Georg Wellmann in der Probeabstimmung zum EFSF mit NEIN stimmte und dies auch gegenüber Abgeordneten-Check.de begründete, gehörte Wellmann bei der Abstimmung im Bundestag zu den Befürwortern, nachdem er sich wenige Tage zuvor mit Kanzlerin Merkel zu einem ausführlichen Vier-Augen-Gespräch traf. Im Interview mit Abgeordneten-Check begründet der Jurist sein Abstimmungsverhalten.

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Abgeordneten-Check.de:  Angela Merkel hat Sie laut Medienberichten in einem persönlichen Gespräch überzeugt, für die Erweiterung des FESF zu stimmen. Was hat Ihnen die Kanzlerin gesagt, was Sie zuvor noch nicht wussten?

Karl-Georg Wellmann: Das Gespräch war vertraulich.

Abgeordneten-Check.de: Was wäre Ihrer Meinung nach passiert, wenn die Kanzlermehrheit nicht zu Stande gekommen wäre?

Karl-Georg Wellmann: Unsere Bundesregierung wäre geschwächt worden.

Abgeordneten-Check.de: Gegenüber AbgeordnetenCheck.de haben Sie erklärt, Sie glauben nicht, dass Griechenland innerhalb der Euro-Zone wieder auf die Beine kommen könne. Sehen Sie dies jetzt anders?

Karl-Georg Welmann: Nein.

Abgeordneten-Check.de: Wie bewerten Sie als Jurist, den Euro-„Rettungsschirm“, im Zusammenhang mit  Artikel 125 des  Lissabon-Vertrags (No-Bail-Out-Klausel)?

Karl-Georg Wellmann: Ich mache keine juristischen, sondern politische Bewertungen.

Abgeordneten-Check.de: Sie sagten, Voraussetzung für ihre Zustimmung zum erweiterten EFSF sei, dass nicht etwas völlig Unerwartetes dazwischenkommt. Inzwischen wurden diverse europäische Länder und Großbanken in ihrer Bonität herabgestuft. Was halten Sie davon?

Karl-Georg Wellmann: Das ist ja einer der Gründe, warum der EFSF aufgelegt wird.

Abgeordneten-Check.de: Sie erklärten, Sie hätten  mit Ja gestimmt, weil Sie die Stabilität des Euros nicht gefährden wollten. Halten Sie es für möglich, dass der „Rettungsschirm“ die Destabilisierung des Euros lediglich hinauszögert, den Zusammenbruch aber durch neue Schulden verschärft, wenn er eintritt?

Karl-Georg Wellmann: Nichts ist auszuschließen.

Abgeordneten-Check.de: Wie stehen Sie zum für 2012 geplanten dauerhaften „Rettungsschirm“ ESM? Werden Sie ihm zustimmen?

Karl-Georg Wellmann: Gehe über die Brücke erst, wenn Du bei ihr angelangt bist.

Weitere Infos erfahren Sie hier abgeordneten-check.de und wellmann-berlin.de.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Klimax

Erbärmlich! Mehr kann man dazu nicht sagen. Leider entblößt dieses Interview auch die nur sehr geringen Möglichkeiten, die wir über Abgeordnetencheck haben, das opportunistische Verhalten unserer Volks"vertreter" zu beeinflussen.

Gravatar: ich

"bla bla gut?"
Wie gut, dass wir eine Kaiserin haben, die alle Widerständler teeren und federn lässt wenn sie sich nicht beugen. Und dann reicht ein Gespräch und alle Weicheier beugen sich vor ihr. Aber das kennen wir ja aus Diktaturen. Da verneigt sich auch fast jeder vor dem Goldenen Kalb. Aus Angst steht man dann nicht zu dem was man vertritt. Daniel hat sich nicht verneigt und seine 3 Freunde auch nicht. Es gibt ein schönes Kinderlied. "Fest und treu wie Daniel war. Vor des Herrn Gebot. Sei der Kinder Gottes Schar. In der höchsten Not."
Aber dazu braucht Mann Charakter.

Gravatar: Elmar Oberdörffer

Er begründet sein Umfallen noch dürftiger als Herr Sensburg. Frau Merkel muß ihn in diesem vertraulichen Gespräch wohl schwer unter Druck gesetzt haben. Da brauchts halt einen festen Charakter, damit persönliche Überzeugung, Gewissen und die Pflicht, die Interessen der Wähler zu vertreten, diesem Druck standhalten.

Gravatar: Karin Weber

Noch so ein Jurist "vom Fach". Leute, was stimmt da alles bloß über so ein Wirtschaftspaket ab. Die haben doch keine Ahnung von der Sache.

Das Interview ist sehr beeindruckend. Ein 1.Klässler kriegt auf einem Schultalentefest den Mund wahrscheinlich öfter auf. Ich würde Herrn Wellmann empfehlen, für das nächste Interview sich mal bei Google unter "coole Sprüche" ein paar neue Antworten parat zu legen.

Mich wunderts allerdings nicht mehr, dass es solchen Leuten offensichtlich selbst die Sprache verschlägt. Die Fragen sind ja deutlich länger als die Antworten. Vielleicht hätte man besser einen Fragebogen zum Ankreuzen (J/N) überreichen sollen.

Peinlich.

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